Lucie Körber, die Organisatorin der Augsbuch, hat einen Deal mit der Freizeit-Messe A\FAIR gemacht und einen Bereich für uns Schreiberlinge bekommen. Da musste ich natürlich dabei sein. Auf dem Messegelände Augsburg fanden zeitgleich mehrere Messen statt zu unterschiedlichen Themen wie Freizeit & Tourismus, Gesundheit, Fitness, Mobilität und Essen. Wir waren im Freizeitbereich, was ja auch gut passt. Was kann man in der Freizeit Besseres machen, als ein gutes Buch zu lesen?
Ach ja … eines schreiben. 😉
Diesmal hat mich nicht meine Frau begleitet, sondern mein liebes Töchterchen. Natürlich saß sie nicht die ganze Zeit mit am Stand, sondern ist auch durch die Messehallen gestreift. Ihr Fazit: Käse und Autos.
Ernsthaft. Bei den Futterständen war wohl unglaublich viel Käse vertreten, und dann gab’s ja noch diese „Mobility“-Messe in einer der Hallen. Da waren wohl nur jede Menge Autos aufgefahren. Als gäbe es keine anderen – und besseren – Möglichkeiten der Mobilität. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass meine Tochter da quasi gleich rückwärts wieder raus ist. Es kann also durchaus sein, dass sie andere Optionen einfach nur nicht gesehen hat.
Hier sind wir beide am Stand:

Nicht über das verwischte Gesicht meiner Tochter wundern! Das hat Gründe.
Im Hintergrund sehen sie auch gleich Autos. Da standen die „Freunde der amerikanischen Autos Augsburg“ mit ihren fetten Karren. Ich bin da ja gar kein Fan von, kann schon die Faszination für Autos nicht verstehen (na gut, man braucht sie leider) und schon gar nicht für diese US-Spritsäufer. Von den jetzigen Zuständen in den USA mal ganz zu schweigen. Aber nun ja, jedem das Seine. Auf der Ladefläche von dem Pickup stand die ganze Zeit ein Musiker, und der war gar nicht übel. Sachen von Johnny Cash (Ring Of Fire) und so. Leider auch während unserer Lesungen und Vorträge.
Aber das war noch auszuhalten. Irgendwo weiter weg waren so Fitness-Heinis, wenn die ihren Krach angeschmissen haben, bebte die Halle, und man hat fast nix mehr verstanden. Das war wirklich nervig.
Neben uns sehen Sie ein paar Bilder von Wildwest-Gangstern. Das war der Stand von Claudia Fischer, die zum einen ein Faible für den Wilden Westen hat, zum anderen die Buchmesse LibeRatisbona in Regensburg organisiert. Da war ich ja auch schon ein paarmal, dieses Jahr spare ich es mir allerdings. Die Hotelkosten …
Wenn Sie in oder nahe bei Regensburg wohnen oder zufällig dann Urlaub dort machen: Die Messe 2026 findet am 11. und 12. April statt, wieder im Marina-Forum. Gehen Sie hin, es lohnt sich!
Hier sehen wir Claudia in voller Pracht vor ihrem Stand:

Den hat sie kurz drauf allerdings umgezogen, wir bekamen dann einen neuen, ebenfalls sehr netten Nachbarn.
Weit weniger nett war die Entdeckung, dass auch die AfD einen Stand auf der Messe hatte. Ich musste einige Male dran vorbeilatschen, als ich meine Sachen aus dem Auto zum Stand (und umgekehrt) gebracht hab. Musste das wirklich sein? Hat die Messe da kein Hausrecht? Okay, die Freien Wähler waren auch da. Aber auch wenn ich die nie wählen würde, weiß ich doch, dass sich bei denen auch noch anständige Menschen finden. Schon ein Unterschied, ne?
Hab das von den Blaubraunen den anderen Autoren erzählt, und wir haben spontan gemeinsam ein fröhlich Liedlein angestimmt. Klang sicher nicht so gut wie das Original eines „richtigen“ Chors (Vorsicht, YouTube!), aber eigentlich doch ganz passabel. Und hat uns gleich wieder etwas aufgemuntert.
Knapp vor Öffnung der Messe kam unser neuer Standnachbar: Steven Lundström. Er hat die Texte zu den Büchern der Pinguingang geschrieben. Sehen sehr putzig aus, die Bücher, und es gab auch – soweit ich das mitbekommen habe – viele Interessenten und so einige Käufer.
Das Bild ist nicht ganz scharf geworden, aber hier ist er, zusammen mit den Tischen zweier weiterer Autoren … bzw. Autorinnen in dem Fall:

Um zehn war Einlass. Es dauerte dann noch eine Weile, bis die Besucher durch Halle 1 durch waren und zu uns in die 2 kamen. Und auch dann herrschte bei weitem nicht der Andrang, den man von Buchmessen kennt. Okay, die sind auch nicht immer proppevoll, das können Sie ja in anderen Messeberichten nachlesen, aber es sind schon erstaunlich viele Leute komplett am ganzen Bücherbereich vorbeigegangen. Tja nun, die wissen nicht, was sie verpasst haben.
Wirklich traurig war das Desinteresse an Vorträgen und Lesungen. Bestenfalls gab es verwunderte Blicke, ein kurzes Stehenbleiben, aber sonst fast nix. Das ging schon bei Ivetta Urozhaeva los, die einiges Interessantes zur Verfilmung von Büchern zu erzählen hatte. Ich konnte wenigstens teilweise zuhören, wenn ich nicht gerade mit Besuchern sprach (was nun mal Vorrang hatte …). Ivetta hat die Filmerei richtig studiert und arbeitet schon seit langem im Filmgeschäft. Erschreckend war die Aussage, daß man nur genügend vom eigentlichen Buch weglassen und anderes dazudichten muss, um komplett ohne Lizenz einen Film zu drehen – basierend auf dem Buch.
Nur mal so zur Warnung: Sollte irgendjemand meine Meisterwerke durch den Wolf drehen und Filme machen, die sich meine Kernelemente krallen, aber sonst massenhaft vermurksen, dann … dann … dann mach ich einen Zwergenaufstand, jawollja! Ihr seid gewarnt.
Trotz ihrer wirklich interessanten Infos war Lucie, die „Chefin“, die einzige Zuhörerin. Also, wir an den Ständen haben eben alle mitgelauscht, und Ivettas Begleiter machte Bilder oder filmte sie, aber wie Sie sehen, ist der Zuhörer-Bereich ansonsten gähnend leer. Schade, wirklich.

Ich war nach Ivetta dran und habe aus meinem neuesten Machwerk Lias Wahrheit vorgelesen. Eine halbe Stunde lang. Nachdem ich erst vor leeren Kisten saß, kamen aus Mitleid Steven Lundström und Ilka Meller dazu. Letztere auch eine Autorin, die ihren Stand praktischerweise gut im Blick behalten konnte, während sie da saß. Sehr lieb von den beiden.
Hier ist Ilka an ihrem Stand (die Blonde vor dem Blumenherz-Banner, hinter ihr sieht man Christel Scher):

Ach, eine Frau setzte sich gegen Ende der Lesung doch noch dazu. Sie kam hinterher auch an meinen Stand, ich weiß aber gerade nicht mehr, ob sie was gekauft hat. Auf jeden Fall nicht das Buch, aus dem ich gelesen hatte.
Immerhin, die Verkäufe waren ganz ordentlich. Zwei junge Mädchen, beide 13 Jahre alt, wenn ich mich recht erinnere, interessierten sich sehr für meine Serie Die Abartigen. Ich musste leider ablehnen. Darin kommen doch einige Grausamkeiten vor, und auch wenn ich ja kein Splatter-Fan bin und nicht in die Details gehe, waren mir die Mädels dafür noch zu jung. Ich hab ihnen als leichtere Kost erst mal Lias Wahrheit empfohlen, und auch das fanden beide interessant und haben es auch mitgenommen. Wenn sie dann später wissen wollen, wie das mit Loris und Mikail war, können sie immer noch in die Serie einsteigen.
Apropos „in die Serie einsteigen“: Interessant fand ich, dass doch zwei Frauen lieber den ersten Einzelband mitnahmen als den Sammelband. Obwohl ja ein Sammelband vier einzelne enthält und nur so viel kostet wie drei. Aber klar, ob man jetzt 10,99 ausgibt (ich hab noch welche mit dem alten Preis) oder gleich 44,99, das ist schon ein Unterschied. Immerhin, sie verlieren nichts. Wenn sie dann doch den Sammelband nehmen, ist das nicht teurer als die Einzelbände 2-4 zusammen. Na gut … 3 Euro. Was soll’s.
Aber auch der Sammelband I ging weg und natürlich mein lieber Kurt. Der ist auf Messen eh immer gefragt. Sehr schön. 🙂
Am Ende kam sogar noch jemand – ich meine, es war Ivettas Begleiter –, der Kurt 1 haben wollte, aber kein Bargeld hatte. Da ich mit meinem bisschen Umsatz bei keinem seriösen Kartenzahlungs-Anbieter unterkomme (ja, bei bestimmten schon, aber nein danke), konnte ich Kartenzahlung nicht machen. Er bestellt jetzt direkt beim Verlag. Auch recht.
(Ach … wo ich grad dabei bin, erlaube ich mir einen kleinen Hinweis auf meine Seite zu Bezugsquellen. 😉 )
Nach mir war übrigens gleich Ilka mit ihrer Lesung aus Blumenherz dran. Da hab ich dann zugehört, soweit das ging. Wenn also nicht gerade Besucher am Stand waren. Und ich muss sagen, das klang recht spannend. Blumenherz ist eine Dystopie, und auch die Beschreibung des Buches klingt gut. Ist eine Überlegung wert, würde ich sagen.
Die Bude richtig voll bekommen (bis auf zwei, drei Plätze) hat Karima Stockmann mit ihrem Mitmach-Vortrag zu Seelen-Quickies. Es ging um einfache Übungen, die man schnell mal im Alltag machen kann, wenn man sich nicht gut fühlt, müde und schlapp und so. Sie hat dann auch erklärt, welche Nerven jeweils aktiviert werden – oder das Lymph-System. Dass sie so viele Besucher angezogen hat, dürfte zwar auch daran gelegen haben, dass sie ebenso sympathisch wie attraktiv ist, aber vor allem daran, dass sie wohl reichlich Erfahrung damit hat, Leute zu motivieren. War eine echt interessante Begegnung. Und auch da hab ich natürlich mitgelauscht, so gut ich konnte.
Hier beginnt der Vortrag erst, es kamen dann noch mehr Leute dazu:

Eine sehr nette Idee waren die Sitzgruppen, die Lucie (und ihr Team natürlich) aufgebaut hatte. Drei Tische mit jeweils drei, vier Sesseln drumrum, da konnten die Leute sich etwas ausruhen. Damit sie derweil was zu tun hatten, lagen einige Flyer, Lesezeichen, Leseproben usw. aus und sogar ganze Bücher. Zum Reinschnuppern. Leider haben wohl einige das falsch verstanden und die Bücher mitgenommen. Also … ich gehe jetzt mal zugunsten der Leute davon aus, dass sie es nur falsch verstanden haben.
Da die Tische bereits gut bestückt waren, als wir am Samstag dazustießen – die Messe ging ja Freitag bis Sonntag, aber ich hatte nur den Samstag gebucht –, wollte ich mich da jetzt nicht mehr allzu breit machen und habe nur ein paar Lesezeichen ausgelegt. Von denen gingen auch einige weg. Als ich erfahren hab, dass eben auch Bücher mitgenommen wurden (trotz aufgeklebter Zettel mit Preisen), war ich ganz froh über meine Entscheidung.
Hier, so sah das aus:

Am Nachmittag gab es eine kleine Diskussion dreier Autorinnen. Es ging um das alte Thema „Verlag oder Selfpublishing“. Laut Ankündigung saßen da Mira Valentin, Mo Kast und Linda Bier. Ich bin mir aber bei letzteren nicht sicher, die Bilder auf den Homepages sehen irgendwie anders aus als die Autorinnen, die da saßen. Mal wieder peinlich, die Stände der beiden waren nämlich ein paar Tische weiter neben uns. Links im Bild sehen Sie auf jeden Fall Mira Valentin. Von ihr hab ich mitbekommen, dass sie eine Misch-Strategie fährt. Einzelbände in Verlagen für die Sichtbarkeit, Reihen auf eigene Faust für bessere Gewinnmargen. Als ich hörte, was sie für jeden Band (im Selfpublishing) ausgibt, bevor er überhaupt erscheint, bin ich fast aus den Latschen gekippt. Da kann ich mich mit meinen Ausgaben für Cover ja noch glücklich schätzen.
Ahso, ja, also das Bild:

Man muss allerdings sagen, Mira macht das hauptberuflich. Was ja kaum einer von uns Autoren schafft. Die meisten sind froh, wenn überhaupt etwas Geld dabei rumkommt. Andererseits können wir dann aber auch so schreiben, wie es für uns passt, anstatt ständig den Druck zu haben, zwei oder drei Bücher im Jahr zu veröffentlichen. Auch das wurde da diskutiert. Hier sehen Sie übrigens Mira an ihrem Stand:

Wahnsinn, wie viel sie schon veröffentlicht hat. Da muss ich mich aber noch ranhalten. Aber dafür ist es eben bei ihr laut eigener Aussage inzwischen harter Job und nicht mehr nur die Leidenschaft. Ich genieße meine Schreiberei noch ordentlich.
Kein eigenes Bild habe ich von Christel Scher, die später noch einen Vortrag über Vampire in der Literatur hielt. Man sieht sie weiter oben neben Ilka Meller am Stand stehen. Sie beleuchtete dabei vor allem auch die Entstehung des Vampir-Mythos, bis hin zu der aberwitzigen Tatsache, dass man eine Zeitlang tatsächlich ernsthaft „wissenschaftlich“ diskutiert hat, ob es Vampire wirklich gibt. Allerdings waren das damals noch nicht diese Glitzerfiguren, wie man sie heute aus gewissen Machwerken kennt …
Die letzte Stunde ging es dann doch sehr ruhig zu, bevor die Hektik des Einpackens ausbrach, da wir allen Ernstes binnen einer halben Stunde zu verschwinden hatten. Wurde uns von den Mitarbeitern der Messe gesagt. Wenn man dreimal mit der Sackkarre zum Auto rennen muss, ist das kein Spaß. Wir haben’s dann auf zweimal reduziert (und einen ziemlichen Kistenturm auf dem Ding balanciert), aber es war trotzdem stressig.
Zum Abschluss hier auch noch ein Bild derjenigen, der wir diesen Auftritt und vor allem die Augsbuch zu verdanken haben: Lucie Körber

Links von ihr sehen Sie übrigens ein Whiteboard, auf dem wir „Buchstaben-Bingo“ gespielt haben. Hat bei den Besuchern aber nicht so recht gezogen.
Tja, und das war’s dann auch von der A\FAIR 2026. War ein netter Tag. Wie gesagt, die Verkäufe waren ganz ordentlich, und ich hoffe natürlich im Nachgang noch auf ein paar weitere Leser. Im November suche ich Augsburg dann wieder heim, wenn die nächste Augsbuch stattfindet. Sehen wir uns?
Ältere Messe- und Lesungsberichte finden Sie übrigens hier auf meiner Homepage.
