Falsches Spiel (Ingrid Zellner)
„Manchmal ist die Wahrheit dort versteckt, wo niemand sie vermutet.“
„Falsches Spiel“ von Ingrid Zellner hat mich mit einer Ausgangslage gepackt, bei der man als Leser sofort genauer hinschauen möchte: Kriminaloberkommissar Jakob Kratz findet sich plötzlich auf der falschen Seite des Gesetzes wieder. Eine ermordete Prostituierte liegt in seiner Badewanne – und die Indizien scheinen gegen ihn zu sprechen. Doch Kratz beteuert seine Unschuld. Je mehr sich die Schlinge zuzieht, desto drängender wird die Frage: Wer spielt hier eigentlich welches Spiel?
Besonders gefallen hat mir Surendra Sinha, der als Privatermittler auf eine Spur stößt und beginnt, hinter die offensichtlichen Zusammenhänge zu blicken. Seine indischen Wurzeln geben der Geschichte dabei eine besondere Farbe und machen ihn für mich zu einer interessanten Ermittlerfigur. Auch die Schauplätze rund um Reutlingen, Bad Urach und die Schwäbische Alb verleihen dem Krimi eine ganz eigene Atmosphäre.
Ich mochte besonders dieses Gefühl, nie genau zu wissen, welchem Puzzleteil man trauen darf. „Falsches Spiel“ ist für mich ein Krimi über Verdacht, Wahrheit und die gefährliche Kunst, den Schein zu durchschauen – spannend, eigenwillig und mit einigen kleinen Türen, hinter denen sich immer noch eine weitere Überraschung verbergen könnte.
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