Meike Dannenberg - Autorinnenvorstellung
Heute möchte ich euch die sehr sympathische Meike Dannenberg vorstellen.
Liebe Meike, herzlichen Dank, dass du heute mein Gast bist. Ich freue mich sehr, dich hier begrüßen zu dürfen.
Neugierig auf die Autorin?
Dann lest weiter.Ich wurde 1974 in Bremen geboren, aufgewachsen bin ich im Hamburger Schanzenviertel. Noch bevor es zum international bekannten Szene-Hotspot wurde, war es dort sehr lebendig, meine Mutter hatte mit zwei Frauen ein alternatives Café. In dem gab es auch ein kleines Programmkino.
Diese Zeit, unorthodox, voller Menschen, mit Live-Musik im begrünten Hinterhof, hat mich geprägt. Im Sommer fuhren wir häufig mit einem Bulli nach Griechenland, campten bei Fischern auf einer Wiese. Ich bin mit meinem Mann und unserer Tochter vor einigen Jahren in diese Bucht zurückgekehrt. Es gab Ältere dort, die erinnerten sich noch an meine Eltern. Eines der Fotos, das ich mitbrachte, zeigte das einzige existierende Abbild der Eltern einer Frau. Wir haben beide geweint.
Warum erzähle ich das? An diesem Strand überwältigte mich als Kind die Liebe zur Literatur. Die Bücher von Astrid Lindgren und Kurt Held hatte ich bereits auf der Fahrt gelesen. Blieb die Lektüre meiner Mutter. Es war so heiß, man konnte sich kaum bewegen, unter einem Feigenbaum las ich „Das Geisterhaus“ und „Die Herrin vom Nil“ wieder und wieder. Es war um mich geschehen. Die Kinderbibliothek war bereits weidlich ausgeschöpft, jetzt war die Erwachsenenbibliothek dran. Warum erzähle ich das?
Weil dieses Leben in einem so alternativen Kontext, in einer Wohnung voller Bücher, mich darauf vorbereitete, hinzusehen, intensiv zu fühlen, um die Ecke zu denken, aber nicht unbedingt zu verstehen, wie man konventionell das Richtige sagt oder tut. Weil Bücher mir Welten eröffneten, in die ich fliehen konnte, wenn alles zu verwirrend war.
Meinen ersten Roman begann ich mit elf, aber da hatte ich Allende schon gelesen und betrachtete kritisch, viel zu kritisch, meine eigenen Worte.
Und als Kleinkind hatte ich bereits kahle Stellen im Kopfhaar, als Teenagerin wurde daraus Alopecia totalis, wie ich sie noch heute habe. Die Literatur gab mir Halt, doch wirklich gefunden habe ich mich erst, als ich endlich, viel später, die Zweifel überwand und selbst Geschichten zu schreiben begann.
Der Weg führte über Journalismus, auch über Literatur, ich bin seit bald zwanzig Jahren Mitarbeiterin des BÜCHERmagazins. Aber erst als unsere Tochter geboren wurde, nahm ich ernst, wie sehr ich meine eigenen inneren Welten kennenlernen wollte.
Kriminalromane geben mir die Möglichkeit, die Dunkelheit zu begreifen, sie einzuhegen. Gleichzeitig bleiben das unfassbare Blau des Mittelmeeres, die Liebe zur Natur und das Glück unter dem Feigenbaum Teil meines Schreibens. Dafür bin ich dankbar, ebenso allen, die an dieser Reise teilhaben und mir so das Privileg schenken, immer tiefer und weiter in mein persönliches Meer der Geschichten rauszuschwimmen.
Foto © Phil Porter
Bücher:
- Die Ärztin Bd. 1 – Gefährliche Nachtschicht, Lübbe 2024
- Die Ärztin Bd. 2 – Gefährlicher Besuch Bd. 2, Lübbe 2026
- Blumenkinder, btb, 2016
- Gefährdet, btb 2019
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