Das rocken wir auch noch! (Angelika Schwarzhuber)
Vor gut zwei Jahren habe ich den Roman „Dich schaff ich auch noch“ von Angelika Schwarzhuber gelesen, der mir wahnsinnig gut gefallen hat. Nun ist endlich eine Fortsetzung erschienen, die man aber auch bestens lesen kann, wenn man den ersten Band noch nicht kennt, denn alles, was man aus der Vorgeschichte wissen muss, wird in den ersten Kapiteln erzählt, nämlich, dass Tilda sich nach der Trennung von ihrem Ex als Seniorenbetreuerin selbstständig gemacht hat. Sie springt ein, wenn pflegende Angehörige kurzfristig eine Betreuung für ihre Lieben brauchen. Und, das ist der besondere Service ihres Unternehmens, sie kümmert sich dabei auch noch um die geliebten Vierbeiner ihrer Klient*innen.
Tildas neuer Auftrag scheint auf den ersten Blick sehr einfach und noch dazu höchst erholsam zu sein: Sie soll Clementina und deren Pudel Layla auf einer Kreuzfahrt begleiten, welche Clementina von ihrer Familie zum Geburtstag bekommen hat. Was Tilda nicht weiß: Die pfiffige Seniorin hat ganz andere Pläne. Zwar brachte sie es nicht übers Herz, das Geschenk ihrer Familie abzulehnen, aber eigentlich hat sie im Reisezeitraum schon etwas anderes vor: Sie will unbedingt nach München. Denn dort findet das einzige Konzert der legendären Rockband „Jupiter’s Moons“ statt – einer Band, die in den 1970ern weltbekannt wurde, dann im Streit auseinanderging und nun für ein allerletztes Konzert noch einmal gemeinsam auf die Bühne zurückkehrt.
Clementina hat gute Gründe, warum sie dieses Konzert und vor allem das anschließende Meet & Greet auf keinen Fall verpassen will. Doch bevor sie Tilda diese Gründe anvertraut, versucht sie zunächst mit allerlei Tricks, die geplante Kreuzfahrt zu sabotieren, und bringt Tilda damit gehörig ins Schwitzen. Als Tilda jedoch von Clementinas Beweggründen erfährt, ist sie sofort bereit, der liebenswerten alten Dame zu helfen. Allerdings bringt sie ihre Hilfsbereitschaft ordentlich in die Bredouille, denn Tildas Auftraggeber ist Clementinas Sohn und der wähnt seine Mutter, Hund Layla und Tilda auf einem Kreuzfahrtschiff auf der Adria und erwartet von dort regelmäßige Berichte samt Fotos …
Ich bin ja schon seit langem ein großer Fan der Romane von Angelika Schwarzhuber, aber diesmal hat sie sich wieder selbst übertroffen! Die Handlung ist von der ersten Seite an temporeich, turbulent, spannend und dabei so warmherzig, dass ich förmlich dahin geschmolzen bin. Wie cool ist bitte Clementina? Und ihre Geschichte ist so rührend, dass ich stetig mitgefiebert habe, denn natürlich gibt es etliche Hindernisse auf dem Weg zu dem ersehnten Konzert. Erzählt wird diese Geschichte in einigen Rückblenden, dabei geht es zu den ersten Auftritten von „Jupiter’s Moons“ in München in den 1970ern – und da gibt es auch ein Wiedersehen mit der fiktiven „Angies Bar“, die in dem Roman „Beat Girls“, den die Autorin unter dem Pseudonym Anika Schwarz geschrieben hat, eine wesentliche Rolle gespielt hat.
Dies war ein Roman, den ich regelrecht durchgesuchtet habe. Ich konnte ihn kaum weglegen und wenn ich das doch mal aus Termingründen tun musste, dann habe ich dem Moment, ab dem ich endlich weiterlesen konnte, richtig entgegengefiebert. Deshalb zu meiner absoluten Leseempfehlung noch der Tipp: Fangt das Buch am besten an einem Wochenende an, an dem ihr sonst nichts anderes vorhabt, so dass ihr Zeit habt, nonstop zu lesen. Und wer mag, kann dann auch gleich die leckeren Rezepte nachkochen, die im Buchanhang enthalten sind.
Fazit: Wenn ich diesem Buch nicht eh schon fünf Sterne geben würde, dann gäbe es definitiv auch noch einen extra Stern für das wunderbare Cover. Ich liebe es! Und ich hoffe sehr, dass es mit dieser Geschichte weitergeht und noch viele weitere Bände rund um die sympathische Tilda und ihre Agentur folgen werden. Ich jedenfalls könnte so eine Tilda auch sehr häufig gut gebrauchen!
