Vorpubertät bei Jungen (Nina Waldegg)
„Hinter jeder zugeschlagenen Tür wartet ein Junge, der verstanden werden möchte.“
Die Vorpubertät ist wie eine kleine Brücke zwischen Kindheit und Jugend – und manchmal fühlt es sich für Eltern an, als würde diese Brücke plötzlich wackeln. Genau hier setzt Nina Waldegg mit „Vorpubertät bei Jungen“ an und zeigt mit viel Verständnis, was zwischen etwa 9 und 12 Jahren im Inneren eines Jungen geschehen kann.
Besonders gefallen mir die 54 konkreten Werkzeuge. Statt allgemeiner Ratschläge wie „Bleib gelassen“ liefert das Buch Satzstarter, Sofort-Strategien und Notfallpläne für die Momente, in denen Türen knallen, Wut hochkocht oder der Rückzug ins Gaming wichtiger scheint als jedes Gespräch. Dadurch wird der Ratgeber zu einem praktischen Begleiter, den man nicht nur liest, sondern im Familienalltag wirklich gebrauchen kann.
Dabei schaut Waldegg hinter das sichtbare Verhalten: Gehirn, Hormone, Freundschaften, Männlichkeitsbilder und Gefühle werden verständlich erklärt, ohne in trockenes Fachchinesisch abzudriften. Besonders wertvoll finde ich, dass auch Themen wie Sexualität, Gaming, Fremde im Spiele-Chat und männliche Vorbilder ihren Platz bekommen.
Fazit: Für mich ist dieses Buch deshalb weit mehr als ein Erziehungsratgeber. Es erinnert daran, dass hinter einem „Lass mich in Ruhe!“ nicht selten ein Junge steckt, der seinen eigenen Weg sucht und trotzdem Halt braucht. Ein einfühlsamer, moderner und ausgesprochen praxisnaher Begleiter für eine Zeit, in der aus kleinen Jungen langsam große Persönlichkeiten werden.
👦🏻👦🏻👦🏻👦🏻👦🏻 | 5
