In einem Land nach unserer Zeit - Die Reisende (Anette Schaumlöffel)
„Wo eine Welt endet, kann Hoffnung Wurzeln schlagen“
„In einem Land nach unserer Zeit – Die Reisende“ von Anette Schaumlöffel ist eine wunderbar ungewöhnliche Zukunftsreise, die dort Hoffnung sät, wo andere Geschichten nur Trümmer sehen. Fünfhundert Jahre nach einer Klimakatastrophe erwacht Ragin in einer Welt, die unsere Zeit längst hinter sich gelassen hat. Als sie einem Hilferuf folgt, wird aus einem kurzen Aufbruch eine Reise durch wilde Landschaften, fremde Gemeinschaften und überraschende Lebensentwürfe – begleitet von Katze Alice, die der Geschichte eine besonders warmherzige Note schenkt.
Mich begeistert vor allem der Solarpunk-Gedanke: Statt düsterer Endzeitstimmung begegnet uns eine Erde, die wieder atmen gelernt hat. Die Natur ist zurückgekehrt, Menschen suchen neue Wege des Zusammenlebens und zwischen Abenteuer und leisen Momenten schimmert immer wieder die Frage hindurch, was wir aus unseren heutigen Fehlern lernen könnten. Ragin ist dabei keine makellose Heldin, sondern neugierig, mutig und wunderbar menschlich. Bildhaft, angenehm leicht und mit feinem Humor erzählt, wird ihre Reise zu einem hoffnungsvollen Gedankenexperiment.
Fazit: Ein Zukunftsroman wie ein grüner Trieb zwischen alten Ruinen – zart, klug und voller Zuversicht.
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