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Messebericht zur Augsbuch 2025 am 08.11.2025

Der folgende Messebericht erschien zuerst auf meiner Homepage und wird nun auch hier veröffentlicht. Aufgrund dessen ist er ziemlich auf meine Person ausgerichtet, hoffentlich aber trotzdem auch sonst interessant.

Nach 2024 war ich nun zum zweiten Male in Augsburg auf der Augsbuch. Das erste Mal hat sie noch in einem kleinen Gemeindesaal stattgefunden, versteckt in einem Wohngebiet, grässlich zu finden und zu fahren. Diesmal war es das Tagungscenter auf dem Augsburger Messegelände. Und es war einiges los.

Das Schöne an Augsburg ist ja: Wir brauchen kein Hotel. Mit dem Auto ist es nur etwas mehr als eine Stunde Fahrt, wir kommen über Landsberg die B17 hoch und müssen nur an der Ausfahrt Messe raus. Super gelegen. Reichlich Parkplatz (der Tag 8 Euro) ist auch vorhanden, selbst Ladesäulen sind geboten. Nur der Typ, der auf die Idee gekommen ist, vor Messehallen Kopfsteinpflaster zu verlegen, verdient die Prügelstrafe. Da mit Wägelchen und Sackkarren drüber, das ist die Hölle.
Ansonsten war das aber eine wirklich gute Wahl für die Messe. Na gut, der Aufzug ist winzig und extrem langsam in allem, aber in einem Tagungscenter wird der vermutlich üblicherweise nicht so viel genutzt wie bei so einer Messe, wo jeder sein Zeug ranschafft. Die Messe verteilte sich auf zwei Ebenen, Erdgeschoss und erster Stock, und ich fand den Platz gut bemessen. Obwohl zu manchen Zeiten wirklich einiges los war, sind sich die Leute nicht auf die Füße getreten.
Ich schreibe da oben übrigens „wir“, da meine holde Gattin mich auch diesmal begleitet hat. Um mir zu helfen, aber auch, um eine Freundin zu treffen, die in Augsburg wohnt. Zwei Fliegen, eine Klappe und so.

Um das mal zu zeigen:

Ein Blick von unserem Tisch aus den Gang zwischen den Tischen entlang. Einige Aussteller stehen und sitzen herum und warten auf den Beginn der messe in ein paar Minuten.

Das war wirklich ausreichend. Nächstes Mal soll es aber vielleicht in eine größere, „richtige“ Messehalle gehen. Das wäre noch besser.

Hier bin ich grad noch dabei, alles an seinen Platz zu legen … alias „Standaufbau“:

Ich stehe vor dem Tisch und drapiere die Bücher. Ein kleines Döschen mit Stecknadeln ist auch zu sehen, damit stecke ich einige Plakate an die Pinnwand.

Rechts sehen Sie übrigens etwa ein Viertel von Birgit Constant. Wir treffen uns öfter auf Messen, und sie hat vor Beginn mal schnell eine Runde gedreht, um ein paar Bekannte – incl. meiner Wenigkeit – zu besuchen. Birgit schreibt historische Romane. Sie ja ist auch studierte Historikerin, hat sogar einen Dr. vorne dran.

Lucie und alle anderen vom Orga-Team haben wieder super gearbeitet. Danke an alle!

Wer leider gar nicht ordentlich gearbeitet hat, war DPD. Die Herrschaften haben einfach mal Bücher im Wert von 300 Euro verschlampt. Die Druckerei hat meinen Auftrag extra noch vorgezogen (Danke, Tobias!), damit ich alles rechtzeitig bekomme, und dann geht das Paket verloren. Das hat mich wirklich maßlos geärgert. Dabei hätte ich eigentlich alle Neuerscheinungen des November schon vorab auf der Messe dabei haben können: Die drei Sammelbände der Abartigen und dazu noch Lias Wahrheit, einen Krimi, der eine Nebenhandlung zur Serie darstellt. Die Cover waren rechtzeitig da, die tredition-Projekte sind fertig, und die Drucke habe ich eben auch rechtzeitig in Auftrag gegeben. Und dann das. Ich bin immer noch ziemlich sauer auf DPD. So konnte ich die beiden ersten Sammelbände zwar zeigen, aber nichts davon verkaufen. Und zu Lias Geschichte hatte ich gerade mal Lesezeichen.
Dass ich Sammelband III nicht präsentieren konnte, das war auch meine eigene Schuld. Ich musste unbedingt erst mal Probedrucke der ersten beiden abwarten, bevor ich mehr bestelle. Hätte ich mir sparen können, die Drucke sehen gut aus. Sie sehen sie in dem Bild oben und auf hier drunter auch nochmal. Sowohl Taschenbuch als auch Hardcover sind gut geraten, letztere sogar mit Lesebändchen. Nur den dritten hatte ich eben nicht. Ich warte immer noch darauf, dass tredition mir die Bestellung zuschickt.
Was auch nicht rechtzeitig kam, waren Lesezeichen zu den Sammelbänden. Die zu Lias Wahrheit habe ich mir per Express liefern lassen, die kamen tatsächlich am Vortag noch. Die anderen lagen dann Samstag vor der Tür, als wir von der Messe heimkamen. Aber okay, ich hatte ja noch reichlich von den älteren Lesezeichen zur Serie.

Fertig aufgebaut sah der Stand dann so aus:

Der Tisch mit meinen Meisterwerken steht vor einer großen Fensterfläche. Dahinter zwei Stühle mit unseren Jacken. Auf der dunklen Tischdecke links die Bücher der Kurt-Reihe, rechts die Sammelbände der Abartigen und mittig aufgereiht die zwölf Einzelbände. Vor denen liegt auch noch ein kleiner Stapel meiner Kurzgeschichtenbändchen. Zwischen den Büchern verteilt sind Zettel mit Leserstimmen und einige Stapel Lesezeichen.

Viele Aussteller hatten so tolle „Rollups“, hohe, schmale Plakate, die wie die alten Leinwände für Diashows hochgezogen werden können. Sie sehen die Dinger auf dem ersten Bild dieser Seite hinter einigen Tischen. So was hab ich mir bis jetzt nicht geleistet, da ich nie so recht weiß, was ich da draufpacken soll. Ich hab ja auf jeder Messe wieder neue Bücher dabei, es müsste also eher so ein allgemeines Bildchen sein.
Da ich aber auch nicht ganz ohne was zum Hinstellen sein wollte, hab ich wieder meine Pinnwand mitgenommen. Da kann ich dann einfach Plakate und so’n Zeug dranhängen. Und ich habe immer wieder gesehen, dass Leute sich das genauer angesehen haben.

Hier ist das Ding:

Eine mit weißem Stoff bespannte Pinnwand, die auf einer Staffelei steht. Links oben hängt ein Plakat von Kurt 1, rechts oben eines mit den zwölf Bänden der Abartigen und den vier Kurt-Bänden. Darunter zwei Ausdrucke mit Beschreibungen der Bücher und einer mit der Bitte, uns kleinen Autoren doch mit Sternchen und Bewertungen im Netz etwas unter die Arme zu greifen.

Um 10 begann die Messe, erst recht verhalten, aber dann kamen doch immer mehr Besucher. Ich denke, die haben eben erst mal unten im Erdgeschoss alles angeschaut und sind dann zu uns in den ersten Stock gekommen. Es gab viele nette Gespräche, ich durfte einige der ersten Kurt-Bände signieren und auch ein paar Kurzgeschichten-Bändchen. Der Verkauf hielt sich alles in allem aber doch eher in Grenzen. Nun gut, das ist auf jeder Messe anders. Und ich hatte ja leider auch nicht alles dabei (siehe oben das DPD-Fiasko).
Besonders schön waren die Besuche von zwei Fans. Ich bin so frei, sie so zu bezeichnen.
Andreas kenne ich aus dem Fediversum (Mastodon). Er kam letztes Jahr zur Augsbuch, nahm Band 1 der Abartigen mit und hat sich in dem Jahr seit damals bis Band 11 durchgefressen. War schön, ihn neben unserem virtuellen Austausch auch mal wieder persönlich zu treffen.
So richtig Gänsehaut hatte ich aber, als eine junge Frau an den Tisch kam, strahlend, geradezu enthusiastisch, und mir erzählte, dass auch sie letztes Mal den ersten Band gekauft hat, nun schon beim letzten ist und die Abartigen einfach großartig findet. Sie dankte mir sogar dafür, dass ich das geschrieben habe. Das musste sie unbedingt loswerden. Ich sag ihnen, ich hatte wirklich Gänsehaut. Das sind die Momente, die mir einfach wahnsinnig guttun. Vor lauter Glück hab ich Hiasl leider prompt vergessen, ein Bild mit ihr zu machen. Und mit Andreas hab ich auch keines. Ich bin da echt ein Vollpfosten in der Hinsicht. So ärgerlich.
Aber ich hab wieder mal einige wunderbare Erinnerungen an einen Messetag dank den beiden. Und natürlich auch dank den anderen Besuchern, denen ich etwas über meine Schreibe erzählen durfte und die teilweise ja auch was gekauft haben.
Kein Wunder also, dass ich zeitweise gegrinst hab wie ein Honigkuchenpferd. Siehe hier:

Ich sitze hinter dem Tisch und grinse grenzdebil in die Kamera. Vor mir steht Kurt 1, auf dem nämlicher etwa genau so intelligent grinst.

Jetzt bin ich gespannt, ob ich von den Käufern noch was lese, vllt. eine kleine Mail, vllt. eine Rezi bei Thalia, Amazon oder wo auch immer.

Georg war auch wieder da. Noch jemand aus dem Fediversum, der schon beim letzten Mal an meinen Tisch kam, um mir für den Hinweis dort auf die Augsbuch zu danken. Mein Geschreibsel ist nicht das, was er liest, aber dafür gibt’s ja andere Autoren, die anderes schreiben.
Die Auswahl war groß, natürlich viel Romance, darunter einiges der aktuellen Mode folgend als „queer“ beworben, aber auch Sachbücher, Krimis und so weiter. Die Phantastik hat aber bei weitem überwogen. Nicht allen gefällt das, bekommt man doch immer wieder zu hören: „Fantasy? Nein, so was les ich nicht“. Schon seltsam, immerhin gilt Goethes „Faust“ als eines der Meisterwerke der deutschen Literatur … und ist glasklare Fantasy. Aber ich denke, zumindest einen Herrn konnte ich davon überzeugen, dass Fantasy mehr sein kann als das, was er sich darunter vorstellt. Nämlich vermutlich Tolkien: Zwerge, Elfen, Trolle, Magier und Drachen. Er hat sich zumindest mal ein Lesezeichen mitgenommen und will sich meinen Kram etwas genauer ansehen. Mal abwarten.

Auch getroffen habe ich eine der Organisatoren der Ingolstädter Buchmesse Seitenzauber. Da habe ich mich für nächstes Jahr beworben, aber leider keinen Platz bekommen. Sie sagte, es gab so viele Anmeldungen, dass sie problemlos eine zweite Messe abhalten könnten. Noch größere Räumlichkeiten finden sie in Ingolstadt einfach nicht. Was sehr schade ist, denn laut einer Bekannten, die letztes Jahr dort war, rennen einem die Ingolstädter regelrecht die Türen ein. Wofür ich den Leuten da gleich mal ein dickes Lob aussprechen will.
Es gibt nun wohl die Überlegung, einen zweiten Termin aufzusetzen und all diejenigen zu berücksichtigen, denen sie für den ersten (und bislang noch einzigen) absagen mussten. Das wäre schon klasse. Ich würde mich tierisch freuen.

Gegen Ende wurde es dann seeeehr ruhig. Die letzte gute Stunde war fast nichts mehr los, und ich bin auf meinem Stuhl fast eingenickt. Aber das ging auch anderen so. Insofern waren wir dann doch froh, als es an den Abbau ging. Alles zusammenpacken, zurück ins Auto damit und heimwärts. Zum Ausklang des Tages noch ein Essen beim Kroaten, das war’s.

Tja, soweit also zur Augsbuch 2025. Nun bin ich gespannt, was Lucie, Claudia und die anderen nächstes Jahr auf die Beine stellen. Auf jeden Fall hab ich schon mal Interesse angemeldet. Sollten Sie in der Nähe wohnen: Schauen Sie doch dann mal vorbei!

Ältere Messe- und Lesungsberichte finden Sie übrigens hier auf meiner Homepage.

Sascha Raubal

Sascha ist Fantasy-Autor und hat bereits einige Werke im Kleinverlag sowie im Eigenverlag herausgebracht. Auf Productive Books tritt er als Autor auf und berichtet außerdem von verschiedenen Buchmessen. Auf seiner Webseite findest Du mehr Informationen zu ihm und seinen Büchern: https://www.sascha-raubal.de.

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