Momo ist das alles zu viel (Anna Mendel | Jasmin Sturm)
„Manchmal muss die Welt leiser werden, damit ein Herz sich öffnen kann.“
„Momo ist das alles viel zu viel“ von Anna Mendel, liebevoll illustriert von Jasmin Sturm, ist ein berührendes Bilderbuch über Autismus, Reizüberflutung und die zauberhafte Kraft des Verstehens. Momo erlebt die Welt auf seine ganz eigene Weise: Geräusche, Gerüche, Berührungen und Veränderungen können zu einem Sturm anwachsen, der alles andere übertönt. Was für manche nebensächlich erscheint, wird für Momo manchmal einfach zu viel.
Einfühlsam und kindgerecht öffnet das Buch eine Tür zu einer Wahrnehmungswelt, die viel zu oft missverstanden wird. Es erklärt, ohne zu belehren, und schenkt kleinen wie großen Leserinnen und Lesern einen neuen Blick auf vermeintlich ungewöhnliches Verhalten. Denn hinter mancher Reaktion verbirgt sich kein Trotz, sondern ein Mensch, der gerade ein wenig mehr Ruhe, Sicherheit und Verständnis braucht.
Besonders schön finde ich die leise, aber kraftvolle Botschaft: Nicht jedes Kind muss sich der Welt anpassen – auch die Welt darf ihm entgegenkommen. Die farbenfrohen Illustrationen unterstützen diesen Zugang und laden zum gemeinsamen Entdecken und Sprechen ein.
Ein wertvolles Buch, das Mitgefühl wachsen lässt wie eine kleine Blume im Garten der Vielfalt. Es erinnert uns daran, dass wir nicht alle gleich fühlen müssen, um einander nahe zu sein. Manchmal genügt es, leiser zu werden, genauer hinzusehen und einem anderen Herzen Raum zu schenken.
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