Nach 21 Jahren geht Juergen Boos von Bord. Die Frankfurter Buchmesse 2026 war seine letzte als Direktor. Zum Auftakt gab er der Branche noch einen Satz mit auf den Weg: Permanentes digitales Spektakel lenkt uns vom Denken ab. Ein mutiger Satz für jemanden, der die Messe gerade selbst zum Erlebnis umgebaut hat. Vielleicht ist genau diese Spannung sein Vermächtnis.
Abschiede ziehen sich durch diese Ausgabe. Gleich drei Reihen finden ihr Ende. Anna Benning schließt mit To Break a God ihre Götterlich-Saga ab. Lisa Graf vollendet ihre Lindt-&-Sprüngli-Trilogie, und die Geschichte endet dort, wo heute ein Weltkonzern steht. Mit Pioneers of Mars schließt Alexander Wolfsland die Marsgirl-Chroniken ab, und zwar ohne Bösewicht und ohne Endkampf. Der letzte Satz gehört einer Tomate. Mehr verraten wir nicht.
Was macht ein gutes Ende aus? Es erklärt nicht alles. Es löst ein, was am Anfang versprochen wurde. Eine Zeichnung aus Band 1 findet ihre Erfüllung. Eine Gründerfamilie findet ihren Partner. Eine Heldin trifft endlich ihre Entscheidung. Wer eine Reihe von Anfang an begleitet hat, spürt in diesen Momenten, warum sich das lange Lesen gelohnt hat.
Manchmal geht eine Reihe aber auch einfach weiter, und das ist ebenso schön. Kommissar Merana ermittelt in Salzburg bereits zum 13. Mal. Nicht jeder Fall überzeugt unsere Rezensentin restlos, und trotzdem bleibt sie dabei. So entsteht Leserinnentreue: Sie wächst über viele Bände und hält auch ein schwächeres Kapitel aus. Auch das Krawallkehlchen ist bereits im dritten Buch unterwegs.
Daneben stehen die Anfänge. Sanna Falckner schickt ihre Installateurin Lena bald in den zweiten Fall. Mo Enders eröffnet mit What’s Written in Blood eine neue Dilogie und lässt uns mit einem Cliffhanger zurück. In unseren Autorenvorstellungen erzählen Quereinsteiger, wie sie vom Film, vom Bau oder von der Musik zum Roman gekommen sind. Für sie alle ist das erste Kapitel gerade erst geschrieben.
Auch die Buchmesse blättert um. 2027 ist Chile Ehrengast, die Messe findet vom 6. bis 10. Oktober statt. Unseren ausführlichen Rückblick und die fünf wichtigsten Buchtrends für den November findet ihr im Feuilleton.
Jedes Ende ist also auch ein Übergang. Welches Reihenfinale hat euch zuletzt bewegt, und welches hat euch enttäuscht? Schreibt es uns.
Viel Freude beim Lesen
Peter Brendt
Credit Cover: Marc Jacquemin, Frankfurter Buchmesse
Rezensionen
Echt, ehrlich und von uns gelesen: Engagierte Buchblogger durchforsten jeden Monat die Neuerscheinungen nach den Titeln, die wirklich hängen bleiben. Hier findest du keine PR-Texte, sondern persönliche Empfehlungen für dein nächstes Lese-Highlight.
Historische Romane
Lindt & Sprüngli 3 (Lisa Graf)
Von Susanne Edelmann •
17. Oktober 2026 • Werbung – Rezensionsexemplar • 3 Min. Lesezeit
Das Warten hat ein Ende: Endlich ist die Lindt & Sprüngli-Saga von Autorin Lisa Graf vollendet! Nach „Zwei Familien, eine Leidenschaft“ (Oktober 2024) und „Zwei Rivalen, ein Traum“ (Oktober 2025) ist nun mit „Zwei Dynastien, ein Vermächtnis“ der dritte und letzte Teil dieser spannenden Romanserie erschienen. Die Geschichte spielt in den Jahren 1882 bis 1909, in einer Zeit des Wandels und der Erfindungen: Telefone, Telegrafen, Wasserklosetts und andere Annehmlichkeiten halten mehr und mehr Einzug auch in Privathäusern, in den Städten fahren Trambahnen, die zunehmend elektrisch betrieben werden, immer mehr Zugverbindungen nehmen ihren Betrieb auf.
In Zürich findet die große Landesausstellung statt, in der Schweizer Erfindungen und Errungenschaften der Öffentlichkeit präsentiert werden. Auch die großen Schokoladenhersteller haben dort ihre Stände. Neben dem Zürcher Unternehmen Sprüngli ist auch Rodolphe Lindt mit einem (vergleichsweise bescheidenen) Stand vertreten, nachdem Binia beharrlich auf ihn eingeredet hat, dass er sich dort präsentieren müsse. Eigentlich hat Rodolphe dazu gar keine Lust, zu groß ist seine Angst, dass seine Konkurrenten nichts unversucht lassen werden, um hinter das Geheimnis seiner besonders cremigen Schokolade zu kommen. Niemand ahnt bisher, dass dies an der Conche liegt, die er 1897 erfunden hat.
Doch der Erfolg seiner Erfindung setzt Rodolphe Lindt zunehmend unter Druck, denn während die übrigen Schokoladenhersteller expandieren und ihre Waren auch außerhalb der Schweiz verkaufen, bleibt die „Chocolat Lindt créé à Berne“ klein und überschaubar. Lindt hat weder den Ehrgeiz und Biss noch die finanziellen Mittel, um sein Unternehmen zu vergrößern. Schließlich lässt er sich sogar zu dem Satz „Ich hasse meine Erfindung“ (Zitat) hinreißen. Doch ihm wird klar, dass er irgendwann die Weichen für die Zukunft stellen muss – da kommt die Familie Sprüngli aus Zürich ins Spiel …
Die lange, teilweise zähe Entstehungsgeschichte des heutigen Erfolgsunternehmens, das gerade in den Anfangsjahren der Fusion mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, nimmt natürlich den weitaus größten Raum im Roman ein. Daneben wird aber auch die Geschichte von Binia weitererzählt und anhand weiterer Frauenfiguren aus dem Umfeld der Familie Sprüngli wird auch das Thema Frauen und Frauenrechte ganz allgemein behandelt. So war ich überrascht zu lesen, dass Kaffee damals offenbar ein reines Männergetränk war – heute undenkbar, oder? Viel schwerer wiegt aber die Tatsache, dass damals zwar die ersten Frauen ein Studium absolvieren durften, es ihnen jedoch verwehrt wurde, später im erlernten Beruf zu arbeiten. Auch die Rechte der Arbeiter und Arbeiterinnen und ihr Kampf für gerechteren Lohn und moderatere Arbeitszeiten wird thematisiert.
So habe ich auch bei diesem dritten Band wieder viel gelernt und mit den Figuren mitgefiebert. Wenn man bedenkt, dass die Lindt & Sprüngli AG heute ein erfolgreiches Unternehmen mit einem der höchsten Aktienkurse weltweit ist, dann ist diese Tatsache umso beeindruckender, wenn man die bescheidenen Anfänge in Zürich und vor allem in Bern kennt – ich werde Lindt-Schokolade künftig sicher noch bewusster genießen.
Apropos: Ich muss Euch eindringlich warnen! Es bleibt nicht aus, dass man beim Lesen grooooßen Appetit auf Schokolade entwickelt. Zu ausführlich und atmosphärisch sind die Schilderungen, wenn es um den zarten Schmelz, den köstlichen Duft und die cremige Konsistenz der Lindt-Schokolade geht.
Fazit: Ein gelungener Abschluss der Trilogie, der sich allerdings am besten liest, wenn man die beiden Vorgängerbände auch schon kennt. Tipp: Eignet sich auch ganz hervorragend als Weihnachtsgeschenk, natürlich am besten mit einer Schachtel Lindt-Pralinen.
Susanne Edelmann
Freie Journalistin mit Leidenschaft für Lokalberichte, Reisen und vor allem für Bücher. Auf meinem Blog, der seit 2014 existiert, teile ich Buchrezensionen, Reiseberichte sowie Erlebnisse von zuhause und unterwegs.
Hier geht es zu meiner Webseite: https://www.susanne-edelmann.de
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Ein Hauch von Weimar (Christian M. Mann)
Von Nina Albert|Historische Romane|15. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|2 Min. Lesezeit
„Wo der Glanz verblasst, beginnt die Wahrheit“ Berlin, 1930: Eine Stadt im Rausch ihrer Möglichkeiten, in der die Lichter der Premieren funkeln, während sich hinter den prachtvollen Fassaden bereits dunkle Schatten ausbreiten.
Mit „Ein Hauch von Weimar: Aus der Zeit gefallen“ entführt Christian M. Mann in eine Epoche zwischen kultureller Blüte, politischer Verführung und dem schleichenden Zerfall demokratischer Gewissheiten.
Im Mittelpunkt steht Helene Schneider, eine junge Journalistin, die sich in einer Männerwelt behaupten und ihren eigenen Blick auf die Ereignisse verteidigen muss. Zwischen dem verlässlichen Paul und einem geheimnisvollen Fremden gerät sie in einen Strudel aus Faszination, persönlichen Konflikten und gesellschaftlichen Verwerfungen. Gerade diese Verknüpfung von menschlichen Schicksalen und historischem Umbruch macht den Roman für mich so reizvoll.
Besonders gefällt mir, wie die Vergangenheit hier lebendig wird: nicht als verstaubtes Geschichtskapitel, sondern als schillerndes Bühnenbild, auf dem Hoffnung und Gefahr miteinander tanzen. Die sorgfältige historische Recherche verleiht der Handlung Tiefe, während Helenes Weg zum Nachdenken über Haltung, Wahrheit und Verantwortung anregt.
Fazit: Ein Roman, der den Glanz einer vergangenen Welt einfängt und zugleich deren Risse sichtbar macht. Für mich liegt seine Stärke darin, dass er daran erinnert, wie leise sich Zeiten verändern können – bis aus einem kaum wahrnehmbaren Hauch ein Sturm wird.
5 | 5
Nina Albert
Hey, mein Name ist Nina und ich lese für mein Leben gern. Bücher ziehen mich magisch an, ich lese so gut wie alle Genres, denn ich mag es bunt gemischt. Kinderbücher nehme ich gemeinsam mit meiner kleinen Schwester unter die Lupe. Mein Blog findet ihr auf Insta unter https://www.instagram.com/kanina_chen.
Alles wird Asche (Nele Neuhaus)
Von HelgasBuecherparadies|Krimis und Thriller|17. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|2 Min. Lesezeit
Kaum ist Pia wieder aus ihrem Sabbatical zurück, wartet schon ein absolut spektakulärer Fall auf sie. Im Rohbau eines Frankfurter Hochhauses wird eine Leiche gefunden.
Ein Mann hat sich mit dem Fuß in einem Seil verfangen und ist qualvoll erstickt. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Opfer, denn weitere Morde folgen kurz darauf. Die erste heiße Spur führt das Ermittlerteam zu dem verunglückten Patrick Brinkhoff, der eine bahnbrechende KI entwickelt hat. Die Liste der Verdächtigen ist lang und das Rätselraten beginnt.Ich bin erst mit diesem Teil in die Reihe eingestiegen und kam erstaunlich gut zurecht. Das Buch hat mich von der ersten Seite an begeistert. Zum einen liegt das an dem extrem aktuellen Thema Künstliche Intelligenz und zum anderen an dem wirklich tollen Schreibstil, der einen sofort in die Geschichte hineinzieht. Auch das Privatleben von Pia kam nicht zu kurz und hat mir unheimlich gut gefallen.Eine kleine Kritik muss ich dennoch anbringen, denn es gibt wirklich sehr viele Protagonisten. Manchmal habe ich dadurch ein wenig den Überblick verloren, wer eigentlich zu wem gehört. Es gibt zwar ein Personenregister, aber das ständige Nachblättern war mir auf Dauer doch etwas zu umständlich.Die Spannung wird nicht ganz durchgehend gehalten, aber die Story bleibt trotzdem die ganze Zeit über hochgradig interessant. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse dann regelrecht und es wird noch einmal richtig packend.
Mein Fazit: Das aktuelle Thema rund um die KI hat mir sehr gut gefallen. Die tollen Charaktere und der wunderbare Schreibstil haben ihr Übriges dazu beigetragen, dass ich dieses Buch kaum aus der Hand legen konnte. Außerdem konnte ich nicht erahnen, wer dahintersteckt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
HelgasBuecherparadies
Mein Name ist Helga, ich bin verheiratet und Mutter von zwei Kindern. 2018 habe ich meinen Blog Helgas Bücherparadies ins Leben gerufen, um meine Leidenschaft für Thriller und Psychothriller mit anderen zu teilen. Dank euch habe ich inzwischen über 16.000 Follower auf Facebook und konnte bereits einige Auszeichnungen wie den Skoutz-Award 2021 gewinnen.
Schlüssel 17 (Marc Raabe)
Von ReadingWitch|Krimis und Thriller|18. Oktober 2026|3 Min. Lesezeit
Finde den Schlüssel Düster und schockierend beginnt der Romann „Schlüssel 17“ von Marc Raabe.
Im Berliner Dom wir die entsetzlich zugerichtete Leiche der Dompfarerrin Brigitte Riss vorgefunden. Sie hängt an der decke mit schwarzen Flügeln am Rücken. Die Ermittlungen übernimmt das LKA Berlin und als erster Ermittler vor Ort ins der Kommissar Tom Babylon. Er entdeckt auch den Schlüssel mit der eingeritzten Zahl 17 an einer Kette um ihren Hals. Schnell ist klar, dass das Opfer die Mutter einer Jungendfreundin von Tom Ist. Diese Freundin, er und einige andere Jugendliche fanden während einer Mutprobe vor 20 Jahren in einem Kanal eine männliche Leiche mit ebenso einem Schlüssel. Wenig später verschwand Toms kleine Schwester Viola.
Wie passt das alles zusammen? Auch Tom steht vor einem Rätsel. Seine Vergangenheit hat ihn eingeholt, doch will er den persönlichen Bezug zum Fall nicht offenbaren, aus Angst von diesen nicht mehr bearbeiten zu dürfen. Als Unterstützung bei den Ermittlungen wurde ihm die Psychologin Sita Johanns an die Seite gestellt. Da Toms Werdegang nicht nur aufgeklärte Verbrechen beinhaltet, sondern auch unzählige Dienstaussichtsbeschwerden, soll Sita ihm im Auge behalten und vor Dummheiten schützen.
Der Plott des Romans entwickelt sich sehr vielschichtig und rasant. Nach kurzer Zeit tauchen weitere Todesopfer auf und den Ermittlern wird klar, dass die Hintergründe der Taten bis in die DDR-Zeiten reichen. Der Autor greift hier die illegalen Kinderadoptionen in Ostdeutschland auf. Erzählt wird in unterschiedlichen Zeitsträngen und aus verschiedenen Perspektiven. Die Ermittlungen erfolgen in der Gegenwart, Die Schilderungen um die Mutprobe sowie das Verschwinden vom Babylons Schwester sind im Jahre 1998 angesiedelt. Ein weiterer Erzählstrang zeigt eine geheimnisvolle Frau in einer Psychiatrie, die eine zwanghafte Fixierung auf die Zahl 17 und panische Angst vor dem Teufel hat.
Raabes Schreibstil ist von der ersten Seite an packend und mitreißend. Schnörkellos beschränkt er sich auf das Wesentliche und lässt den Spannungsbogen schnell ansteigen, in dem er nach wenigen Seiten Szenen präsentiert, die für den Leser auf den ersten Blick nicht zusammenhängen. Auf die Beschreibung der Figuren empfinde ich als sehr gelungen. Alle haben charakterliche Tiefe und jede Mendge Ecken und Kanten. Besonders Tom und Sita hüten ihre Geheimnisse, weil das Leben ihnen Misstrauen gelehrt hat. Beide prägen die Ermittlungen mit ihren Motiven und traumatischen Erlebnissen so stark, dass man sich als Leser frag, wer denn hier mehr zu verbergen hat.
„Schlüssel 17“ ist der erste Band der vier teiligen Reihe um Tom Babylon und Sita Johanns. Die Handlung ist dynamisch und jede weitere Entdeckung treibt den Roman bis zum überraschenden Ende voran. Es ist ein spannender Auftakt, der zwar in sich abgeschlossen ist und trotzdem mit einem Cliffhanger endet. Vor mir gibt es für diesen Thriller eine Leseempfehlung. Sehr zum Leidwesen meiner Familie habe ich dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen und mir direkt die Fortsetzung gekauft. Diese Reihe hat für mich Suchtpotenzial. Wer damit anfängt, wird alles um sich herum vernachlässigen.
ReadingWitch
Hey ihr Lieben,
ich bin Swetlana von ReadingWitch und ich lese für mein Leben gern. Bücher begleiten mich schon sehr lange und waren bisher in keiner Lebenssituation unpassend oder unerwünscht. Lesen hilft mir dabei, mich zu entspannen und alle Sorgen des Alltags zu vergessen. Daher finde ich es immer schade, wenn ein Buch nach dem Lesen einfach wieder im Regal verschwindet. Dieser Blog gibt mir die Möglichkeit, über diese Erfahrungen zu schreiben und meine Gedanken über alte und neue Lieblingsbücher und Leseerlebnisse mit euch zu teilen.
Ihr findet mich auf https://www.readingwitch.com/
Viele Spaß beim Lesen.
Schierling und Gin Tonic (Elvira Nüchtern)
Von ReadingWitch|Krimis und Thriller|18. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|3 Min. Lesezeit
Wie immer trügt der ScheinNach einem spannenden und rätselhaften Prolog steigen wir direkt in die Geschichte ein. Wir befinden uns im beschaulichen Markgräflerland und der Bruder von Martha Marthaler, Oliver wird aus heiterem Himmel mit Schierling vergiftet.
War das ein Unfall oder gar Mord? Und wer steckt dahinter?
Bevor wir die tüchtige Ermittlerin Irene Katz kennen lernen und bei ihrer Arbeit begleiten dürfen, werden alle beteiligten Personen und ihre Lebensrealitäten vorgestellt. Wir erfahren, was sie fühlen und was sie antreibt. Und auch wie die ganzen Figuren um das Opfer herum miteinander zusammenhängen. Etwa ab der Hälfte des Romans nimmt die Polizei die Ermittlungen auf und dann überschlagen sich die Ereignisse. Es beginnt ein Wettlauf um die Zeit.
Ein Opfer, aber ganz viele Verdächtige mit einem gewichtigen Motiv. Oliver wird von der Autorin als nicht sonderlich sympathisch beschrieben. Seine Vorstellungen und Bedürfnisse stehen über allem und er handelt manipulativ und ungerecht, um diese auch durchzusetzen. Er ging sogar so weit, seine Schwester aus ihrem Haus zu schmeißen und dieses zu verkaufen. Über seinen Tod sind die Angehörigen zwar entsetzt, aber nicht alle trauern wirklich.
Interessanterweise nahmen in dem Roman die Themen Kinderbetreuung und gerechte Aufteilung der Care-Arbeit einen großen Teil ein, obwohl es mit dem Tathergang nicht viel zu tun hatte. Anfangs war ich darüber recht verwundert und es war mir nicht klar, wohin das führt. Allerdings finde ich diese Themen allgemein spannend und oft auch emotionsgeladen, sodass es mich nicht weiter gestört hat, dazu die Ausführungen der Autorin zu lesen. Spannend hat Elvira Nüchtern auch die Beziehung der Geschwister Martha und Oliver gezeichnet. Olivers Handlungen erscheinen für einen Außenstehenden ungerecht und egoistisch, doch aus seiner Sicht kam er immer zu kurz bei den Eltern und ist jetzt dran.
Die Ermittlerin, Irene Katz wird als kluge und gestandene Frau, die eine Schwäche für Gin und gediegenen Autos hat, beschrieben. Sie nimmt ihren Job als Kommissarin sehr ernst und vertraut auf ihr Bauchgefühl.
Auch die Schilderungen der anderen Figuren haben mir gut gefallen, obwohl mir da an einigen Stellen Ecken und Kanten gefehlt haben. Alle waren sie liebevoll und sympathisch. Da wäre vielleicht etwas Reibung durch widersprüchliche Handlungen spannend gewesen.
Elviras Schreibstil ist flüssig und auf das Wesentliche reduziert. Szenen werden nicht von ausschweifenden Beschreibungen überfrachtet. Viele Erläuterungen werden über die Dialoge den Lesenden vermittelt. So bekam ich zwar einen guten Einblick in die Geschichte, aber die Dialoge selbst wirkten dadurch etwas verkrampft. Die Figuren haben über Dinge gesprochen, die sie selbst wussten und diese nur für den Leser wiederholten. Ein echter Dialog würde so wohl nicht ablaufen.
Zusammenfassend ist „Schierling und Gin Tonic“ von Elvira Nüchter ein gelungener Roman, der sich auf mögliche Lösungen alltäglicher Probleme fokussiert. Dabei spielt die Dynamik der verschiedenen Beziehungen der Figuren eine wichtige Rolle und trägt tatsächlich mehr zur Spannung bei als die Ermittlungen im Giftmord. Zum Schluss nimmt die Geschichte deutlich an Tempo zu und es Entwickelt sich sogar noch zu einem Thriller. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für diesen ungewöhnlichen Kirmi.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!
ReadingWitch
Hey ihr Lieben,
ich bin Swetlana von ReadingWitch und ich lese für mein Leben gern. Bücher begleiten mich schon sehr lange und waren bisher in keiner Lebenssituation unpassend oder unerwünscht. Lesen hilft mir dabei, mich zu entspannen und alle Sorgen des Alltags zu vergessen. Daher finde ich es immer schade, wenn ein Buch nach dem Lesen einfach wieder im Regal verschwindet. Dieser Blog gibt mir die Möglichkeit, über diese Erfahrungen zu schreiben und meine Gedanken über alte und neue Lieblingsbücher und Leseerlebnisse mit euch zu teilen.
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Viele Spaß beim Lesen.
Keine Angst, Darling (Vera Buck)
Von Sarah Conrad|Krimis und Thriller|03. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|2 Min. Lesezeit
Der Beginn der Geschichte hat mich zunächst stark an ein anderes Buch erinnert, das ich erst vor einem Jahr gelesen habe und daher waren meine Erwartungen an das Buch zunächst recht gering. Doch das Dranbleiben hat sich durchaus gelohnt: Nach dem ersten Drittel ändert sich die Story, schlägt eine gänzlich andere Richtung ein, als es auf den ersten Blick vermuten ließ.Die Handlung entwickelt sich dabei mehr zu einer Schnitzeljagd, bei der man unbedingt wissen möchte, wie die Puzzleteile zusammenpassen.Die Geschichte wird zunehmend aus der Sicht von Paula erzählt, wobei wir zwischendrin immer wieder Einblicke in Leas Leben erhalten und dadurch erfahren, wie sich ihr Leben bis zu dem Zeitpunkt ihres Verschwindens entwickelt hat und wie es dazu kam.Gleichzeitig erfahren wir, dass beide Schwestern eine sehr enge Bindung zueinander haben, auch wenn Lea sich manchmal zu sehr von Paula bemuttert fühlt.Wen ich hingegen so gar nicht abkonnte, war Paulas Schwiegermutter und es war absolut unverständlich, warum der Ehemann hier nicht einmal den Mund aufgemacht und etwas gegen sie gesagt hat.
Wobei er auch nicht immer so vorzeigbar war.Der Schreibstil war wunderbar flüssig und leicht verständlich. Die Spannung blieb durchgehend auf einem hohen Niveau, ohne dass jemals Langeweile aufkam, nachdem die Geschichte an Fahrt aufgenommen hatte.Die Entwicklung der Geschichte hat mich vollkommen überzeugt, und den gesellschaftskritischen Hintergedanken dahinter mochte ich sehr.
Sarah Conrad
Hallo, ich bin Sarah von NalasBuchBlog, der nach meinem kleinen vierbeinigen Schatz benannt wurde. Am 13.08.2021 startete mein Blog als kleines Hobby und befindet sich seither stetig im Wandel, und ist für mich zur Plattform zum Austausch mit anderen Buchliebhabern und Autoren geworden.
Salzburgkiller (Manfred Baumann)
Von Susanne Edelmann|Cozy Crime / Regionalkrimis|03. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|3 Min. Lesezeit
Seit langem bin ich ein großer Fan der Salzburg-Krimis rund um Kommissar Merana aus der Feder von Manfred Baumann. Mit „Salzburgkiller“ ist nun der 13.
Fall erschienen und natürlich wartete ich schon sehr gespannt auf dieses Buch. Abergläubisch bin ich zwar nicht, aber in diesem Fall hat mir die Zahl 13 leider kein Glück gebracht, denn so ganz konnte mich die Lektüre nicht überzeugen.
Diesmal wird Kommissar Merana zur Seebühne Seeham gerufen. Dort wurde die Leiche des Kabarettisten Vincent Fleck gefunden, der am Tag zuvor dort die umjubelte Vorpremiere seines neuen Programms gefeiert hatte. In diesem Programm geht es um das Thema Künstliche Intelligenz und Flecks ganz großer Durchbruch stand unmittelbar bevor.
Noch während Merana und sein Team ermitteln, geschieht ein zweiter Mord, auf dieselbe Art und Weise wie bei Vincent Fleck. Das Opfer diesmal ist Henning Ploy, ein Unternehmer, der als Dozent zum Thema Künstliche Intelligenz an der Fachhochschule Salzburg tätig war. Es stellt sich heraus, dass Fleck und Ploy Kontakt miteinander hatten, doch wie hängen die beiden Morde zusammen? Ist der Täter oder die Täterin unter den radikalen KI-Gegnern zu finden, die kürzlich eine Vorlesung in der Fachhochschule stürmten? Oder liegt das Motiv ganz woanders?
Ich fand den Kriminalfall an sich sehr spannend und tappte selbst lange Zeit im Dunkeln, bevor mich eine Ahnung beschlich, wer denn der oder die Täter*in sein könnte. Dennoch sprang der Funke bei mir diesmal leider nicht über und ich grüble, warum das so war. Irgendwie bin ich mit Merana selbst diesmal nicht so recht warm geworden, er blieb mir irgendwie fremd und unnahbar. Auch das Thema KI, das ja seit geraumer Zeit überall ausgiebig diskutiert wird, war mir hier zu oberflächlich und zu einseitig dargestellt.
Außerdem fehlte mir das Lokalkolorit, das für mich bisher den besonderen Charme dieser Krimireihe ausmachte. Die bisherigen Fälle nahmen meist direkten Bezug auf bekannte Salzburger Sehenswürdigkeiten wie den Mirabellgarten, das Schloss Hellbrunn, das Festspielhaus, das Marionettentheater und etliche andere. Das hat mir so gut gefallen, dass ich sogar schon mehrere Ausflüge auf den Spuren von Kommissar Merana nach Salzburg unternommen habe. Diesmal hätte die Geschichte aber im Prinzip überall spielen können, weder die Seebühne Seeham noch die Fachhochschule Salzburg standen derart im Mittelpunkt des Geschehens, wie das bei anderen Tatorten in den früheren Krimis der Fall war.
Fazit: Leider ist dies nach dem Vorgänger „Salzburgwut“ nun schon der zweite Merana-Krimi in Folge, der mich nicht hundertprozentig überzeugen konnte. Aber wie ich mich kenne, werde ich der Reihe dennoch weiterhin treu bleiben. Und so hoffe ich schon jetzt auf einen mitreißenden 14. Fall im kommenden Jahr.
Hier alle Bände der Serie in chronologischer Reihenfolge:
Freie Journalistin mit Leidenschaft für Lokalberichte, Reisen und vor allem für Bücher. Auf meinem Blog, der seit 2014 existiert, teile ich Buchrezensionen, Reiseberichte sowie Erlebnisse von zuhause und unterwegs.
Hier geht es zu meiner Webseite: https://www.susanne-edelmann.de
und hier zu Instagram: https://www.instagram.com/susanne_edelmann/
Schneezauber über der Donau (Angelika Schwarzhuber)
Von Susanne Edelmann|Liebesromane (Romance)|05. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|3 Min. Lesezeit
Ich liebe die Bücher, insbesondere die Weihnachtsromane, von Angelika Schwarzhuber, deshalb waren meine Erwartungen hoch, als ich dieses neu erschienene Werk begann. Soviel vorweg: Ich wurde nicht enttäuscht.
Diesmal geht es um Jasmin, die nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter so gar keine Lust auf Weihnachten hat und über die Feiertage eigentlich auf die Kanaren flüchten will. Doch dann erreicht sie ein Hilferuf ihrer Halbschwester Ariana: Die lebt mit ihrer Mutter Paula auf einer kleinen Burg bei Passau in Niederbayern, die sie von Franz, Paulas verstorbenem Mann und dem Vater von Jasmin und Ariana, geerbt haben. Das heißt: Geerbt haben sie nur die eine Hälfte der Burg, die andere Hälfte gehört Franz‘ Bruder Walter, der seit vielen Jahren in Kanada lebt. Doch nun hat er seinen Besuch angekündigt und vorab schickt er schon einen Gutachter – alles deutet darauf hin, dass Walter die Burg verkaufen will und Ariana und ihre Mutter ihr Zuhause verlieren werden.
Jasmin ist das Resultat einer Affäre, die Franz einst hatte, während seine Frau Paula mit Ariana schwanger war. Kein Wunder also, dass Paula auf Jasmin nicht gut zu sprechen ist. Doch zwischen Jasmin und der beinahe gleichaltrigen Ariana hat sich eine enge Freundschaft entwickelt, deshalb zögert Jasmin nicht eine Sekunde, zu ihr nach Niederbayern zu reisen, um ihr beizustehen, auch wenn Paulas Widerstand noch so groß ist.
Dann taucht Tim, der Gutachter, auf und bringt auf der Burg alles durcheinander. Leider sehen die Zahlen wirklich nicht gut aus, vieles müsste renoviert werden, doch dafür ist nicht genug Geld da. Für den wirtschaftlich denkenden Walter macht es keinen Sinn, die Burg aus sentimentalen Gründen zu behalten. Dennoch hofft Jasmin, an seine emotionale Ader appellieren zu können. So kommt sie auf die Idee, auf der Burg einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Damit soll nicht nur Geld eingenommen, sondern auch der Bekanntheitsgrad der Burg gesteigert werden.
Dieses Projekt so kurzfristig zu stemmen, ist allerdings eine Mammutaufgabe, schließlich haben die Frauen allesamt auch noch ihre eigentlichen Berufe. So manches Hindernis gilt es zu überwinden, doch zum Glück erhalten die Schwestern auch viel Unterstützung. Doch als Walters Besuch unmittelbar bevorsteht, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu …
Hach, was für eine wunderbar warmherzige Lektüre! Es fehlt nicht an Dramatik und an ernsten Themen, etwa den Themen Familienkonflikte, Trauerbewältigung und Krankheiten, doch dabei kommt das wunderbar Wohlige, Heimelige, das für mich den perfekten Weihnachtsroman ausmacht, nicht zu kurz. Die romantische Atmosphäre auf der alten Burg konnte ich mir sehr gut vorstellen, ich sah die alten Gemäuer deutlich vor meinem inneren Auge, roch den typisch modrigen Geruch der Kellergewölbe, aber auch den leckeren Duft der Plätzchen, die in der Küche der Burgschänke fabriziert werden. Die Rezepte dafür gibt’s übrigens, wie immer bei Angelika Schwarzhuber, im Buchanhang. Vor allem die Nussecken werde ich unbedingt bald mal ausprobieren müssen.
Fazit: Zwar habe ich den Roman zu einer Zeit gelesen, als es zumindest tagsüber bei uns noch spätsommerlich warm und sonnig war, doch die weihnachtliche Atmosphäre war für mich dennoch so intensiv spürbar, dass ich direkt Lust auf Glühwein und Plätzchen bekam! Also schnappt Euch ein warmes Getränk, etwas zum Knabbern und eine kuschelige Decke und dann: ab auf die Couch, Buch aufschlagen und die Welt da draußen für eine Weile vergessen. Ganz große Leseempfehlung!
PS: Und ist das Buchcover nicht einfach wunderwunderschön?
Susanne Edelmann
Freie Journalistin mit Leidenschaft für Lokalberichte, Reisen und vor allem für Bücher. Auf meinem Blog, der seit 2014 existiert, teile ich Buchrezensionen, Reiseberichte sowie Erlebnisse von zuhause und unterwegs.
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Das Schicksal der Sonne und Sterne (Zara Storm)
Von Nina Albert|Romantasy|15. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|2 Min. Lesezeit
„Mitunter beginnt das größte Schicksal dort, wo man längst keine Hoffnung mehr erwartet.“ Vier Bände, ein großes Schicksal und eine Geschichte, die mich mit ihrer Mischung aus düsterer Magie, gefährlichen Geheimnissen und knisternder Fantasy-Romance in ihren Bann gezogen hat.
Ana kennt nur ein Leben ohne Freiheit und Magie – bis sie erfährt, dass sie die verborgene Thronfolgerin ist und eine gewaltige Kraft in ihr schlummert.
Ausgerechnet der geheimnisvolle Feenprinz Leon, dem sie niemals vertrauen sollte, wird dabei zu ihrem wichtigsten Verbündeten.
Was mir besonders gefallen hat, ist Anas Entwicklung: Aus der Gefangenen wird eine immer selbstbewusstere junge Frau, die beginnt, für sich selbst und die Menschen, die ihr wichtig sind, einzustehen. Zwischen ihr und Leon knistert es gewaltig, doch Vertrauen muss sich erst gegen Misstrauen, Verrat und dunkle Geheimnisse behaupten.
Von „Fluch der Sonne und Sterne“ über „Geschmiedet in Flammen und Schatten“ und „Gefangene der Dunkelheit und Träume“ bis zu „Band der Seelen und Albträume“ wächst die Geschichte immer weiter – von einer persönlichen Suche nach Identität zu einem großen Kampf um Macht, Magie, Leben und Liebe.
Fazit: Für mich fühlt sich dieser Sammelband wie ein dunkles Märchen an, das man einmal aufschlägt und erst wieder verlässt, wenn die letzte Seite gelesen ist.
5 | 5
Nina Albert
Hey, mein Name ist Nina und ich lese für mein Leben gern. Bücher ziehen mich magisch an, ich lese so gut wie alle Genres, denn ich mag es bunt gemischt. Kinderbücher nehme ich gemeinsam mit meiner kleinen Schwester unter die Lupe. Mein Blog findet ihr auf Insta unter https://www.instagram.com/kanina_chen.
Pioneers of Mars (Alexander Wolfsland)
Von Peter Brendt|Science-Fiction|25. August 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|7 Min. Lesezeit
Die Katastrophe hat keinen Bösewicht in Band 3 der Marsgirl-Chroniken. Diese Rezension ist etwas ausführlicher, denn die Reihe endet mit diesem Buch und ein kleiner Rückblick macht Sinn.
Die stärkste Figur dieses Romans ist eine Frau, die achtundachtzig Menschen in den Tod geschickt hat, ohne es zu wollen.
Dr. Ingrid Vasari, einundfünfzig, dreißig Jahre auf Bohrstellen, bekommt sieben Wochen vor dem Einsturz ein externes Gutachten auf den Tisch. Achtzehn Seiten. Bohrpause, seismische Nachvermessung, ein soletauglicher Preventer. Sie vertagt es dreimal. Beim dritten Mal ohne Vermerk, weil das Quartal ausläuft und man bei 2.680 Metern Bohrtiefe steht. Zielvereinbarung: 2.700.
Ihr eigenes Urteil über sich fällt später in einem Satz, der über dem ganzen Buch stehen könnte: So sterben Menschen wirklich. Nicht durch Bosheit. Durch Termine.
Das ist die Entscheidung, die diesen Band von seinen Vorgängern trennt. Band 1 hatte einen Saboteur und viele andere Hindernisse, beispielsweise Hannah selbst. Band 2 hatte einen Mörder an Bord und ein kaum mehr flugfähiges Raumschiff. Band 3 hat einen Kalender.
Die ersten einundsechzig Sekunden
Um 04:12 Marszeit trifft der Meißel bei 2.740 Metern eine Soletasche mit 135 bar. Der Preventer schließt vier Sekunden zu spät. Vierhundert Meter Höhlendecke stürzen ein. Vom ersten Signal bis zur Stille vergehen einundsechzig Sekunden.
Was dann folgt, ist eines der besten Katastrophenkapitel, die ich seit Langem gelesen habe — und es besteht fast vollständig aus Warten.
Eine Kommunikationstechnikerin gräbt das Funkgehäuse aus, quetscht sich durch einen handbreiten Spalt, verlegt einundfünfzig Meter Koaxialkabel nach draußen und beschwert es mit Steinen. Dann kann sie nicht mehr zurück, weil das Schott nicht ohne Entlüftung der Kaverne öffnet. Also wartet sie hundertzehn Minuten auf den Sonnenaufgang, weil die Ionosphäre erst dann das Kurzwellenband trägt. Um 06:02 sendet sie den Mayday, ohne Freigabe — ein Vertragsverstoß, ihr Name steht auf Seite 41 eines 41-seitigen Betriebsvertrags. Um 07:14 stirbt sie.
Gefunden wird sie am nächsten Tag, sitzend an einer Wand, Vorratsanzeiger auf null, Handschuhe innen durchgescheuert.
Der Roman braucht für diese Sequenz keine einzige Zeile Pathos.
Spannend…
Strukturell ist Pioneers of Mars ein Doppelthriller, und die Konstruktion ist präziser gebaut als in beiden Vorgängerbänden.
In zwei verschütteten Kavernen steigt der CO₂-Wert. Die Absorber reichen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Der Rettungskonvoi braucht sieben Tage für 1.890 Kilometer. Die Rechnung geht nicht auf, und der Roman lässt seine Figuren das mit dem Taschenrechner nachprüfen.
Die andere Seite: Der Autonomievertrag der Kolonie läuft in vierundsechzig Tagen aus. Die Verhandlungsdirektorin des Konsortiums legt eine Zwölf-Punkte-Vorlage vor, und in Artikel 12 steht die Klausel, die aus einer Rettungsaktion einen Rechtsbruch macht.
Die Kolonie genehmigt daraufhin keine Rettung, sondern einen humanitären Bereitschaftseinsatz. Der Unterschied ist rein sprachlich. Er ist trotzdem der Grund, warum überhaupt jemand losfährt.
Wer politische Science-Fiction mag, findet hier das beste Material des ganzen Zyklus. Der Antagonist ist kein Konzernchef mit Zigarre, sondern eine Vertragsklausel, die von niemandem böse gemeint war und trotzdem funktioniert wie eine Waffe.
Was es kostet
Der Roman hat eine unangenehme Angewohnheit: Er beziffert alles. Denn Hannah zählt.
Ein Botaniker geht durch einen havarierten Reaktorgang, achtzig Meter Dunkelheit, geführt über ein Kabel-Headset von einem Freund, der selbst nicht hinein darf, weil er vor zwei Jahren schon 2,3 Sievert abbekommen hat. Enddosis des ersten Durchgangs: 0,94 Sievert. Beim zweiten kommen 0,27 dazu. Man liest diese Zahlen und weiß nach der Lektüre von Band 3 genau, was sie bedeuten.
Eine Rover-Fahrerin verliert die Funktion einer Hand und übt elf Wochen heimlich mit der anderen.
Marcus Carter – Vater von Benny – mit vierundzwanzig Dienstjahren stirbt bei Kilometer 1.688 — beim Bruch genau der Regel, die er selbst geschrieben hatte, weil vor ihm jemand daran gestorben war.
Der Höhepunkt ist eine Übertragung
Die Protagonistin, seit über einem Jahr offline, sendet wieder als MarsGirl_16 — ermöglicht durch ein gefälschtes Wartungszertifikat, das jemand in elf Sekunden ausstellt. Sie verliest Namen. Sie zitiert Seite 11 aus einem vierunddreißigseitigen geologischen Bericht, dessen Verfasserin nach drei schriftlichen Nachfragen suspendiert wurde. Sie stellt vier Fragen an das Konsortium.
Und die Verhandlungsdirektorin, die die Übertragung mit einem Fingerdruck beenden könnte, zögert zweiunddreißig Sekunden über der Trennen-Fläche und tut es nicht.
Diese zweiunddreißig Sekunden entscheiden den ganzen Konflikt. Das ist eine sehr mutige Entscheidung für einen Höhepunkt, und sie funktioniert, weil das Buch sich die Zeit genommen hat, diese Figur nicht als Monster zu zeichnen.
Was danach kommt, ist bemerkenswert unspektakulär: Ein Vertrag läuft irgendwann um Mitternacht aus, und es passiert sichtbar nichts. Eine Konzern-Wetterzeile verschwindet von den Anzeigetafeln. Und am (ehemaligen) Firmenstandort kommen andere Bergwerksarbeiter (endlich) dem Rettungskonvoi von Olympus 1 zu Hilfe. Die Folgen werden aber weitreichend sein.
So sieht Revolution in diesem Buch aus. Kein Sturm auf die Bastille, sondern eine Verwaltungsordnung, die mit vier Seiten anfängt und auf 211 anwächst.
Der Abschluss des Zyklus
Wer die Reihe von Anfang an gelesen hat, bekommt hier eine ganze Reihe eingelöster Versprechen.
Die Wasserhöhle Echo-01, in der Vorgeschicht „Rebellion of the Marsborn“ ersten Band entdeckt, wird zum Ort der Schlussszene. Eine Zeichnung mit der Notiz SOL 270 ODER SO, entstanden während der Reise in Band 1, findet nach über fünfhundert Sol (Tagen) ihre Erfüllung.
Die Erbkrankheit. Der stärkste Nebenstrang ist ein Umschlag, der über weite Strecken des Buches ungeöffnet in einem Tresor liegt. Der prädiktive Gentest auf die Krankheit, an der die Mutter der Protagonistin gestorben ist. Die Neurologin von Olympus 1 bringt es gegenüber Hannah auf die schönste Formulierung des Bandes: Nichtwissen ist auch eine Diagnose. Sie heißt nur anders. Dass die Auflösung erst weit nach dem politischen Höhepunkt kommt, ist genau richtig gesetzt.
Der Bruder. Der radikalisierte Aktivist aus Band 1 kehrt zurück, und der Roman erspart sich jede Genugtuung. Sein Verfahren endet mit vierhundert Dollar Strafe. Vier Zeilen, keine Kommentierung. Wer Gerechtigkeit erwartet hat, bekommt Rechtsprechung.
Die Generation. Die marsgeborenen Jugendlichen aus der Vorgeschichte und „die Fünf“ aus den Marsgirl-Chroniken stehen hier zum ersten Mal gemeinsam an derselben Front. Die Anführerin des gemeinsamen Versorgungsausschusses am Ende ist neunzehn. Das ist der Punkt, auf den der gesamte Zyklus hingearbeitet hat.
Kritik
Der Personenapparat ist an der Grenze des Zumutbaren. Zwei Kavernen, ein Konvoi, ein Rat mit elf Sitzen, ein Werk mit eigenem Personal. Es ist bisweilen unübersichtlich. Zum Glück steht bei jedem Kapitel, wo und wann es gerade stattfindet. Man fühlt sich an die Komplexität von „The Expanse“ erinnert. (Dafür ist Band 3 aber auch fast doppelt so dick, wie Band 1 oder 2. Man bekommt viel Lesestoff fürs Geld!)
Der Mittelteil selbst hat eine kleine Delle. Zwischen der Ankunft in Kaverne A und dem Durchbruch zu Kaverne B liegen mehrere Kapitel, in denen der Roman vor allem verwaltet: Listen, Dosiswerte, Anwesenheiten. Das ist thematisch stimmig — Logistik ist in diesem Buch ausdrücklich das Thema — aber es kostet Tempo.
Fazit:
Pioneers of Mars ist der reifste Band des Zyklus. Er verzichtet auf einen Bösewicht, auf einen finalen Kampf und auf jede Form von Triumph, und er ist dadurch stärker als seine beiden Vorgänger. Er verbindet Science Fiction mit „wie die Business Welt funktioniert“.
Sein eigentliches Thema ist nicht der Mars. Es ist die Frage, wie viele Menschen eine Zielvereinbarung wert ist — und wer die Rechnung am Ende bezahlt.
Der letzte Satz gehört einer Tomate. Sie heißt „Marcus“. Mehr sage ich nicht.
Für Leserinnen und Leser von: Kim Stanley Robinson, The Expanse, Andy Weir — und für alle, die einen Katastrophenroman suchen, in dem die Bürokratie gefährlicher ist als der Planet.
Bewertung: 5 von 5
Peter Brendt
Wir haben Productive Books gegründet, um eine Plattform zu schaffen, auf der Autoren und Leser zusammenkommen können, um die Freude am Lernen und Entdecken zu teilen. Im #bookstagram Magazin können Leser neue Bücher entdecken und ehrliche Rezensionen finden.
What Happened to Those Girls (Carlyn Greenwald)
Von Sarah Conrad|Horror|17. Oktober 2026|2 Min. Lesezeit
Die Geschichte beginnt eher ruhig mit einer Mädchenclique, die einer alten Hexen-Legende im Wald nachgehen will. Doch diejenige, deren Idee das Ganze war, wird kurzfristig ausgeschlossen und die anderen drei verschwinden spurlos – bis man deren Leichen findet …Spätestens jetzt sind alle Teenies der 90er, die ebenfalls ‚The Blair Witch Project‘ sahen, hellhörig und wissen: LESEN!Zu Beginn lernen wir zunächst die Clique kennen und erfahren etwas mehr über unsere Protagonistin Emma, die zugleich Autistin ist und ein ganz besonderes Faible für Horrorfilme der 80er-Jahre und deren Legenden besitzt.
Sie ist es auch, die Monate später mit Beck, der Schwester eines der Opfer, Untersuchungen aufnimmt, da sie nicht glauben, dass es sich um Unfälle handelt.Genau das ist auch der Moment, in dem ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, weil hier viele Sachen zusammenkommen, die mich in ihren Bann gezogen haben. Da möchte ich zuallererst die sehr authentisch beschriebene Emma nennen, die bei mir einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen hat. Dann die Atmosphäre des Buches und der Geisterstadt, wo sich die Legenden der Hexe zusammentragen. Und die Entdeckungen, die die beiden jungen Frauen machen, und die ganzen Vorkommnisse selbst, die mein Herz haben schneller schlagen lassen.Gerade das Ende hat es in sich, weil hier alles, was man bislang glaubte, noch mal komplett über den Haufen geworfen wird und dennoch so passend in die Gesamthandlung integriert wurde.Aufgelockert werden einzelne Szenen durch Referenzen zu anderen Werken aus dem Horrorgenre, was ich mitunter ein bisschen witzig fand, da es einfach so passend geschrieben und integriert wurde.Ich könnte jetzt natürlich noch weiter von diesem Buch schwärmen oder aber ihr holt es euch und lest einfach selbst 😉
Sarah Conrad
Hallo, ich bin Sarah von NalasBuchBlog, der nach meinem kleinen vierbeinigen Schatz benannt wurde. Am 13.08.2021 startete mein Blog als kleines Hobby und befindet sich seither stetig im Wandel, und ist für mich zur Plattform zum Austausch mit anderen Buchliebhabern und Autoren geworden.
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Back mit mir! Pancakes - Jamies erstes Kochbuch für Minis (Jamie Oliver)
Von eine.kissenschlacht|Kinder- und Jugendbuch, Bilderbücher (0-5 Jahre)|06. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar
Back mit mir!PancakesJamies erstes Kochbuch für Minis ✏️ Jamie Oliver ( @jamieoliver )🎨 Adrian Johnson ( @adrianjohnsonstudio )📚 DK Verlag ( @dkverlag )💭 Bilderbuch / Kochbuch🔢 ab 2 Jahren (Empfehlung des Verlags)🗓️ 07.09.2026📖 14 Seiten💶 10,00€
👀 Klappentext – siehe Fotos auf meinem Instagram-Kanal
✨ meine Meinung: Sowohl beim Kochen, als auch beim Backen ist es sinnvoll, Kinder bereits früh mit einzubinden und sie so an gesunde und ausgewogene Ernährung heranzuführen. Binden wir Kinder bereits früh in die Zubereitung von Speisen mit ein, so bekommen sie direkt die Chance, sich mit gesunder Ernährung auseinanderzusetzen. Und genau dafür eignet sich dieses Buch hervorragend. Es zeigt mit schlichten, farbenfrohen Illustrationen und kurzen Texten, wie gemeinsam leckere Pancakes zubereitet werden können. Dabei lädt es mit seinen großen Klappen dazu ein, den nächsten Schritt zu entdecken und gemeinsam köstliche Pancakes mit Beeren zu zaubern. Wie ich finde, eine super süße Idee, um bereits bei den Kleinsten Interesse am Backen zu wecken und sie mit einzubinden.
💕 Empfehlung: Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die bereits kleine Kinder in die Abläufe des Pancakesbackens mit einbinden und sie dabei mit einem entsprechenden Buch neugierig machen möchten.
eine.kissenschlacht
Ich bin Mama von zwei wunderbaren Kindern und wir sind absolut lesebegeistert und sprechen gerne über gute Bücher. Daher reichen unsere Rezensionen von Kinder- und Jugendbüchern bis hin zu Büchern für Erwachsene und ich hoffe, dass wir den einen oder die andere mit unseren Rezensionen für ein paar tolle Bücher begeistern können.
Meinen Buchblog findet ihr auf Instagram.
Bunte Gedanken für Socke Wolli - Ein Kinderfachbuch über positives Denken (Diana Nadal Millanes)
Von eine.kissenschlacht|Kinder- und Jugendbuch, Bilderbücher (0-5 Jahre)|06. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|2 Min. Lesezeit
Bunte Gedanken für Socke WolliEin Kinderfachbuch über positives Denken ✏️ Diana Nadal Millanes🎨 Gabriel San Martin ( @ggsanmartin )📚 Mabuse Verlag ( @mabuseverlag )💭 Bilderbuch über Mut und die Überwindung von Ängsten mit Mitmachseiten🔢 ab 3 Jahren (Empfehlung des Verlags)🗓️ 09.03.2026📖 64 Seiten💶 22,00€
👀 Klappentext – siehe Fotos auf meinem Instagram-Kanal
✨ meine Meinung: Die Schule der Socken ist ein ganz besonderer Ort. Hier lernen kleine Socken alles, was sie als Abenteurerinnen und Abenteurer für ihren Alltag als große Socken benötigen. Ob in der Waschmaschine umhergeschleudert zu werden, auf hohen Wäscheleinen zu hängen oder weite Strecken zu laufen – hier werden sie auf alles vorbereitet. Und das ist ein Riesenspaß. Nur Socke Wolli sieht das nicht so. Sie befürchtet, dass sie keine gute große Socke wird, dass sie einfach zerreißt oder löchrig wird. Ein Glück hat ihre Lehrerin einen wertvollen Tipp für sie, wie sie ihre dunklen, negativen Gedanken in bunte, positive Gedanken umwandeln kann und so wahre Freude erlangt, auch wenn das bedeutet, sich manchmal überwinden zu müssen. Die farbenfrohen Illustrationen verleihen der Geschichte dabei einen wunderbaren Zauber und verdeutlichen gekonnt, wie bedrückend die dunklen Gedanken von Wolli sind und wie viel schöner die bunten Gedanken sind. An die Geschichte schließt ein Mitmachteil an, der Kinder dazu ermutigt, einmal zu überlegen, wie ihre Socke aussieht und wie man es schaffen kann, die Farbe der Socke zu ändern, wenn sie trist ist, und wie man es so schaffen kann, seine Gedanken positiv zu gestalten. Im Anschluss folgt ein Fachteil für Erwachsene, der dazu einlädt, zu schauen, wie unser Kind mit sich selbst umgeht, ob es liebevoll zu sich selbst ist oder negative Gedanken hegt, und wie wir es schaffen können, unser Kind dabei zu unterstützen und zu begleiten, gut zu sich zu sein und seine Gedanken positiv zu gestalten. Denn positive Gedanken helfen dabei, mit Schwierigkeiten, Problemen oder Ungewissheiten offener und leichter umzugehen. Und wir Erwachsenen haben erheblichen Einfluss darauf, indem wir unseren Kindern gut zureden, ihnen Wertschätzung entgegenbringen und ihnen ein gutes Vorbild sind, indem wir ihnen signalisieren, dass auch wir manchmal verunsichert sind, uns aber auch Mut zusprechen können.
💕 Empfehlung: Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die auf der Suche nach einem Buch sind, das dazu anregt, mit Kindern darüber zu sprechen, was positive Gedanken mit uns machen und wie hilfreich es ist, die Kraft der positiven Gedanken zu nutzen.
eine.kissenschlacht
Ich bin Mama von zwei wunderbaren Kindern und wir sind absolut lesebegeistert und sprechen gerne über gute Bücher. Daher reichen unsere Rezensionen von Kinder- und Jugendbüchern bis hin zu Büchern für Erwachsene und ich hoffe, dass wir den einen oder die andere mit unseren Rezensionen für ein paar tolle Bücher begeistern können.
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Das Krawallkehlchen kann's schon ganz alleine (Madlen Ottenschläger)
Von eine.kissenschlacht|Kinder- und Jugendbuch, Bilderbücher (0-5 Jahre)|06. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|2 Min. Lesezeit
✏️ Madlen Ottenschläger ( @madlen.ottenschlaeger )🎨 Ramona Wultschner ( @ramonnelli )📚 Fischer Sauerländer Verlag ( @fischer.sauerlaender_kids )💭 Bilderbuch über starke Gefühle🔢 ab 4 Jahren (Empfehlung des Verlags)🗓️ 29.07.2026📖 32 Seiten💶 15,00€👀 Klappentext – siehe Fotos auf meinem Instagram-Kanal✨ meine Meinung:Auch das dritte Buch über die großen Gefühle von Krawallkehlchen Mika ist wieder einmal wunderbar. Wieso?
Nicht nur, weil es mit wunderschönen Illustrationen daherkommt, sondern auch, weil es ganz wunderbar zeigt, dass große Gefühle gar nichts Negatives sind. Im Gegenteil. Durch die Wut, die in Mika aufsteigt, weil seine Mama immer wieder darauf hinweist, dass es etwas nicht alleine machen kann oder darf, weil es zu jung ist, wird das Krawallkehlchen kreativ und findet Wege, sich selbst zu helfen, denn eines ist klar: Mika kann das ganz allein. Auch wenn „ganz allein“ bedeutet, dass es Hilfe annehmen und so dazulernen kann, um es am Ende wirklich ganz alleine zu können. Und wenn Mika ganz ehrlich zu sich selbst ist: Zusammen macht es einfach auch viel mehr Spaß als allein.Da Mika keinem Geschlecht zugeordnet wird, kann sich in diesem Buch wirklich jedes Kind wiederfinden, was natürlich absolut klasse ist. Auch werden Mikas Wut und das Krawallen gut nachvollziehbar dargestellt, und dass das Krawallkehlchen selbst merkt, dass es fürs Ganz-alleine-Machen ein wenig Unterstützung braucht, macht es absolut sympathisch.
💕 Empfehlung: Ich kann dieses Buch von Herzen allen empfehlen, die auf der Suche nach einem Bilderbuch über große Gefühle und positive Eigenschaften gefühlsstarker Kinder sind, welches noch dazu geschlechterneutral ist und somit allen Kindern eine Chance gibt, sich in dieser Geschichte wiederzufinden.
eine.kissenschlacht
Ich bin Mama von zwei wunderbaren Kindern und wir sind absolut lesebegeistert und sprechen gerne über gute Bücher. Daher reichen unsere Rezensionen von Kinder- und Jugendbüchern bis hin zu Büchern für Erwachsene und ich hoffe, dass wir den einen oder die andere mit unseren Rezensionen für ein paar tolle Bücher begeistern können.
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To Break a God (Anna Benning)
Von Chiara Dierfeld|Young Adult (14 - 19 Jahre)|07. Oktober 2026|2 Min. Lesezeit
Mit To Break a God ist Bestsellerautorin Anna Benning ein meisterhaftes Finale ihrer Götterlich-Saga gelungen.Die Handlung wird hier wie auch schon bei den vorherigen Bänden aus den Perspektiven von Aurora und Colden erzählt und setzt nahtlos an die Ereignisse des vorherigen Bandes an.Seit Cassius Aurora entführt hat, spürt sie, wie sie sich selbst immer mehr verliert. Als seine Valet ist sie magisch an ihn gebunden und kann weder fliehen … noch sich der Macht des Atherionzepters entziehen, die sie von Tag zu Tag mehr vereinnahmt.Während Colden als neuer Herrscher über die Götter verzweifelt nach Aurora sucht, gerät die Ordnung in Silver City ins Wanken.
Im Verborgenen wächst eine Bewegung, die nicht nur Coldens Sturz, sondern die Rückkehr uralter Schöpfer herbeisehnt. Und Aurora ist der Schlüssel zu ihrer Befreiung.Zwischen Cassius, der etwas Größeres in ihr sieht, und Colden, der eine Version von ihr liebt, die kaum noch existiert, muss Aurora eine Entscheidung treffen. Und diese wird nicht nur über das Schicksal der Welt bestimmen, sondern auch darüber, wessen Leben sie bewahren kann – und wen sie vielleicht für immer verliert …Die emotionale Dramatik ist von Anfang an sehr hoch.Das Worldbuilding ist düster. Die Autorin schafft es, die Emotionen bildhaft perfekt einzufangen.Wir tauchen in diesem Band tiefer in die Vergangenheit der Götter ein. Das fand ich sehr gut, denn so wird die Mythologie noch etwas mehr hervorgehoben. Wir erfahren mehr über das Atherionzepter, seine Erschaffer und seine Verbindung zu Cassius. Er, Aurora und Colden machen in diesem Band nochmal eine große Entwicklung durch. Um die Welt vor dem Untergang zu bewahren, müssen sie sich ihren schlimmsten Ängsten stellen, die Zerwürfnisse der Vergangenheit hinter sich lassen und über sich hinauswachsen. Ich konnte mich gut mit ihnen identifizieren und ihre Gefühle und Entscheidungen nachvollziehen. Vor allem Auroras Kampf um ihre Identität und ihre Bestimmung wird von der Autorin hervorgehoben und authentisch dargestellt.Die vielen Herausforderungen sorgen für eine große Spannung. Es gab viele Plottwists, mit denen ich nicht gerechnet habe.Auch die knisternde Liebesgeschichte zwischen Aurora und Colden kommt hier nicht zu kurz. Sie verleiht der Geschichte noch etwas mehr Tiefe.Je näher wir dem Finalkampf kommen, desto mehr steigert sich die Spannung zu einem mitreißenden Sog, bis sie in einem epischen, atemlosen Showdown gipfelt. Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite mit den Protagonisten mitgefiebert.Anna Benning ist hier ein meisterhaftes Reihenfinale gelungen.
Chiara Dierfeld
Die Autorin hat schon in ihrer Kindheit, die magische Welt der Bücher entdeckt. Wenn sie nicht gerade liest, schreibt sie an Geschichten, die ihre Leser*innen in fantasievolle Welten, voller Spannung, Magie und Geheimnisse entführen.
Weitere Bücher und Rezensionen findet ihr auf Chiaras Instagram Seite.
Von Chiara Dierfeld|Young Adult (14 - 19 Jahre)|07. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar|2 Min. Lesezeit
„What’s Written in Blood” ist der Auftakt zu einer düsteren Crime-Urban-Fantasy-Dilogie.Mo vermischt hier Crime und Fantasy auf einzigartige Weise. Wir begleiten die taffe Forensikerin Piper und ihr Team bei den Ermittlungen zu einer Mordserie, die ganz London erschüttert.
Alle Indizien führen zur magischen Community. Jetzt ist Piper de Burgh, die jüngste und erfolgreichste Forensikerin der Stadt, gefragt. Mit einer kurzen Berührung kann sie in die Vergangenheit der Opfer blicken. Und alle haben eines gemeinsam: Der Letzte, den sie vor ihrem Tod gesehen haben, war ein Mann mit einer einzelnen weißen Strähne und einem intensiven Blick, der Piper nicht mehr loslässt. Ist er der Mörder? Und warum kommt er ihr so verdammt vertraut vor?Der Schlüssel zu diesem Fall scheint in Pipers eigener Vergangenheit verborgen. Doch diese liegt im Dunkeln, seit sie vor Jahren ohne Erinnerung aus der Themse gezogen wurde. Als dann auch noch ihre Freunde ins Visier des Täters geraten, setzt Piper alles auf eine Karte und bringt sich selbst in höchste Gefahr.Seit ich vor ein paar Monaten zum ersten Mal den Klappentext gelesen habe, war meine Neugierde auf dieses Buch geweckt. Umso mehr habe ich mich gefreut, es jetzt endlich lesen zu dürfen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Sowohl das mysteriöse Worldbuilding mit seinen Handlungsorten und seinen vielen dunklen Wesen – Dämonen, Geister, Todesfeen, um nur ein paar Arten zu nennen – als auch die facettenreichen Hauptprotagonisten haben mich schon nach wenigen Seiten völlig in ihren Bann gezogen. Die Handlung wird hier aus mehreren Perspektiven erzählt, was der Geschichte eine mitreißende Dynamik verleiht. Viele der Protagonisten, allen voran Piper, sind authentisch und rätselhaft zugleich gezeichnet. Die junge Frau macht im Verlauf eine große Entwicklung durch. Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren und ihre Gefühle und Entscheidungen nachvollziehen. Durch die vielen Geheimnisse und unvorhersehbaren Plottwists entsteht ein spannender Sog, der mich über den gesamten Verlauf hinweg nur so durch die Seiten fliegen ließ. Ich habe bis zur letzten Seite mit Piper und ihren Freunden mitgefiebertund mich mit der Frage nach dem Täter und der Wahrheit über Pipers Vergangenheit immer wieder in einem Netz aus Spekulationen verloren.Der dramatische Cliffhanger hat mich voller Neugierde und Spannung auf die Fortsetzung zurückgelassen.
Chiara Dierfeld
Die Autorin hat schon in ihrer Kindheit, die magische Welt der Bücher entdeckt. Wenn sie nicht gerade liest, schreibt sie an Geschichten, die ihre Leser*innen in fantasievolle Welten, voller Spannung, Magie und Geheimnisse entführen.
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Wo sind all die Nazis geblieben? (Bodo Fischer & Satu Fischer-Kongtso)
Von Nina Albert|Biografien und Autobiografien|15. Oktober 2026|Werbung – Rezensionsexemplar
„Die Schatten der Vergangenheit reichen bis ins Morgen.“ Manche Bücher öffnen keine Tür zur Vergangenheit – sie lassen uns durch einen Spalt hindurchsehen und plötzlich erkennen, wie nah das Gestern noch immer an unserem Heute liegt.
„Wo sind all die Nazis geblieben?“ ist ein solches Buch. Bodo Fischer und seine Tochter Satu Fischer-Kongtso verbinden persönliche Familiengeschichte mit der großen Geschichte Deutschlands und stellen dabei eine Frage, die weit über den provokanten Titel hinausreicht: Was geschah mit den Menschen und Strukturen, die den Nationalsozialismus mitgetragen hatten, als der Krieg vorbei war?
Besonders berührt hat mich, wie nah Geschichte hier an einen Menschen und seine Familie heranrückt. Bodo Fischer erzählt aus der Perspektive eines Kindes, das die NS-Zeit unmittelbar erlebt hat, während seine Tochter die Vergangenheit aus heutiger Sicht untersucht. So entsteht ein spannender Dialog zwischen Erinnerung und Recherche, zwischen damals und heute.
Fazit: Dieses Buch beschönigt nichts und bleibt dennoch nicht in der Dunkelheit der Vergangenheit stehen. Vielmehr führt es den Blick nach vorn – zu Verantwortung, Erinnerung und der Frage, welche Welt wir kommenden Generationen hinterlassen möchten. Für mich ist es deshalb nicht nur ein Buch über gestern, sondern auch ein stiller Weckruf für morgen.
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Nina Albert
Hey, mein Name ist Nina und ich lese für mein Leben gern. Bücher ziehen mich magisch an, ich lese so gut wie alle Genres, denn ich mag es bunt gemischt. Kinderbücher nehme ich gemeinsam mit meiner kleinen Schwester unter die Lupe. Mein Blog findet ihr auf Insta unter https://www.instagram.com/kanina_chen.
Meine Auszeit Stuttgart (Berg & Fröhlich)
Von HelgasBuecherparadies|Reiseberichte|16. Oktober 2026
70 Orte gibt es rund um Stuttgart zu entdecken, die für Abwechslung und kleine Auszeiten vom Alltag sorgen. Ganz vorne steht der Fernsehturm, von dem man einen wunderschönen Ausblick genießen kann.
Das Buch hält viele unterschiedliche Ideen bereit. Dazu gehören ein Blick hinter die Kulissen des Theaters, Atempausen mit verschiedenen Methoden und eine nostalgische Fahrt mit der Straßenbahn.
Auch für Genussmomente in Cafés ist gesorgt. Wer sich lieber sportlich betätigen möchte, findet Anregungen für ein Ganzkörperworkout auf dem Neckar. Dazu kommen Entspannungsmöglichkeiten in der Natur, ein Besuch im Solebad, Wanderungen mit Alpakas und viele weitere Tipps.
Fazit: Ein schöner Ratgeber für alle, die Stuttgart und seine Umgebung einmal von einer anderen Seite kennenlernen und sich bewusst eine Auszeit gönnen möchten. Die abwechslungsreichen Vorschläge bieten für unterschiedliche Interessen etwas und machen Lust darauf, Neues auszuprobieren. Besonders hilfreich finde ich die Fotos und Adressen, mit denen sich die Ausflüge und kleinen Auszeiten direkt planen lassen.
Von mir gibt es eine klare Empfehlung und ⭐ ⭐⭐ ⭐ ⭐
HelgasBuecherparadies
Mein Name ist Helga, ich bin verheiratet und Mutter von zwei Kindern. 2018 habe ich meinen Blog Helgas Bücherparadies ins Leben gerufen, um meine Leidenschaft für Thriller und Psychothriller mit anderen zu teilen. Dank euch habe ich inzwischen über 16.000 Follower auf Facebook und konnte bereits einige Auszeichnungen wie den Skoutz-Award 2021 gewinnen.
Glückszeit für Familien-(Berg & Fröhlich)
Von HelgasBuecherparadies|Reiseberichte|16. Oktober 2026|2 Min. Lesezeit
Rund um Stuttgart und bis in den Schwarzwald gibt es in diesem Buch viele tolle Unternehmungen für die ganze Familie zu entdecken. Schon der erste Tipp gefällt mir richtig gut.
Man muss zwar 400 Stäffele hinter sich bringen, wird dafür aber mit einem wunderschönen Blick über Stuttgart belohnt.Es gibt zahlreiche Tipps für Museen, besondere Genussmomente in einem niederländischen Café und sogar Stadionführungen. Was ich unbedingt noch machen muss, ist eine Fahrt mit der Zacke. Obwohl ich gar nicht weit entfernt wohne, habe ich das bisher tatsächlich noch nie geschafft.Auch der Schönbuchturm ist aufgeführt, den ich regelmäßig besuche. Von dort reicht der Blick bis zum Schwarzwald und zur Schwäbischen Alb. Sogar der Thyssenkrupp-Testturm in Rottweil ist zu sehen. Neben Ausflugszielen findet man auch viele kreative Ideen, beispielsweise einen Minigarten anzulegen oder Steine zu bemalen. Wanderpfade und weitere Unternehmungen runden die vielfältigen Vorschläge ab.Ihr seht, es lohnt sich, das Buch genauer anzuschauen! Mir war gar nicht bewusst, wie vielseitig Stuttgart und die Umgebung sind und wie viele Möglichkeiten es gibt, gemeinsam etwas zu unternehmen. Dabei sind sowohl bekannte Ausflugsziele als auch Ideen dabei, die ich selbst noch ausprobieren möchte.
Fazit: Ein rundum gelungener Ratgeber und Wegweiser für die Freizeitgestaltung mit der Familie. Die vielen Fotos machen Lust darauf, die vorgestellten Ziele selbst zu entdecken. Besonders hilfreich finde ich, dass auch Haltestellen und Adressen angegeben sind. So kann man die Ausflüge direkt planen und sich inspirieren lassen. Von mir gibt es eine klare Empfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
HelgasBuecherparadies
Mein Name ist Helga, ich bin verheiratet und Mutter von zwei Kindern. 2018 habe ich meinen Blog Helgas Bücherparadies ins Leben gerufen, um meine Leidenschaft für Thriller und Psychothriller mit anderen zu teilen. Dank euch habe ich inzwischen über 16.000 Follower auf Facebook und konnte bereits einige Auszeichnungen wie den Skoutz-Award 2021 gewinnen.
Feuilleton
Literatur, die bewegt: Im Feuilleton versammeln wir Reportagen, Trendanalysen, Autorenvorstellungen, Essays, Gedanken und Betrachtungen rund um Bücher, Lesen und die Welt der Worte – persönlich, meinungsstark und immer mit Leidenschaft geschrieben.
Zwischen den Zeilen
Was die Flut an Land gespült hat: Rückblick auf die Buchmesse 2026
Von Peter Brendt •
01. November 2026 • 7 Min. Lesezeit
Vor zwei Wochen haben wir an dieser Stelle gefragt, ob die Buchbranche ihre eigene Küste findet. Jetzt sind die Hallen leer und die Bilanz ist gezogen. Ein Blick auf das, was die Flut an Land gespült hat – und auf das, was sie wieder mitgenommen hat. Im tschechischen Ehrengast-Pavillon stand ein Leuchtturm. Er blinkte nicht, er zitierte: Mit Hilfe von KI projizierten er und eine Reihe von Bojen Sätze aus der tschechischen Literatur in den Raum. Ein Binnenland, das sich eine Küste baut, und eine Maschine, die dafür die Worte von Menschen ausleiht. Passender hätte man die 78. Frankfurter Buchmesse kaum ins Bild setzen können. Genau zwischen diesen beiden Polen bewegte sich die Messe vom 7. bis 11. Oktober: zwischen der Sehnsucht nach neuen Ufern und der Sorge, dass andere die Häfen längst besetzt haben. Fünf Tage, fünf Strömungen – ein Rückblick.
Volle Hallen, ruhigere See 236.000 Besucherinnen und Besucher aus 137 Ländern kamen nach Frankfurt, davon 119.000 Fach- und 117.000 Privatbesucher. Dazu kamen 4.000 Aussteller und mehr als 3.800 Veranstaltungen. Im Vorjahr waren es 238.000 Besucher und 4.350 Aussteller. Die Messe spricht davon, ihr Niveau gehalten zu haben. Treffender ist vielleicht: Sie hat ihren neuen Normalzustand gefunden. Das neue Hallenkonzept, das wir im Vorbericht angekündigt hatten, hat sich bewährt. Publikumsbereiche unten, Fachbereiche oben, kürzere Wege: Aussteller, Fachbesucher und Publikum lobten laut Messe vor allem die klare Orientierung. Wer sich 2026 verlaufen hat, tat es eher im Bücherstapel als im Gang. Der Hintergrund ist weniger entspannt. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz der Branche um 4,1 Prozent, und auch danach ging es laut Börsenverein weiter abwärts. Die Hallen waren voll – die Kassen vieler Verlage sind es nicht.
Credit: Marc Jacquemin-Frankfurter Buchmesse
Sturm bei der Eröffnung Die Sturmwolken, über die wir vor der Messe schrieben, entluden sich gleich am ersten Abend. Als der tschechische Kulturminister Oto Klempíř beim Festakt sprach, gab es Zwischenrufe und Pfiffe. Im Saal hielt jemand ein Protestplakat hoch – laut Hessischem Rundfunk hatte es Radovan Auer mitgebracht, der Direktor der Prager Buchmesse. Der parteilose Minister wurde von einer rechten Partei nominiert. In der Kritik steht vor allem seine Reform der öffentlich-rechtlichen Medien. Die Antwort kam direkt danach, und sie kam von der Literatur selbst. Die Schriftstellerin Radka Denemarková erinnerte das Publikum daran, dass Minister kommen und gehen, die Literatur aber bleibt. Der Saal jubelte. Literatur und Politik, sagte sie, lassen sich nicht trennen: „Der Kampf um die Wortmacht ist auch ein Kampf um die Weltmacht.“ Es war einer der stärksten Momente dieser Messe. Und eine Erinnerung daran, warum ein Gastlandauftritt nie nur Kulturmarketing ist.
Die stille Flut wird laut Im Vorbericht nannten wir die KI-Debatte eine stille Flut. In Frankfurt war sie nicht mehr still. Kein Thema prägte die Fachtage so stark. Zum Auftakt veröffentlichten 120 Verlage den „Frankfurter Appell“. Sie fordern:
Transparenz darüber, welche Werke für das Training von KI genutzt werden
faire Lizenzmodelle
wirksame Instrumente, um das Urheberrecht durchzusetzen Sebastian Guggolz, der neue Vorsteher des Börsenvereins, sprach von einem „doppelten Raubzug“: an den Büchern und am Denken. Sein Argument verbindet zwei Krisen. Wer nicht mehr sinnentnehmend lesen kann, kann auch keine KI-Antwort überprüfen. Sinkende Lesekompetenz und KI sind für ihn zwei Seiten derselben Medaille. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ging noch weiter. Europa müsse die Macht der Tech-Konzerne gemeinsam begrenzen – kartellrechtlich, steuerrechtlich, regulatorisch und industriepolitisch. Für Autorinnen und Autoren bleibt die Frage aus unserem Vorbericht offen: Wer verdient, wenn eine KI eines Tages im eigenen Stil weiterschreibt? Der Appell ist ein Signal. Eine Antwort ist er noch nicht.
Unten wird gefeiert, oben verhandelt In den unteren Etagen gehörte die Messe den Fans. Auf der Community Stage für Romance, Fantasy, New Adult und Popkultur traten unter anderem Julia Dippel, Ayla Dade und Anna Benning auf. Romantasy, die Mischung aus Fantasy und Liebesgeschichte, bleibt der auffälligste Trend der Branche. Die Messe hat ihm endgültig eine eigene Bühne gebaut. Daneben wurde es bunt. Auf der neuen Matsuri Stage gab es Manga, Anime und einen Cosplay-Contest. Harry-Potter-Fans konnten im nachgebauten Hogwarts-Express Platz nehmen und die Sprecherinnen und Sprecher der neuen Hörbuchproduktion treffen. Der Erlebnischarakter war in diesem Jahr deutlicher als je zuvor. Apropos Hören: Der Audio-Bereich wuchs auch in Frankfurt. Spotify kündigte die Expansion in 180 neue Märkte an. Audible stellte eine Umfrage unter 18.000 Kundinnen und Kunden aus elf Märkten vor, die steigende Hörzeiten zeigt. Für Autorinnen und Autoren heißt das: Das Hörbuch ist kein Nebenrecht mehr, sondern ein eigener Markt. Oben in den Fachhallen lief derweil das Geschäft, das man nicht fotografiert. Juergen Boos fasste es in seiner Bilanz so zusammen: Die Zukunft des Buches entsteht an mehreren Orten zugleich – an den Tischen der Rechtehändler, in der Debatte über KI und Publikationsfreiheit und in der direkten Begegnung mit den Leserinnen und Lesern.
Was an Land gespült wurde: die Preise Den Deutschen Buchpreis erhielt Shida Bazyar für „Die Lücken“. Die 1988 geborene Autorin erzählt an einem fiktiven Ort im Hunsrück fast hundert Jahre deutschen Lebens, entlang einzelner Figurenschicksale. Die Jury nannte das Buch einen „Roman gegen Gleichgültigkeit“ – ein Satz, der gut zur Stimmung dieser Messe passt.
Shida Bazyar, Deutscher Buchpreis Literaturbühne; Credit: Gian-Luca Heiser-Frankfurter Buchmesse
Der Deutsche Jugendliteraturpreis feierte sein 70-jähriges Bestehen. Rund 1.600 Gäste waren am Messefreitag, dem 9. Oktober, bei der Verleihung dabei. Die Preisbücher zeigen, wie breit die Kinder- und Jugendliteratur heute aufgestellt ist:
Preis der Jugendjury: „Badjens“ von Delphine Minoui, übersetzt von Astrid Bührle-Gallet. Der Roman folgt einem jungen Mädchen im Iran, das seine Stimme erhebt und für seine Freiheit kämpft.
Bilderbuch: „Hier kommt ein T-Rex vor – Und das ist erst der Anfang!“ von Julie Douine und Noémie Favart, aus dem Französischen von Anja Kootz. Eine humorvolle Dinosaurier-Jagd voller Phantasie, für kleine und große Leser.
Kinderbuch: „Keine Party ist auch keine Lösung“ von Anna Maria Praßler, illustriert von Theresa Strozyk. Eine warmherzige Geschichte über Freundschaft, kleine Katastrophen und den Mut, Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
Jugendbuch: „Das falsche Leben“ von Maja Nielsen. Der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit und verbindet die Spionagegeschichte eines Vaters im geteilten Deutschland mit der Spurensuche seines Sohnes.
Sachbuch: „Schweigen“ von Birgit Weyhe. Die Graphic Novel erzählt einfühlsam vom Schweigen und von den unsichtbaren Wunden der Menschen in Diktaturen.
Den Sonderpreis für ihr Gesamtwerk erhielt Jutta Richter. Ihre Geschichten begegnen Kindern auf Augenhöhe und trauen ihnen emotional viel zu. Der Sonderpreis „Neue Talente“ ging an Franziska Hörner für ihr Romandebüt „Und mir bleibt der hässliche Hund“, einen feinen Blick auf Trauer, Neubeginn und unverhoffte Freundschaft. Auffällig ist: Drei der Preisbücher erzählen von Diktatur, Überwachung und dem Mut zur eigenen Stimme. Damit trifft der Jubiläumsjahrgang genau den Ton, den Radka Denemarková bei der Eröffnung angeschlagen hatte. Den Schlusspunkt setzte am 11. Oktober der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er ging an den britisch-französischen Juristen und Autor Philippe Sands. Sands hat an wegweisenden Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof mitgewirkt und kämpft dafür, Ökozid als Straftatbestand im Völkerrecht zu verankern. Die Laudatio in der Paulskirche hielt die Historikerin Mirjam Zadoff. Bücher wie „Rückkehr nach Lemberg“ oder „Die Rattenlinie“ verbinden Familiengeschichte mit der Geschichte des Rechts. Literatur als Korrektiv gegen das Vergessen: Dieses Motiv zog sich durch die ganze Messe.
Für Juergen Boos war es die letzte Messe. Nach 21 Jahren als Direktor verabschiedet er sich in den Ruhestand. Der Börsenverein ehrte ihn zum Abschied mit dem Friedrich-Perthes-Preis. Zum Auftakt hatte Boos gewarnt: „Permanentes digitales Spektakel lenkt uns vom Denken ab.“ Ein bemerkenswerter Satz für den Chef einer Messe, die sich gerade selbst zum Erlebnis umbaut. Vielleicht ist genau diese Spannung sein Erbe an die Nachfolge. Der nächste Kurs ist schon gesetzt: 2027 ist Chile Ehrengast, die Messe findet vom 6. bis 10. Oktober statt. Ein Land, dem es an Küste wahrlich nicht mangelt.
Hat die Branche ihre Küste also gefunden? Noch nicht. Aber sie weiß jetzt genauer, wonach sie sucht: nach Regeln für die KI, nach Menschen, die lesen können, und nach einer Messe, die Fans und Fachleute unter einem Dach hält. Shakespeare hätte es gefallen. Das Ufer ist noch Fiktion – die Bewegung dorthin ist echt.
Wart ihr in Frankfurt? Welcher Moment ist euch geblieben, und welches Buch habt ihr mit nach Hause genommen? Schreibt es uns in die Kommentare.
Peter Brendt
Wir haben Productive Books gegründet, um eine Plattform zu schaffen, auf der Autoren und Leser zusammenkommen können, um die Freude am Lernen und Entdecken zu teilen. Im #bookstagram Magazin können Leser neue Bücher entdecken und ehrliche Rezensionen finden.
Die fünf wichtigsten Buchtrends im November 2026
Von Peter Brendt|Zwischen den Zeilen|31. Oktober 2026|10 Min. Lesezeit
Die Frankfurter Buchmesse ist vorbei, und sie hat mehr verraten als jede Prognose im Frühjahr. Rund 236.000 Menschen kamen vom 7.
bis 11. Oktober nach Frankfurt. Das Erdgeschoss gehörte erstmals komplett dem Publikum: Romance, Fantasy, New Adult, Manga, Cosplay, sogar eine eigene Fläche für Sammelkarten. Oben in den Fachhallen ging es um Zahlen, Rechte und KI – und die Zahlen waren nicht nur rosig.
Genau diese Mischung prägt den November. Fünf Entwicklungen, die wir in den letzten Monaten noch nicht oder nur am Rand hatten, stehen jetzt im Vordergrund. Und sie betreffen alle, die Bücher lieben: dich als Leserin oder Leser, dich als Buchbloggerin oder Bookstagrammer und dich als Autorin oder Autor.
1. Bilder erzählen mit: Comics und Graphic Novels werden zum Wachstumsmotor
Die vielleicht überraschendste Zahl der Messe kam von NielsenIQ BookData und GfK. In vielen der 19 untersuchten Länder legte das Segment Graphic Novel im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 30 Prozent im Umsatz zu. Kein anderes Segment wächst derzeit so stark. Die Frankfurter Buchmesse hat reagiert und mit der Matsuri Stage erstmals eine eigene Bühne für Manga, Cosplay und Popkultur eingerichtet.
Spannend ist, wer da liest. In Großbritannien entfallen inzwischen 21 Prozent des Umsatzes im Kinderbuch für 8- bis 12-Jährige auf Comic-Romane. In Frankreich, dem reifsten Comicmarkt Europas, kaufen Frauen mittlerweile mehr als die Hälfte aller Comics. Im deutschsprachigen Raum setzten Manga und Manhwa (Comics aus Südkorea) 2025 laut Carlsen über 100 Millionen Euro um. Und die Themen sind längst erwachsen: Klimawandel, Einsamkeit, queere Liebe. Das bekannteste Beispiel ist *Heartstopper*. Die Webcomic-Reihe von Alice Oseman finanzierte ihre erste Druckausgabe 2018 per Kickstarter – und wurde nach der Netflix-Verfilmung zum weltweiten Phänomen.
Wer Comics bisher für Kinderkram oder Superhelden hielt, sollte einen zweiten Blick wagen. Graphic Novels sind ein idealer Einstieg, wenn gerade die Zeit oder Konzentration für 500 Seiten Fließtext fehlt – und ein guter Weg, Kinder und Jugendliche ans Lesen zu bringen, die mit klassischen Büchern fremdeln. Genau hier liegt eine Chance für Buchblogger:innen: Gute deutschsprachige Besprechungen zu Graphic Novels jenseits der großen Manga-Reihen sind selten, und kaum ein Format passt so gut zu Bookstagram, weil sich Panels, Zeichenstil und Farbwelt zeigen statt nur beschreiben lassen. Autor:innen sollten deshalb prüfen, ob eine Szene, eine Vorgeschichte oder ein Spin-off ihrer Reihe auch als Comic funktioniert – ein illustriertes Bonuskapitel oder eine Kurzgeschichte im Webtoon-Format reicht für den Anfang. Wer dafür mit einer Illustratorin oder einem Illustrator mit eigener Community zusammenarbeitet, bringt zwei Leserschaften zusammen. Wichtig ist nur, die Bildrechte von Anfang an schriftlich zu regeln.
Quelle: NielsenIQ BookData / GfK Entertainment (International Book Market H1 2026) / Publishing Perspectives / Tagesspiegel / Frankfurter Buchmesse
2. Das Hörbuch als Türöffner: Wer hört, liest auch
Über Audio haben wir viel geschrieben – über Royalty-Share, Klangkulissen und kurze Hörserien. Neu ist jetzt der Beleg, dass Hören und Lesen sich nicht verdrängen, sondern gegenseitig befeuern. Audible ließ dafür von NielsenIQ 18.000 Menschen in elf Ländern befragen. Das Ergebnis: 69 Prozent der Hörer:innen kannten den gehörten Titel bereits als Buch. Und 63 Prozent derjenigen, die eine Autorin oder einen Autor über Audio entdeckt haben, kauften danach ein weiteres Werk von ihr oder ihm. Etwa die Hälfte der Befragten würde außerdem eine KI-Stimme ausprobieren.
Gleichzeitig wächst das Angebot. YouTube verhandelt laut Wall Street Journal mit Verlagen über ein offizielles Hörbuchangebot, möglicherweise ab 2027 und gebündelt im Premium-Abo. Ein Motiv dahinter: Auf der Plattform kursieren massenhaft nicht autorisierte Hörbücher, viele davon mit KI-Stimme eingelesen. Audible testet in den USA und Großbritannien zudem neue Funktionen: eine Figurenübersicht, die zeigt, wer gerade spricht, Bilder und Karten passend zur Handlung und sogar Gespräche mit Romanfiguren – entwickelt gemeinsam mit den Urheber:innen.
Hören ist kein „Lesen zweiter Klasse“. Viele Leser:innen nutzen beides, je nach Situation – das Hörbuch beim Pendeln, das gedruckte Buch am Abend. Umso wichtiger ist ein waches Auge: Läuft ein Hörbuch auf YouTube kostenlos und mit Roboterstimme, ist es sehr wahrscheinlich eine Raubkopie, an der die Autorin oder der Autor keinen Cent verdient. Autor:innen sollten deshalb regelmäßig nach unerlaubten Uploads ihrer Titel suchen, sie melden und in ihren Verträgen prüfen, wem die Audiorechte gehören und ob ein Dienstleister sie für KI-Vertonungen nutzen darf. Wer Hörbuch und Buch als Paket denkt und im Hörbuch-Outro auf die anderen Titel und den Newsletter verweist, macht aus Hörer:innen treue Leser:innen. Buchblogger:innen können diese Brücke mitbauen, indem sie Hörbücher als eigenes Format besprechen: Wie ist die Sprecherin, wie das Tempo, trägt die Geschichte auch im Ohr? Solche Einschätzungen fehlen in vielen Rezensionen und helfen der Community bei der Entscheidung, in welchem Format sie ein Buch erleben will.
Quelle: Audible / NielsenIQ („The Future of Listening“, via Publishing Perspectives) / Wall Street Journal (via TheDesk) / Publishing Perspectives (Audible-Funktionen)
3. Vom Siegel zur Selbstverpflichtung: Die globale KI-Charta
Im Juli ging es um die Kennzeichnungspflicht, im Oktober um Transparenz als Vertrauenssignal. Jetzt kommt die nächste Stufe: eine gemeinsame Haltung der Buchbranche. Mitte Oktober hat die britische Society of Authors zusammen mit der Authors Guild (USA) und den Autorenverbänden aus Australien, Kanada und Neuseeland eine internationale Charta für den ethischen Einsatz generativer KI vorgestellt. Unterstützt wird sie unter anderem von Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro und Tracy Chevalier. Die Begründung der Initiatoren: Regierungen liefern keine wirksamen Regeln, also setzt die Branche sie selbst.
Wer unterschreibt – Autor:innen, Verlage, Agenturen, Preisjurys –, verpflichtet sich unter anderem, eine eigene Richtlinie zur KI-Nutzung zu schreiben und öffentlich zu machen. Außerdem setzen sich die Unterzeichnenden für KI-Systeme ein, die nur mit Zustimmung der Rechteinhaber trainieren. Und sie legen offen, wenn KI-generierte Inhalte einen wesentlichen Teil eines Werks ausmachen. Wie nötig das ist, zeigte eine Diskussion in Frankfurt: Fachleute bescheinigten dem EU AI Act dort, Rechteinhabern zwar Argumente zu liefern, aber kaum Sanktionen gegen KI-Entwickler vorzusehen. In Frankreich tragen erste Comics bereits ein Etikett, das sie ausdrücklich als nicht KI-generiert ausweist.
Leser:innen haben ein Recht darauf zu wissen, was sie kaufen – und sie dürfen danach fragen, bei Lesungen, in Kommentaren oder im Buchhandel. Je öfter diese Frage gestellt wird, desto selbstverständlicher wird die Antwort. Darum sollten Autor:innen ihre persönliche KI-Richtlinie aufschreiben, eine halbe Seite genügt: Was nutze ich, etwa Rechtschreibprüfung oder Recherche? Was nutze ich nie, etwa für Text oder Cover? Diese Haltung gehört auf die eigene Website und ins Impressum, und wer mag, unterzeichnet die Charta unter ethicalaicharter.com. Das gilt genauso für Buchblogger:innen: Wer KI für Texte, Bilder oder Zusammenfassungen einsetzt, sollte das offen sagen – das stärkt die eigene Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig können Blogger:innen in ihren Rezensionen erwähnen, ob ein Buch eine solche Erklärung mitbringt, und so ihren Leser:innen genau die Information liefern, die sie suchen.
Quelle: Society of Authors / Publishing Perspectives (Ethical AI Charter) / Publishing Perspectives (EU AI Act Panel, Frankfurter Buchmesse 2026)
4. Vom Bildschirm zurück ins Buch: Verfilmungen und Fan-Erlebnisse
Kaum ein Titel war 2026 so präsent wie *Heated Rivalry*. Die Serie nach Rachel Reids „Game Changers“-Reihe startete Ende 2025 in Kanada und kam im Februar zu HBO Max nach Deutschland. Seitdem zieht sie die Bücher mit: Buchhandlungen luden zu Fan-Treffen, unter dem Namen „Hudcon“ gab es Fan-Abende in mehreren Städten, im Herbst erschienen ein neuer Roman und ein Making-of-Buch. Selbst am letzten Tag der Buchmesse wurde über die Serie diskutiert. Die Messe hat das Thema aufgegriffen: mit der „Screen World“ in Halle 4.0, einem Panel zu europäischen Adaptionstrends und dem erstmals verliehenen RABBIT Romantasy Award.
Der Mechanismus ist klar. Eine gute Verfilmung macht aus einer Leserschaft eine Bewegung – und schickt neue Fans zurück zur Vorlage, inklusive aller Folgebände. Und die Messe hat gezeigt, wie sehr vor allem junge Menschen Bücher als gemeinsames Erlebnis feiern: auf Bühnen, in Creator-Lounges, bei Signierstunden.
Lesen ist kein stilles Hobby mehr. Leser:innen finden Fan-Abende, Lesungen und Buchclubs zu ihren Lieblingsreihen in Buchhandlungen, online und auf Messen – und wer von einer Serie begeistert ist, entdeckt in der Vorlage fast immer mehr, als auf den Bildschirm passt. Buchblogger:innen sind dabei die wichtigsten Brückenbauer: „Buch oder Serie?“ ist eines der dankbarsten Formate überhaupt, weil es auch Serienfans erreicht, die bisher kaum lesen, und sie zur Vorlage führt. Autor:innen profitieren davon, wenn sie solche Anlässe selbst schaffen – ein Online-Leseabend zum Erscheinungstag, eine Fan-Art-Aktion oder ein gemeinsames Lesen mit Bloggerinnen und Bloggern kostet wenig und zeigt, dass hinter einem Buch eine lebendige Community steht. Genau das interessiert auch Produktionsfirmen. Wer ein einseitiges Rechte-Exposé mit Logline, Vergleichstiteln, Figurenkonstellation und Reihenpotenzial in der Schublade hat und seine Film- und Serienrechte möglichst selbst behält, ist vorbereitet, falls eine Anfrage kommt.
Quelle: Frankfurter Buchmesse („Was ist neu 2026″) / hessenschau.de / ZDFheute / Stuttgarter Zeitung / uepo.de (Messebilanz)
5. Sachbuch unter Druck: Wer informieren will, muss erzählen
Die Halbjahresdaten von NielsenIQ BookData zeigen eine deutliche Verschiebung. Belletristik für Erwachsene macht inzwischen mehr als ein Drittel aller verkauften gedruckten Bücher aus und wächst in drei Vierteln der untersuchten Länder. Krimis und Thriller laufen besonders stark, Romantasy bleibt ein Wachstumstreiber. Das Sachbuch dagegen wächst nur noch in vier von 19 Ländern. Am härtesten trifft es die Ratgeber zur Persönlichkeitsentwicklung: Bis auf Neuseeland geht das Segment überall zurück.
Dazu passt das europäische Gesamtbild, das der Verlegerverband FEP in Frankfurt präsentierte. Seit 2021 werden in Europa rund sechs Prozent weniger gedruckte Bücher verkauft. Deutschland liegt im ersten Halbjahr 2026 mit gut vier Prozent im Minus. Fast die Hälfte der Europäer ab 16 Jahren hat laut Eurostat in einem Jahr kein einziges Buch gelesen, und die PISA-Lesewerte sind im OECD-Schnitt deutlich gefallen. Börsenvereinsvorsteher Sebastian Guggolz machte die Kombination aus KI und sinkender Lesekompetenz zum Messethema.
Reines Faktenwissen liefert heute jeder KI-Chat – was er nicht liefert, ist eine Geschichte, die im Kopf bleibt. Leser:innen, die sich für Sachthemen interessieren, sollten deshalb gezielt zum erzählenden Sachbuch greifen; gute Exemplare lesen sich wie ein Roman. Darum sollten Autor:innen von Sach- und Fachbüchern erzählerische Elemente einbauen: Kapitel mit einer Szene, einem Fall oder einer Figur beginnen und das liefern, was keine Maschine kann – eigene Erfahrung, echte Fälle, eine klare Haltung. Buchblogger:innen besetzen mit solchen Büchern eine Nische mit wenig Konkurrenz, denn Sachbücher sind auf Bookstagram und in Blogs stark unterrepräsentiert. Und alle zusammen leisten einen echten Beitrag gegen die sinkende Lesekompetenz, wenn sie Lust aufs Lesen machen: durch Empfehlungen, durch Vorlesen und gerade jetzt vor Weihnachten durch ein Buch als Geschenk.
Quelle: NielsenIQ BookData / GfK Entertainment (International Book Market H1 2026) / Federation of European Publishers (via Publishing Perspectives) / NZZ / hessenschau.de
Fazit:
Der rote Faden in diesem Monat heißt Erlebnis plus Haltung. Geschichten werden gesehen, gehört, gemeinsam gefeiert und auf dem Bildschirm wiederentdeckt – und immer mehr Menschen wollen wissen, wer dahintersteht und wie gearbeitet wurde. Das betrifft alle, die Bücher lieben: die, die sie schreiben, die, die über sie sprechen, und die, die sie lesen.
Für die Wochen bis zum Jahresende heißt das: Probier ein neues Format aus, ob als Leser:in mit der ersten Graphic Novel, als Blogger:in mit einer Hörbuch-Rezension oder als Autor:in mit einem illustrierten Bonuskapitel. Frag nach Transparenz und lebe sie selbst vor. Und mach Lesen zum Erlebnis – mit einem Fan-Abend, einem gemeinsamen Leseprojekt oder einem Buch unter dem Weihnachtsbaum, das dich selbst begeistert hat.
Und jetzt seid ihr dran: Welcher dieser Trends hat euch am meisten überrascht? Schreibt es uns – die spannendsten Antworten greifen wir in der Dezemberausgabe auf.
Peter Brendt
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Anthologie & Schreibwettbewerbe
Von Monika Deinhart|Zwischen den Zeilen|18. Oktober 2026|Eigenwerbung|2 Min. Lesezeit
Als Autorin und Bloggerin werde ich immer wieder gefragt, wie jemand AutorIn werden kann. Heute starte ich mit dem Hinweis auf Anthologien oder Schreibwettbewerbe.
Oft hat jemand eine Buchidee und möchte sich erst ausprobieren, ob er überhaupt schreiben kann. Vorweg: Jeder kann schreiben, für manche bleibt es ein manchmal teures Hobby, andere haben dadurch ein passives Einkommen und wenige können von den Einkünften ihrer Bücher nachhaltig leben.
Meistens kommt als erste Frage: Soll ich in Ich-Form schreiben oder die sogenannten Protagonisten – meine Buchfiguren – erfinden?
Ein Schreibwettbewerb oder einige Seiten in einer Anthologie sind ein wunderbarer Einstieg. Bei den Schreibwettbewerben ist es wichtig, das Genre zu finden, was zu dir passt. Natürlich sind auch die Bedingungen einzuhalten. Es gibt Schreibwettbewerbe mit und ohne Gewinne. Oft ist der Gewinn eine Veröffentlichung in einem Buch. Das ist dann oft eine Anthologie.
In einigen Fällen gibt es dafür auch ein Honorar.
In den sozialen Medien oder auch in einigen „buchigen“ Vereinen werden immer wieder Menschen aufgefordert, sich für eine Anthologie zu melden. Das können Anthologien zu einem Thema sein, beispielsweise Krimi oder Fantasy sein oder es ist alles möglich und die Zeichenzahl beispielsweise vorgegeben.
Bei solchen Anthologien werden oft die Erlöse oder Teile des Reinerlöses für soziale Projekte gespendet.
Für Dich als AutorIn ist dies eine wunderbare Gelegenheit, um dich auszutesten und zu merken, welcher Schreibstil zu Dir passt. Verlage haben so die Möglichkeit, neue AutorInnen kennenzulernen und gegebenenfalls für gemeinsame Buchprojekte anzufragen. Also ran an das Starten mit dem Schreiben von Kurzgeschichten. Dann folgen sicherlich Bücher zu deinen Herzensthemen. Der Erfolg kommt mit der Zeit und natürlich auch mit der steigenden Sichtbarkeit. Sichtbarkeit braucht auch Vernetzung und dazu gibt es im nächsten Beitrag Tipps.
Monika Deinhart
Als Autorin erfolgreicher Ratgeber zur beruflichen Neuorientierung (u. a. Kündigungsblues Ade) kennt Monika Deinhart die Buchwelt aus allen Perspektiven – vom Schreiben über den Verlag bis zum Handel. Als Moderatorin bei Radioplanet Berlin gibt sie Büchern eine hörbare Bühne und bringt mit Formaten wie Buchblog.mit.Senf frischen Wind in die Literaturszene. Mit fundierter Expertise, einer Prise „Senf“ für klare Kante und großer Leidenschaft verbindet sie Buchblogging, Radio und Autorentum, um Menschen und Geschichten wirksam in Bewegung zu bringen. Ihr Webseite ist unter https://www.monikadeinhart33.com/ erreichbar.
Thomas Durchschlag - Autorenvorstellung
Von HelgasBuecherparadies|Autorenvorstellung|17. Oktober 2026|2 Min. Lesezeit
Heute freue ich mich sehr, euch den sympathischen Autor Thomas Durchschlag vorzustellen, den ich auf der Frankfurter Buchmesse persönlich kennenlernen durfte. Wir haben ein interessantes Gespräch geführt, das mir in schöner Erinnerung geblieben ist.
Umso mehr freue ich mich, euch heute einen Einblick in sein Leben und seine Arbeit zu geben.
Thomas Durchschlag nimmt uns mit hinter die Kulissen seiner Arbeit als Thriller-Autor und erzählt, was ihn beim Schreiben bewegt, welche Rolle Recherche für ihn spielt und warum es ihm wichtig ist, seine Leserinnen und Leser mit seinen Geschichten zu berühren. Liebe Helga, ich freue mich sehr, dass ich mich heute bei Dir als Thriller-Autor vorstellen darf. Bevor ich anfing, Romane zu schreiben, habe ich fast zwanzig Jahre als Drehbuchautor und Regisseur für Spielfilme gearbeitet. Obwohl das Schreiben eines Romans ganz anders ist als die Arbeit beim Fernsehen, glaube ich doch, jetzt davon als Autor zu profitieren und aus meiner Erfahrung im Erzählen von Geschichten schöpfen zu können. Denn am Ende kommt es immer darauf an, eine Geschichte spannend und interessant zu erzählen und dabei Emotionen zu erzeugen, die im besten Fall noch eine Weile nachwirken. Menschen mit einer Geschichte zu berühren, ist etwas, das mich schon beim Filmemachen fasziniert hat. Wenn ich heute beim Schreiben noch einmal eine Szene durchgehe und diese beim Lesen etwas bei mir auslöst, obwohl ich sie doch selbst geschrieben habe und den Ausgang schon kenne, dann weiß ich, dass ich auf der richtigen Fährte bin. Eine wesentliche Rolle spielt für mich dabei die Recherche. Ich glaube, man spürt beim Lesen, ob sich jemand mit der Welt, von der er erzählt, wirklich beschäftigt hat oder nicht. Meine Figuren und Geschichten sind erfunden, aber dennoch will ich, dass die Welt, in der sie spielen, sich echt anfühlt. Insofern ist Fiktion für mich auch immer ein Spiegel der Realität. Da ich immer neugierig bin, ist Recherche für mich aber auch die Möglichkeit, Zugang zu einer Welt zu erlangen, die mir sonst verschlossen bliebe. Und indem ich sie in meine Bücher einfließen lasse, kann ich etwas von dem, was ich dabei entdecke und erfahre, auch mit meinen Leserinnen und Lesern teilen.
Ganz herzlichen Dank, lieber Thomas, für die interessanten Einblicke in dein Leben und deine Bücher. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg, viele spannende Ideen und zahlreiche begeisterte Leserinnen und Leser!
HelgasBuecherparadies
Mein Name ist Helga, ich bin verheiratet und Mutter von zwei Kindern. 2018 habe ich meinen Blog Helgas Bücherparadies ins Leben gerufen, um meine Leidenschaft für Thriller und Psychothriller mit anderen zu teilen. Dank euch habe ich inzwischen über 16.000 Follower auf Facebook und konnte bereits einige Auszeichnungen wie den Skoutz-Award 2021 gewinnen.
Sanna Falckner - Autorinnenvorstellung
Von HelgasBuecherparadies|Autorenvorstellung|06. Oktober 2026|2 Min. Lesezeit
Heute möchte ich euch eine ganz besondere Autorinnenvorstellung präsentieren. Hinter dem Pseudonym Sanna Falckner steckt ein kreatives Autorenduo, das gemeinsam spannende Geschichten mit besonderen Figuren und viel Liebe zum Detail entwickelt.
Liebe Helga, vielen Dank, dass wir uns hier vorstellen dürfen.
‚Wir‘ deshalb, weil wir eigentlich zu zweit schreiben, unter dem Pseudonym Sanna Falckner. Und das kam so: Mein Co Autor ist Installateur und sagte eines Tages zu mir: „Was ich alles in meinem Beruf erlebe, darüber müsste man einen Roman schreiben.“
Ich bin Autorin und in meinem Kopf setzte sich eine Idee fest. So entstand Lena, eine Installateurin, die zur Privatermittlerin wird, weil sie unter Mordverdacht gerät. Natürlich musste mein Co Autor mit ins Boot, denn Recherche nehme ich ziemlich genau. Da wir beide in Heidelberg leben und ich diese Stadt einfach liebe, war auch schnell der Schauplatz klar. So nach und nach entstand das ganze Figurenensemble um Lenas Opa Tasso, die sanierungsbedürftige Villa, in der Lena mit ihrem Opa lebt, und alles andere.
Schnell wurde auch deutlich, dass Lena als Installateurin gut undercover ermitteln kann, weil sie durch ihre Arbeit in Wohnungen und Häuser kommt und dort die Leute in ein Gespräch verwickelt. So war klar, dass diese Figur auf jeden Fall als Hauptfigur in einer Reihe funktioniert.
Wenn ich Lena zum Beispiel in einem Hotel ermitteln lassen muss, frage ich meinen Co Autor, was sie in dem Haus arbeiten könnte. Dann müssen wir sie nur noch plausibel an den Ort des Geschehens bringen.
Diese gemeinsame Arbeit macht viel Spaß. Ich bin froh, dass wir einen so tollen Verlag gefunden haben. Wir sitzen derzeit an Band zwei und schicken Lena wieder auf Montage in ihrem neuen Fall, in dem sie Tassos Freundin Mathilde zu Hilfe kommen muss.
Ganz herzlichen Dank, liebe Sanna, für die interessanten Einblicke in dein Leben und deine Bücher.
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und viele begeisterte Leserinnen und Leser!
HelgasBuecherparadies
Mein Name ist Helga, ich bin verheiratet und Mutter von zwei Kindern. 2018 habe ich meinen Blog Helgas Bücherparadies ins Leben gerufen, um meine Leidenschaft für Thriller und Psychothriller mit anderen zu teilen. Dank euch habe ich inzwischen über 16.000 Follower auf Facebook und konnte bereits einige Auszeichnungen wie den Skoutz-Award 2021 gewinnen.
Wir stehen in der Zeitung. Auf echtem Papier.
Von Peter Brendt|Zwischen den Zeilen|21. Oktober 2026
Okay, genau genommen steht Helga Körner in der Zeitung. Aber das #bookstagram Magazin wird erwähnt, und das reicht uns für einen kleinen Freudentanz.
Unter der Überschrift „Stolz auf stetig steigende Wahrnehmung“ porträtiert Thomas Volkmann auf der Lokalkultur-Seite unsere Rezensentin aus Gültstein. Ein paar Fakten, die uns beim Lesen kurz haben schlucken lassen:
drei bis vier Bücher pro Woche, also gut 180 im Jahr
täglich drei bis vier Stunden Lesen, ehrenamtlich
rund 16.000 Leser auf Facebook und 9.000 auf Instagram
2021 ausgezeichnet von skoutz als beste persönlich gestaltete Seite unter 350 Blogs
Und ganz nebenbei verrät sie ihre wichtigste Regel: Was ihr nicht gefällt, bricht sie ab. Verrisse gibt es bei ihr nicht.
Bei uns im Magazin liest du jeden Monat drei bis vier ihrer Rezensionen. Die „Bücherpäpstin“ (diesen Titel hat sie sich bei uns im Interview eingehandelt) bleibt uns also erhalten.
Liebe Helga: Glückwunsch und danke, dass du mit uns dieses Magazin machst ❤️❤️❤️
Und jetzt du: Welches Buch hast du zuletzt abgebrochen? Schreib es in die Kommentare.
Peter Brendt
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In eigener Sache: Unser neues Bloggerportal ist eröffnet
Von Peter Brendt|Zwischen den Zeilen|22. Oktober 2026
Stell dir ein Bücherregal voller Neuerscheinungen vor. Jedes Buch darin wartet nur darauf, von dir gelesen zu werden.
Dieses Regal gibt es jetzt: unser neues Bloggerportal.
Dort bieten Self-Publisher Rezensionsexemplare ihrer Bücher an, und die Auswahl kann sich sehen lassen. Du findest Science-Fiction mit den Marsgirl-Chroniken, das Gilgamesch-Epos als Roman, Fantasy, Kinderbücher und einen Sommer auf Rhodos. Wer lachen will, lernt nebenbei, wie man das Chemieklo leert, ohne einen ABC-Alarm auszulösen. Ob Buch, eBook oder Hörbuch, ob Krimi oder Humor: Mit wenigen Klicks findest du, was zu dir passt.
Gefällt dir etwas, fragst du es einfach an. Das Weitere ist so selbsterklärend, wie es klingt. Es gibt keine Frist, keinen Druck und kein Kleingedrucktes. Wir wünschen uns nur deine ehrliche Meinung.
Also: Schnapp dir eine Tasse Kaffee, schau rein und entdecke dein nächstes Lieblingsbuch. Die Autorinnen und Autoren freuen sich auf dich.
Viel Spaß beim Stöbern! PS für alle, die selbst schreiben: Dein Buch kannst du auch einstellen. Den Link „Für Autoren: Buch einstellen“ findest du unten im Portal.
Peter Brendt
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Gut geschrieben reicht nicht: Warum ich dieses Buch verschenke
Von Peter Brendt|Zwischen den Zeilen|24. Oktober 2026|Eigenwerbung|3 Min. Lesezeit
Anderthalb Jahre habe ich an einem Jugendbuch geschrieben. Ich finde es bis heute richtig gut.
Gefunden hat es trotzdem fast niemand. Das lag nicht am Text. Es lag an allem, was nach dem letzten Satz kommt.
Das Problem beginnt nach dem Upload
Wer bei Amazon KDP veröffentlicht, ist plötzlich Autor, Verlag, Herstellung und Marketingabteilung in einer Person. Geübt haben die meisten von uns nur die erste Rolle. Das Buch geht online, Freunde gratulieren, ein paar Exemplare gehen raus. Dann wird es still.
Der Grund ist simpel: Amazon zeigt vor allem Bücher, die schon Aktivität haben. Ohne Sichtbarkeit keine Käufe, ohne Käufe keine Sichtbarkeit. Aus dieser Schleife kommt ein neues Buch nur heraus, wenn mehrere Dinge gleichzeitig stimmen.
Meine Antwort: ein Buch für die Zeit nach dem Schreiben
„Gut geschrieben reicht nicht“ erklärt die Arbeit nach dem Manuskript in der Reihenfolge, in der sie anfällt. Das Gerüst ist ein Kreislauf aus vier Zahnrädern: gefunden werden, überzeugen, Vertrauen aufbauen, anschieben. Klemmt eines, bremst es die anderen mit.
Durch alle 15 Kapitel zieht sich ein Fallbeispiel. Die erfundene Autorin Mara Lindner bringt einen Ratgeber heraus, von der ersten Keyword-Recherche bis zur Werbeauswertung nach 90 Tagen. Die Zahlen sind erfunden, die Rechnungen nicht: Sie folgen den Preisen, Tantiemen und Druckkosten, die im Oktober 2026 bei KDP galten. Und ich zeige auch die Stellen, an denen es nicht glatt lief.
Für wen das Buch ist und für wen nicht
Es richtet sich an zwei Gruppen. Wenn du dein erstes Buch veröffentlichst, liest du es von vorn nach hinten. Wenn du schon mehrere Titel bei KDP hast, springst du gezielt in die Kapitel, die du brauchst.
Nicht das richtige Buch ist es, wenn du noch am Manuskript feilst oder einen Schreibratgeber suchst. Auch wer bei einem Verlag veröffentlicht oder vor allem andere Plattformen als Amazon nutzt, findet hier wenig.
Was du konkret mitnimmst
Suchbegriffe, die Leser wirklich eintippen, und wie du die sieben Keyword-Felder mit je 50 Zeichen sinnvoll füllst.
Handwerk, das nach Profi aussieht: ein Cover, das als Briefmarke funktioniert, Buchsatz mit Word für Taschenbuch und eBook.
Rechtssicheres Kleingedrucktes: Impressum, Produktsicherheitsverordnung, Pseudonym und KI-Kennzeichnung.
Ehrliche Wege zu Rezensionen und Werbung, die sich rechnet, inklusive ACOS richtig lesen und Woche für Woche prüfen, wie es deinem Buch geht.
Mein ehrliches Fazit
Die Stärke des Buchs ist der durchgehende Weg mit echten Rechnungen. Die Handwerkskapitel funktionieren auch ganz ohne meine Tools.
Die Grenzen nenne ich offen. Viele Schritte zeige ich an Bukido, den Autorentools, die Productive Books selbst gebaut habt, meist kostenlos und sonst zum Selbstkostenpreis ohne Abo. Das ist praktisch, aber natürlich nicht neutral. Außerdem veraltet ein Buch über Amazon schnell, denn KDP ändert Felder, Tantiemen und Regeln laufend. Und die rechtlichen Kapitel ersetzen keine Rechtsberatung.
Hol dir das Buch
Ich verschenke „Gut geschrieben reicht nicht“ als Download. Wenn dein Buch online ist und niemand es bemerkt, fang hier an:
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Bücher
Abseits des Mainstreams: Hier findest du eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl von Neuerscheinungen aus Kleinverlagen und dem Self-Publishing. Diese Plattform bietet eine Bühne für frische Stimmen und besondere Geschichten, die darauf warten, von dir entdeckt zu werden.
Ich bringe euch Frieden
Sascha Raubal
Fantasy
Seit Jahrhunderten tränken Kriege den Boden des Waldlandes mit Blut. Ganze Dörfer werden grausam ausgelöscht. Als Einziger überlebt der kleine Vlad ein solches Massaker und die gefahrvolle Flucht durch den Wald. Er entkommt Krokodilen und Jaguaren und findet ein neues Heim, doch auch dieses ist ihm nicht lange vergönnt. Nur seine einzigartige Natur rettet ihn vor den Mördern.
Von nun an kennt Vlad nur noch ein Ziel: seine ganz besonderen Fähigkeiten zu nutzen, um endlich den Frieden in die Welt zu zwingen. Koste es, was es wolle.
DIE MAUERN VON URUK: Das Gilgamesch-Epos als Roman
Tatjana Grass
Historische Romane
Ein unsterblicher König. Eine Stadt kurz vor dem Verrat.
Uruk, vor viertausend Jahren: Gilgamesch regiert mit der brutalen Kraft eines Halbgottes – unbesiegt im Kampf, aber getrieben von der Angst vor dem eigenen Tod. Erst als er gemeinsam mit dem wilden Enkidu den blutigen Kampf gegen den titanischen Wächter des Zedernwalds übersteht und sein Bruder kurz darauf stirbt, bricht die Gewissheit seiner Sterblichkeit über ihn hinein.
Rasend vor Schmerz verlässt Gilgamesch die Stadt. Er kämpft sich durch feindliche Wildnisse, stellt sich tödlichen Bestien und durchquert die Welt am Rande des Abgrunds, um das Geheimnis des ewigen Lebens zu erzwingen.
Doch während der König mit der Waffe in der Hand um sein Überleben ringt, zieht in Uruk ein anderer Gegner die Schlinge zu: Ur-Ninurta, Ältester des Rates, nutzt die Abwesenheit des Herrschers für einen lautlosen Coup. Das Akitu-Fest steht bevor – der Tag, an dem die Herrschaft neu vergeben wird. Mit oder ohne Gilgamesch.
Ein Epos aus Schwert und Blut. Eine Verschwörung aus Verrat und Kalkül. DIE MAUERN VON URUK erzählt das älteste Drama der Menschheit als kompromisslosen Historienthriller.
Für alle, die mythologische Nacherzählungen ebenso lieben wie historische Spannungsromane: eine Geschichte über Blutsbrüderschaft, Macht, Trauer und die Frage, was von einem Menschen bleibt, wenn weder sein Ruhm noch sein Leben von Dauer sind.
Die Atemseite des Yoga: Wie Pranayama, Atemrhythmus und alte Atemtechniken das Nervensystem beruhigen und was die Neurowissenschaft dazu sagt
Lian Wege
Persönlichkeitsthemen
Was der Atem wirklich kann, und was nur versprochen wird.
Vier Sekunden ein. Sechs Sekunden aus. Irgendwo in der Brust wird es ruhiger.
Warum eigentlich?
Atmen ist ein Markt geworden. Apps zählen Atemzüge, Coaches versprechen besseren Schlaf, Breathwork-Retreats sogar Heilung. Was davon trägt, erfährst du dort selten.
Lian Wege legt beide Seiten offen auf den Tisch: zweitausend Jahre Pranayama, von Patanjali bis zur Hatha Yoga Pradipika, und das, was Physiologie und Neurowissenschaft heute über Zwerchfell, CO₂, Vagusnerv und Gehirn wissen. Mehr als hundert Quellenverweise, nachprüfbar belegt. Viele eigens gezeichnete Grafiken, die sichtbar machen, was im Körper geschieht. Und am Ende jedes Kapitels eine Evidenz-Ampel: Grün für gut belegt, Gelb für vielversprechend, Rot für das, was in Kursen gern behauptet wird.
Kein Atemguru. Keine Heilsversprechen. Dreizehn Übungen, vom Bienenatem bis zur Kontrollpause, mit klaren Hinweisen, wo die Grenzen liegen.
Für alle, die bewusster atmen wollen, ohne dafür etwas glauben zu müssen.
Über Lian Wege
Lian Wege praktiziert seit vielen Jahren Yoga und schreibt über die Schnittstelle von Yogaphilosophie und Psychologie. Mit „Die mentale Seite des Yoga“ hat er Leserinnen und Leser erreicht, die ahnten, dass Yoga mehr ist als eine Körperpraxis. Ihre Rückmeldungen kreisten immer wieder um eine Frage: Was passiert eigentlich, wenn wir atmen?
Dieses Buch ist die Antwort. Es nimmt den Atem so ernst wie die alten Texte und so genau wie die Forschung, und es stellt beide Sprachen wieder nebeneinander, ohne dass eine die andere übertönt.
Die Matte war das Trainingslager. Der Atem ist das Werkzeug, das du immer dabeihast.
1999. Alle reden vom Weltuntergang. Alex hat nicht einmal einen Plan für nächste Woche.
Er ist neunzehn, hat ein schrottiges Auto, seinen besten Freund Jay und ein Leben, das ihm genau so gefällt, wie es ist. Endlose Nächte, gute Musik und die Freiheit, niemandes Erwartungen erfüllen zu müssen. Große Pläne? Wozu auch?
Bis auf einer von Jays legendären Kellerpartys eine Fremde ihre Hände in seinen Nacken legt, als wäre es ihr Recht. Ihn küsst. Und anschließend einfach verschwindet.
Ihr Name? K. Einfach nur K.
Sie spielt Schlagzeug, hat große Träume und ist fest entschlossen, sie zu verwirklichen. Alex fasziniert ihre Selbstsicherheit, ihr Eigensinn und die Leichtigkeit, mit der sie ihn aus dem Konzept bringt. Und K scheint ausgerechnet an diesem jungen Mann Gefallen zu finden, der sich um die Meinung anderer herzlich wenig schert, ihr aber zuhört, als wäre sie der einzige Mensch auf der Welt.
Aus einer flüchtigen Begegnung werden stundenlange Autofahrten, durchfeierte Nächte und Gespräche über Musik, Kafka und das Leben. Sie stellt Fragen, denen er sonst lieber ausweicht. Er sagt Dinge, die sie unerwartet berühren, ohne es überhaupt zu merken.
Und irgendwann wird aus dem Spiel zwischen den beiden etwas, das sich nicht mehr so einfach mit einem Achselzucken abtun lässt.
Eine bittersüße Coming-of-Age-Geschichte über Liebe, Freundschaft und all das, wofür man mit neunzehn noch alle Zeit der Welt zu haben glaubt.