Eine winzige Lüge (Astrid Korten)
„Manchmal genügt eine winzige Lüge, um eine ganze Wahrheit ins Wanken zu bringen“
Mit „Eine winzige Lüge“ erschafft Astrid Korten einen psychologisch raffinierten Spannungsroman, der leise beginnt und seine Schlinge Seite für Seite enger zieht. Im Mittelpunkt steht Martina, deren scheinbar vertraute Welt zu zerbrechen droht, als ihre Tochter Julia ihr Verstörendes über Alex erzählt – den Mann, mit dem Martina seit vielen Jahren ihr Leben teilt. Doch was ist Wahrheit, was Erinnerung und was vielleicht nur eine geschickt erzählte Lüge?
Besonders fasziniert hat mich dieses ständige Spiel mit meinem Vertrauen. Immer wenn ich glaubte, festen Boden unter den Füßen zu haben, öffnete sich eine neue Tür des Zweifels. Korten zeichnet ihre Figuren vielschichtig und lässt Schuld, Loyalität, Familiengeheimnisse und öffentliche Vorverurteilung miteinander verschmelzen. Dabei entsteht Spannung nicht durch laute Effekte, sondern vor allem im Kopf.
Fazit: Der eindringliche, atmosphärische Schreibstil verstärkt dieses Gefühl wunderbar. „Eine winzige Lüge“ zeigt, wie zerbrechlich Wahrheit sein kann – wie ein Spiegel, der einen ersten feinen Riss bekommt, bis plötzlich das ganze Bild in tausend schillernde Scherben zerfällt. Ein kluger, beklemmender und außergewöhnlicher Roman.
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