Der Fluch von Himmelsmoor (Dirk Geistlinger)
„Wo das Moor schweigt, beginnt der Mut zu sprechen“
„Der Fluch von Himmelsmoor“ von Dirk Geistlinger hat mich vom ersten Schritt auf den Galgenberg an in seinen Bann gezogen. Im eisigen Dezember 1979 wird aus einem scheinbar verschlafenen Dorf ein Ort, an dem alte Schuld, verdrängte Geheimnisse und übernatürliches Grauen erwachen. Besonders stark ist die dichte, beinahe greifbare Atmosphäre: Vertraute Orte verwandeln sich in Albträume, ein Glöckchen genügt für Gänsehaut und hinter dem winterlichen Himmelsmoor scheint eine zweite, dunklere Wirklichkeit zu lauern.
Doch das Herz der Geschichte sind für mich die Jungen. Sie sind keine fertigen Helden, sondern verletzlich, einsam und voller Ängste. Gerade daraus wächst ihre Stärke. Besonders Uwe mit seiner berührenden Verbindung zu Champ und der sensible Rudi sind mir ans Herz gegangen. Letzterer zeigt auf schmerzhaft schöne Weise, dass eine vermeintliche Schwäche zur größten Superheldenkraft werden kann.
Fazit: Der bildhafte Schreibstil lässt die Seiten dahinfliegen und verbindet Retro-Horror, Coming-of-Age und Freundschaft zu einem schaurig-schönen Abenteuer. Ein Roman wie ein Winterabend im Moor: bitterkalt und dunkel – und doch leuchtet darin ein kleines, warmes Licht namens Freundschaft.
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