Morgen kommt die Weihnachtsfrau (Gisa Pauly)

Morgen kommt die Weihnachtsfrau (Gisa Pauly)

Morgen kommt die Weihnachtsfrau (Gisa Pauly)

Blogger: Susanne Edelmann
Datum: 22. September 2026
Kategorie: Belletristik, Cozy Crime / Regionalkrimis, Krimis und Thriller

Im April ist mit „Windjammer“ der 20. Fall für Mamma Carlotta aus der Feder von Gisa Pauly erschienen. Außerdem wurde zum Jubiläum auch ein Weihnachtskrimi angekündigt, der am 11. September veröffentlicht wurde. Klar, dass ich auch diesen unbedingt lesen musste – und zwar gleich, obwohl es bei uns zu der Zeit, als ich mein Rezensionsexemplar erhielt, noch knapp 30 Grad hatte! Aber ich konnte das Wiedersehen mit Mamma Carlotta und der Sylter Familie Wolf einfach nicht länger abwarten. 😉

Zum allerersten Mal verbringt Carlotta die Weihnachtszeit nicht zuhause in Umbrien, sondern auf Sylt bei der Familie ihres Schwiegersohns Erik Wolf. Sylt im Winter übt einen ganz besonderen Reiz aus: Es ist kalt, es schneit, die Welt scheint innezuhalten – und sogar Carlotta verstummt ausnahmsweise angesichts der winterlichen Nordsee.

Zum Glück aber nur kurz, denn in Westerland tobt ein Konflikt, dem sie nicht ausweichen kann und will: Wie jedes Jahr wurden einige Honoratioren der Insel dazu verpflichtet, als Weihnachtsmänner auf dem Westerländer Wintermarkt aufzutreten und dabei Spenden für den guten Zweck zu sammeln. Dabei handelt es sich ausnahmslos um Männer. Und das will Lene Christ, Inhaberin einer Frauenfahrschule, unbedingt ändern: Sie ruft Sylter Frauen dazu auf, als Weihnachtsfrauen ebenfalls Spenden zu sammeln. Der Weihnachtsfrau mit dem höchsten Spendenergebnis winkt zudem ein Gutschein für kostenlose Fahrstunden.

Ehe Carlotta einmal „buon natale“ sagen kann, steckt sie im Kostüm und ist mit der Spendenbüchse unterwegs – in direkter Konkurrenz zu Erik, der als Weihnachtsmann zwangsverpflichtet wurde, aber eigentlich gar keine Lust auf den Job hat und die Konkurrenz entsprechend gelassen sieht. Die übrigen Weihnachtsmänner reagieren weitaus empfindlicher, es kommt zu einem regelrechten Krieg zwischen Weihnachtsmännern und -frauen, der auch das fragwürdige Frauenbild so manches Mannes zum Vorschein bringt.

Ganz nebenbei hat die Polizei es auch noch mit einer Diebstahlserie im Seniorenheim zu tun und als Carlotta dort Spenden sammelt, macht sie eine entscheidende Entdeckung. Natürlich kann sie der Verlockung nicht widerstehen, ein wenig Schicksal zu spielen …

Wie erwähnt, habe ich diesen Weihnachtskrimi bei 30 Grad im Schatten gelesen, aber dennoch konnte ich mir die weihnachtliche Atmosphäre auf Sylt sofort bildlich vorstellen. Die verschneiten, rutschigen Straßen, die blinkenden Lichter der Adventsdekoration, die Buden auf dem Wintermarkt, der Duft des Glühweins und der Strand, der in der Kälte knirscht … all das ist so wunderbar beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, ich wäre dort. Sogar Erik, dem schweigsamen Friesen, wird in dieser Weihnachtszeit beinahe besinnlich und melancholisch zumute!

Schön fand ich, dass dieser Weihnachtskrimi ohne Leiche auskommt und dass es zu einem versöhnlichen, wenngleich augenzwinkernden Ende kommt. Ich fühlte mich gut unterhalten, hatte lange Zeit keine Ahnung, wer hinter den Diebstählen im Seniorenheim steckt und was es wirklich mit dem Geheimnis auf sich hat, das Carlotta unbedingt aufklären will. Auch die Situationskomik kommt, wie bei dieser Krimireihe üblich, nicht zu kurz.

Ein klein wenig irritiert hat mich, dass Carlottas hartnäckiger Verehrer, der italienische Wirt Giovanni, bei dem Carlottas Enkel Felix eine Kochlehre begonnen hat, diesmal mit keinem Wort erwähnt wurde. Er spielte für die Handlung auch keine Rolle, aber da dieser Weihnachtskrimi nach „Windjammer“ erschienen ist und die Geschichte der Familie in dieser Krimireihe üblicherweise chronologisch weitererzählt wird, hat mich sein völliges Fehlen doch ein wenig gewundert. Man hätte ja zum Beispiel mit einem Satz erwähnen können, dass er über Weihnachten nicht auf der Insel ist. Jedenfalls merke ich daran, dass mir das Stammpersonal der Mamma Carlotta-Krimis inzwischen so ans Herz gewachsen ist, dass ich mir gleich Gedanken mache, wenn mal eine der Figuren fehlt.

Fazit: Ein herrlicher cosy Weihnachtskrimi, den man auch sehr gut lesen kann, wenn man die anderen Mamma Carlotta-Krimis nicht kennt. Für Fans der Serie ist es ein wunderbares Wiedersehen. Und eine unterhaltsame, spannende Lektüre sowieso.


Susanne Edelmann
Freie Journalistin mit Leidenschaft für Lokalberichte, Reisen und vor allem für Bücher. Auf meinem Blog, der seit 2014 existiert, teile ich Buchrezensionen, Reiseberichte sowie Erlebnisse von zuhause und unterwegs. Hier geht es zu meiner Webseite: https://www.susanne-edelmann.de und hier zu Instagram: https://www.instagram.com/susanne_edelmann/
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