Was das alles soll (Thomas-Roman Eder)
„Es geht nicht darum, den Sinn des Lebens zu finden,…
…sondern dem Leben einen Sinn zu geben.“
Thomas-Roman Eders literarisches Debüt „Was das alles soll“ ist ein stiller, düsterer und zugleich berührender Roman über Isolation, Angst und die Sehnsucht nach Sinn. Seit 25 Jahren lebt der namenlose Erzähler zurückgezogen in seiner Wiener Wohnung, gefangen in Routinen, Gedankenketten und einer tiefen Abneigung gegenüber der Welt. Erst der unerwartete Besucher Ketter bringt die sorgsam errichtete Ordnung ins Wanken.
Mit langen, verschachtelten Sätzen erschafft Eder eine intensive Innensicht, die den wirren, rastlosen Gedankenstrom seines Protagonisten spürbar macht. Zwischen existenziellen Fragen, kulturpessimistischen Beobachtungen und melancholischer Einsamkeit entfaltet sich eine Geschichte, die ebenso beklemmend wie faszinierend wirkt. Besonders eindrucksvoll ist dabei die psychologische Tiefe: Der Rückzug des Erzählers erscheint gleichermaßen als Schutz vor Verletzung wie als selbst errichtetes Gefängnis.
Fazit: Der Roman lebt weniger von Handlung als von Atmosphäre — dunkel, traurig und von stiller Emotionalität durchzogen. Wie ein leiser Schattenmärchen erzählt er von Menschen, die an der Welt verzweifeln und dennoch nach Hoffnung suchen. Ein sprachgewaltiges Debüt, das nachhallt.
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