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Liebesrausch – Charlotte von Feyerabend

„We do not see things as they are, we see them as we are.“ – Anaïs Nin

„Das Schreiben ist das Einzige, was den Ungereimtheiten im Leben Sinn einflößen kann…“

Charlotte von Feyerabend lässt uns in „Liebesrausch“ in die Pariser Welt um das Jahr 1931 eintauchen und erzählt uns autobiografisch das „ungezügelte und skandalumwitterte Liebesleben“ der beiden Schriftsteller Anaïs Nin und Henry Miller. Anaïs versucht das Leben mit alle ihren Sinnen auszukosten: „Die Welt entdeckte ich am liebsten zwischen den Deckeln eines Buches. Bücher konnten diese Leere in mir ausfüllen, die mich immer wieder von innen heraus aufzufressen drohte.“ An ihr haftet eine „klebrig-süße Melancholie“; Henry jedoch berauscht sie und bringt Leichtigkeit in ihr Leben: „Spaß und Leichtigkeit. Und das brauchte man, um sich lebendig zu fühlen. Leichtigkeit.“ Durch die Zerrissenheit ihrer Persönlichkeit wirkt sie verloren, sucht Zuflucht, glaubt dass Henry und sie ein Geist eint, der in zwei Körpern wohnt. Doch während die beiden das Leben mit allen Sinnen zu fassen versuchen, führt Anaïs auch ein konventionelles Parallelleben mit ihrem Ehemann Hugo: „Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.“ Die Autorin versteht es, die „Innenwelt ihrer Protagonisten zu erleuchten“ und ihr Schreibstil ist kreativ und bildgewaltig. Henry vergöttert Anaïs geradezu: „Mit ihren dunklen, unendlichen Augen, die an Märchen aus Tausendundeine Nacht erinnerten, vermischt mit Kakao, Lakritze einer Prise Zimt.“ Er liebt Paris und lässt seiner Fantasie freien Lauf, schlenderte durch die Gassen „so dass ihn frei umher schwebende Geschichten finden konnten. …Es gab bereits genug Schatten und Regenphasen in seinem Leben, über die er schreiben konnte…“ Auch er ist gefangen in seinen grenzenlosen Exzessen: „Sagte nicht André Gide, es sei besser für das, was man ist, gehasst zu werden, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.“ Anaïs verarbeitet ihre emotionale Hemmungslosigkeit in ihren Tagebüchern, in die uns faszinierende Einblicke gewährt werden und es stellt sich einmal mehr die Frage: „Wie weit darf die eigene, ungezügelte Leidenschaft gehen?“

„Und wollen wir nicht als Leser in die Erfahrungswelt anderer eintauchen, umso quasi die Möglichkeit zu haben, mehrere Leben leben zu können…“

❤️❤️❤️❤️❤️ | 5

Nina Albert

Hey, mein Name ist Nina und ich lese für mein Leben gern. Bücher ziehen mich magisch an, ich lese so gut wie alle Genre, denn ich mag es bunt gemischt. Kinderbücher nehme ich gemeinsam mit meiner kleinen Schwester unter die Lupe. Mein Blog findet ihr auf Insta unter https://www.instagram.com/kanina_chen.

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