Auf Harz und Nieren (Roland Lange)
„Wo das Blut fließt, beginnt die Geschichte erst richtig spannend zu werden.“
Man nehme eine entführte Mutter, 250 Blutkonserven als Lösegeld, einen leicht überforderten Blutfahrer und eine Schar eigenwilliger Dorfbewohner – und schon ist das Rezept für einen ungewöhnlichen Krimi angerichtet. Mit „Auf Harz und Nieren“ entführt Roland Lange seine Leser in das fiktive Harzer Dorf Bollenstedt und lässt dort eine Geschichte entstehen, die ebenso spannend wie skurril daherkommt.
Besonders gefallen hat mir die ungewöhnliche Grundidee. Blut wird hier nicht nur zum lebenswichtigen Gut, sondern zum Dreh- und Angelpunkt eines temporeichen Rettungsplans. Freddie Töpperwien ist dabei kein abgebrühter Ermittler, sondern ein ganz normaler Mann, der plötzlich über sich hinauswachsen muss. Gerade diese menschliche Seite macht ihn sympathisch.
Zwischen rauer Harzer Landschaft, kauzigen Originalen und schwarzem Humor entfaltet sich ein Krimi mit ganz eigener Seele. Immer wieder blitzt zwischen der Spannung ein Augenzwinkern hervor, sodass die Geschichte nie in düstere Schwere abgleitet. Für mich liegt der besondere Zauber darin, dass nicht nur das Verbrechen zählt, sondern vor allem die Menschen, ihre Eigenheiten und der Zusammenhalt einer Dorfgemeinschaft.
Fazit: Ein origineller, unterhaltsamer Auftakt, der Lust auf weitere Abenteuer mit Freddie Töpperwien macht – und mir den Harz einmal mehr als geheimnisvollen Schauplatz für mörderisch gute Geschichten nähergebracht hat.
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