Am Samstag, dem 2. Mai, war Buchmesse in Ingolstadt. Im vorigen Jahr muss es da schon brechend voll gewesen sein, einige andere Autoren waren absolut begeistert. Umso mehr freute es mich, dass ich noch einen Nachrückerplatz bekommen habe. Den Tisch im Mittelfoyer teilte ich mir übrigens mit meiner lieben Kollegin und Freundin Petra Schmidt alias Rika Mohn.
Das Ganze fand im Stadttheater statt. Festsaal, Foyer und Mittelfoyer waren mit Ausstellern belegt, es gab also verdammt viel zu entdecken.
Hier der Haupteingang des Theaters – glaube ich. Da bin ich zumindest reingekommen:

Okay, sieht nicht grad anheimelnd aus, der alte Beton, ne? Soll wohl auch bald saniert werden. Aber das tat der Stimmung drinnen keinen Abbruch.
Brutal(st!!) für mich war allerdings, dass ich um halb fünf in der Früh aufstehen musste. Okay, ich habe (Dank an die Veranstalter!) den spätestmöglichen Aufbauslot zwischen acht und neun Uhr bekommen, aber das hieß trotzdem, um sechs loszufahren. Immerhin grüßte die Zugspitze da schon in klarem Morgenlicht herüber. Leider kann man hier nicht erkennen, wie schön sie angestrahlt wurde.

Im Voraus hatte ich mir eine Strecke ausgesucht, die mich ziemlich lange über Landstraßen führen sollte. Und, ganz wichtig, um München herum. Wer weiß, wie die Münchner Auto fahren, versteht das. Es sollte über Inning, an FFB und Dachau vorbei und dann bei Oberschleißheim auf die A92 gehen.
Tja … Sascha dachte, (irgendein) Gott lachte. Auf dem letzten Stück erwartete mich eine Umleitung. Nach München rein. Zur A99. Genau das hatte ich vermeiden wollen. Ein Glück, dass es Samstag früh gegen sieben noch recht ruhig auf den Straßen ist.
Nein, ich fahre nicht gerne Auto. Aber mit sieben Kisten voller Bücher bleibt einem nix anderes übrig.
Trotzdem pünktlich um acht angekommen, erwarteten mich so einige helfende Hände. Zum einen hatten die Veranstalter ein Helferteam auf die Beine gestellt, das uns bei Auf- und Abbau zur Seite sprang. Danke dafür sowohl an die Helfer als auch an Andrea und Frank, die Veranstalter. Zum anderen waren Petra Schmidt und ihr Mann bereits vor Ort, und Jürgen ist ja auch immer sehr hilfsbereit. Er nahm mir dann meine zweite Ladung Kisten ab, damit ich schon mal die Karre wegparken konnte.
Petra hatte ihre Deko schon aufgebaut, die Tischdecke war auch ihre, und so konnte ich gleich loslegen und brauchte nicht lange, bis alles stand. Ein halber Tisch ist natürlich etwas anspruchsvoller, als wenn man sich alleine auf einem ganzen ausbreiten kann, aber ich finde, wir haben es ganz gut hinbekommen, oder?

Die linke Seite gehörte Petra. Vorne sehen Sie ihre Tier-Fantasy, drei Bände von „Merlin und Princess“, sehr netten Geschichten um einen Hund und eine Katze. In zwei Anthologien ist sie auch vertreten (oder noch mehr, aber die beiden hatte sie dabei), einmal das „Drachenlachen – frech und fröhlich“ und einmal „Irische Märchen, Update 1.1“. Die Märchen sind ebenso wie ihr zauberhaft-spannendes „Verfluchtes Seelenbuch“ eher für Erwachsene gedacht, die Tiergeschichten und das Drachenlachen gehen schon ab etwa zehn Jahren. Das alles ist übrigens im Machandel Verlag erhältlich. Außerdem hatte sie noch zwei Bücher für kleinere Kinder dabei. „Ella von Hier erzählt“ ist eine süße Bildergeschichte für die ganz Kleinen (ach, da gibt’s sogar zwei Bände), und „Der kleine Goblin und das Mondscheinfest“ ist entweder zum Vorlesen oder für Leseanfänger ab acht geeignet. Bekommen Sie im Handel.
Rechts meine Machwerke, zum einen alle vier Teile der „Kurt„-Reihe um den Münchner Privatdetektiv mit den göttlichen Verbindungen, daneben Lias Wahrheit und die Sammelbände zu den Abartigen. Von meinem Kurzgeschichten-Bändchen und den als Block aufgestellten Einzelbänden sieht man praktisch nix. Nicht schlimm, die Besucher konnten alles sehen.
Wenn wir noch ein paar mehr Bücher rausbringen, könnte es allerdings eng werden … Und ich gedenke nicht, so bald mit dem Schreiben aufzuhören. Petra hoffentlich auch nicht.
Noch während des Aufbaus lernten wir unsere nette Nachbarin kennen: Henrike Runge. Petra und ich blödelten herum, wie wir es fast immer tun, schossen ein paar doofe Sprüche hin und her, und von Henrike kommt so ganz trocken: „Na, da bin ich ja ganz richtig hier.“ So sinngemäß. Hier ist sie:

Henrike schreibt ebenfalls Fantasy, mehr so in die High-Fantasy-Richtung. Sie hat aber auch eine Vampir-Romanze im Angebot, die sich allerdings selbst nicht so ganz ernst nimmt und recht selbstironisch daherkommt. Finde ich sehr sympathisch. Die sehen sie links. Rechts stehen die drei Bände ihrer „Chronik einer Kriegerkönigin“, die meinen Sammelbänden in Sachen Dicke problemlos Konkurrenz machen können.
Leider habe ich von ihr keine richtige Homepage gefunden, und Facebook/Insta verlinke ich nicht mehr.
Unser Tisch stand im Mittelfoyer, und zwar genau vor einer großen Glasfront. Hat uns sehr gefallen da, und die Luft am Nachmittag war dank einiger großer Türen, die nach draußen führten und weit geöffnet waren, auch gut atembar. Im Festsaal unten konnte man sie wohl irgendwann schneiden.
Hier der Blick zu einer der Türen. Da kommt ordentlich Frischluft rein:

Am leeren Tisch sehen Sie, dass das Bild noch weit vor Messebeginn aufgenommen wurde. Natürlich standen da später auch reichlich Bücher.
Das Angebot war gut gemischt, und das fand ich ziemlich gut. So verteilten sich auch die Interessenten besser an die verschiedenen Tische. Wer nach Romance Ausschau hielt, war woanders besser aufgehoben, Abenteuerliches und Lustiges gab’s eher bei uns. Das Konzept, alles bunt durcheinander anzubieten, gefällt mir weit besser, als so eine Art Genre-Ghettos zu schaffen – hier nur Fantasy, da nur Romance, da Krimi und da Sachbücher.
Um Viertel vor zehn, kurz vor Einlass der Besucher, gab’s noch eine Begrüßung durch Andrea und Frank, die Organisatoren der Messe. Dazu nutzten sie die Bühne im Festsaal, wie hier zu sehen:

Links auf der Leinwand sehen Sie Werbung für die Kinder- und Jugendbuchmesse am 3. Oktober in Hohenwart. Petra wird da übrigens auch vertreten sein.
Zu der Zeit standen schon Schlangen von Besuchern am Eingang und warteten auf Einlass. Sehr schön! Wir rechneten mit einer Art Stampede um zehn Uhr.
Ganz so überwältigend lief es dann aber doch nicht. Die erste halbe Stunde war kaum was los. Sehr wahrscheinlich haben sich alle erst mal den großen Festsaal angesehen, in den man vom Haupteingang aus eben als erstes gelangte. Danach kamen dann immer mehr Leute zu uns herauf und von da aus noch eine Treppe weiter zum Foyer. Ziemlich zu Anfang zum Beispiel zwei Hörbuchsprecher, dann ein junger Mann mit Katzenohren (so aufgesetzte Dinger natürlich, wir sind ja nicht in der Welt der Abartigen), der mich noch von Augsburg kannte. Ich hab ja so ein besch…eidenes Personengedächtnis, das ist der Horror. Eine junge Frau mit blauen Haaren kam auch immer wieder vorbei, und ich hab sie, glaube ich, mehrfach so angesprochen, als sähe ich sie zum ersten Mal. So langsam werde ich wohl doch debil (aber lassen Sie das nicht meinen Sohn hören, der behauptet das schon seit Jahren!). Sie war ja sehr angetan von den Abartigen, aber 45 oder 50 Euro für einen Sammelband sind halt schon eine Hausnummer. Erst mal 14 für den ersten Einzelband, um dann womöglich (also … eigentlich natürlich ganz sicher! 😉 ) doch die Sammelbände zu kaufen, fand sie auch doof. Am Ende hat sie sich entschlossen, erst mal ins eBook reinzuschnuppern. Drei Euro sind ja kein großes Risiko. Und dann entscheidet sie. Können Sie übrigens auch so machen. Nur als kleiner Hinweis … (hier bitte unschuldiges Pfeifen einfügen).
Am besten ging, wie eigentlich auf jeder Messe, Kurt weg. Zwei Kunden hab ich mir besonders gemerkt. Erst einer, der sich den Klappentext durchlas und das Buch dann seiner Frau hinhielt. „Schatz, schau mal, ob das was für mich ist.“ Das fand ich doch sehr ulkig. Die Gattin befand es durchaus geeignet für ihn, und da erspähte er ein kleines Schildchen auf dem Tisch: Ich darf laut meiner Verlegerin alle vier Bände zusammen für einen Reihenpreis von 35 Euronen verkaufen. Das ist um einiges weniger als die vier Einzelbände kosten, und bei so einem Reihen- oder Serienpreis gilt die Buchpreisbindung nicht. Tja … er hat dann einfach mal alle vier genommen. Yeah!
Und kurz vor Schluss kam ein Herr, der sich Kurt vorher schon mal angesehen hatte. Er sei ehemaliger Kriminalbeamter und wolle doch mal wissen, ob Kurt denn auch regelgerecht ermittele. Öhm … nö. Eigentlich nicht. Aber er ist ja auch Privatschnüffler. Und hat ganz besondere Unterstützung. Da kann er schon ein bisschen anders arbeiten, ne?
Sehr nett auch schon vor der Eröffnung eine junge Dame, die mit ihrem eigenen Stand da war. Sie wollte schnell Kurt 2 und 3 haben, für ihren Vater. Der hatte den ersten Band wohl bei einer der letzten Messen mitgenommen und für gut befunden. Schön!
Los war dann überall eine ganze Menge. Zu einigen Zeiten schoben sich so viele Leute durch die Gänge, wir hatten fast das Gefühl, in Leipzig zu sein. Ich glaube, auch all unsere Standnachbarn rundrum waren recht zufrieden. Und durch die Mischung kam man sich eben auch nicht groß ins Gehege. Gegenüber zum Beispiel war geradezu eine Mauer aus Romance der heftigen Art aufgebaut. Über zwei Tische hinweg Titel wie „Want me, Mister Tycoon“ und „I could never hate you – Berühre mich“. Wo ich schreiend davonrenne, standen eine ganze Menge sehr interessierte Leserinnen. Hier ist der Stand zu sehen, bevor die Messe losging:

So war eben für alle Geschmäcker gesorgt. Petra konnte sich ebenfalls über viele Interessenten freuen. Sehr süß zwei Mädchen so um die sieben, acht Jahre, die erst den ersten Band von „Merlin und Princess“ kauften – bzw. von Mama kaufen ließen – und später wiederkamen, um gleich noch den zweiten zu holen.
Ein Grund neben unserer Freundschaft, warum ich mir gerne mit Petra einen Stand teile, ist: Wir kennen nicht nur einander, sondern auch jeweils die Bücher des anderen. Sie hat alles von mir gelesen, da sie eine meiner Stamm-Testleserinnen ist, und ich hab manches von ihr gelesen. Den kleinen Goblin habe ich für sie als eBook gesetzt und dementsprechend auch gelesen, beim verfluchten Seelenbuch war ich Testleser, und aus Merlin und Princess kenne ich zumindest Passagen. Daher kann ich besten Gewissens und ganz ehrlich Empfehlungen dafür aussprechen, wie sie auch meine Sachen empfiehlt. Wir können uns da auch super die Leser zuspielen. Unsere Bücher sind ja doch recht unterschiedlich, das passt wunderbar. Wobei das Seelenbuch mit Kurt gemeinsam hat, dass es spannende und humorvolle Urban Fantasy ist.
Was die Deko angeht, haben sich übrigens einige Stände weit mehr Mühe gegeben als wir. In bin in solchen Sachen ja eh ein Vollpfosten, Petra hatte immerhin diese coole Idee mit dem Koffer gehabt. Aber schauen Sie sich mal diesen Stand hier an:

Das ist mal phantasievoll, was?
Hier übrigens ein Blick ein paar Treppenstufen rauf ins Foyer. Von da aus kam man auf die Ränge über dem Festsaal.

Da sind auch ganz viele Fenster, aber irgendwie war es da trotzdem viel dunkler als bei uns im Mittelfoyer. Doch immerhin, die Luft dürfte da auch am Nachmittag noch ganz gut gewesen sein. Hier mal ein Blick von den Rängen in den Hauptsaal hinunter:

Das Bild wurde noch vor der Eröffnung aufgenommen, deshalb sehen sie nur Aussteller. Sie können sich vorstellen, wie es da zu Stoßzeiten zuging. Nur künstliches Licht, schlechte Belüftung, und dann schieben sich da die Massen durch. Na danke. Aber in so einem großen Saal ließen sich natürlich auch die meisten Tische unterbringen.
Zwei Freundinnen von Petra schauten auch noch vorbei: Mone und Coco. Mone hat alle Bände meiner Abartigen. Aber sie hat noch nicht alle gelesen. Der Grund: Wenn sie sich da mal in Ruhe dransetzt, sind die Bücher an ein paar Tagen weggesuchtet. Na schön, das lasse ich als Ausrede gelten. 😉
Nach 16 Uhr wurde es dann doch merklich ruhiger, und ab halb 5 war im Prinzip alles rum, sodass wir doch schon vor 17 Uhr mit dem Abbau beginnen konnten. Während es für den Aufbau ja Zeitslot-Zuordnungen gegeben hatte, lief das dann alles eher ungeordnet ab. Aber allzu großes Chaos blieb aus. Ich karrte meine Kisten wieder ins Auto, schloss das dann noch für eine Viertelstunde an eine Schnelladesäule an und machte mich erschöpft, aber zufrieden wieder auf nach Hause. Diesmal wusste ich ja, dass die Landstraße gesperrt war, und hab die übliche Autobahnroute A9 – A92 – A99 – A96 genommen. Was mich prompt in den üblichen Stau dort brachte. Samstag Abend. Was zum Teufel machen die Leute da alle auf der Straße?? Na ja, zum Glück standen wir nicht komplett, sondern zuckelten einige Kilometer kaum über Schrittempo dahin. Was bei einem Stromer ja nicht so eine Spritverschwendung und Kupplungs-Quälerei ist wie bei einem altertümlichen Stinker. Auf dem Weg noch schnell was zu futtern geholt (Burger und Pommes, aber ganz sicher nicht beim Mac Doof), und kurz nach acht saß ich am heimischen Tisch.
Bleibt noch, mich bei Andrea und Frank für die tolle Organisation zu bedanken und bei Petra und ihrem Mann für die liebe Gesellschaft. Ach Mensch, apropos Petra: Hier sind wir beide an unserem Stand:

Nächstes Jahr wollen wir auf jeden Fall wieder in Ingolstadt dabei sein. Unsere Tisch-Anfrage ist schon raus.
Vorher haben wir allerdings noch was anderes vor. Schauen Sie mal hier:

Bzw. hier noch mal genauer aufgedröselt. Vielleicht sind Sie ja in der Nähe und haben Lust? Wir würden uns freuen.
Ältere Messe- und Lesungsberichte finden Sie übrigens hier auf meiner Homepage.
