Alone against the Baumarkt (Stefan Schottleitner)
„Wer eine Palme sucht, findet manchmal das Abenteuer seines Lebens.“
Bisweilen beginnt das größte Abenteuer mit einem ganz gewöhnlichen Vorhaben: dem Kauf einer Palme. Doch in Stefan Schottleitners „Alone Against the Baumarkt“ wird aus einem harmlosen Einkauf ein irrwitziger Überlebenskampf, bei dem die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Einbildung herrlich verschwimmen.
Ein begeisterter Survival-Fan findet sich versehentlich eingeschlossen zwischen Werkzeugregalen, Gartenabteilung und Baustoffen – und ist überzeugt, dass nun seine große Stunde geschlagen hat. Wo andere lediglich Einkaufswagen und Schraubenzieher sehen, wittert er Gefahren, Chancen und Prüfungen für echte Überlebenskünstler.
Besonders reizvoll ist der trockene, absurde Humor, der aus dem Gegensatz zwischen der dramatischen Selbstwahrnehmung des Helden und der banalen Wirklichkeit entsteht. Der Schreibstil verspricht eine leichtfüßige, pointierte Erzählweise, getragen von schrägen Gedankengängen, skurrilen Missverständnissen und Situationskomik. Dass der Protagonist seine Mission vollkommen ernst nimmt, macht das Ganze umso köstlicher.
Mir gefällt vor allem diese wunderbar verrückte Idee, den Alltag kurzerhand zur Wildnis zu erklären. Hier braucht es weder Drachen noch verzauberte Wälder, um ein Abenteuer zu erleben – ein Baumarkt genügt, wenn die Fantasie erst einmal das Kommando übernimmt.
Eine originelle Survival-Parodie für alle, die gern schmunzeln und schräge Geschichten lieben. Denn manchmal ist nicht die Welt das größte Abenteuer, sondern die eigene Logik. Und irgendwo wartet noch immer eine Palme darauf, endlich abgeholt zu werden.
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