Der Eklat (Dennis Kornblum)
„Zwischen zwei Wahrheiten liegt manchmal nur ein einziges Wort“
„Der Eklat“ von Dennis Kornblum ist ein außergewöhnlicher, kluger und erschreckend zeitgemäßer Roman über die Macht der Worte und darüber, wie schnell aus unterschiedlichen Meinungen unüberwindbare Gräben entstehen können. Im Mittelpunkt steht der kontroverse Schriftsteller Jascha Wrobel, dessen kompromisslose Art ihn zunehmend zwischen gesellschaftliche und ideologische Fronten geraten lässt. Als eine jahrelange Auseinandersetzung mit der Journalistin Jasmina Lorentz schließlich in einer Talkshow eskaliert, wird aus Worten ein Sturm, dessen Wellen weit über diesen einen Abend hinausreichen.
Besonders fasziniert hat mich, dass Kornblum keine einfache Wahrheit präsentiert. Stattdessen hält er uns einen Spiegel vor und lässt uns selbst fragen: Wer urteilt hier über wen – und warum? Geschickt verbindet er Medienkritik, Psychologie und gesellschaftliche Polarisierung mit den ganz persönlichen Verletzungen seiner Figuren. Hinter Schlagzeilen und Etiketten werden Menschen sichtbar, widersprüchlich und verletzlich.
Fazit: Ein Roman, der aneckt und zum Gespräch einlädt. Denn manchmal beginnt Verständnis genau dort, wo wir aufhören, nur unsere eigene Wahrheit hören zu wollen.
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