Wintertöchter - die Kinder (Mignon Kleinbek)
„Manchmal wächst die größte Stärke dort, wo das Leben am härtesten ist.“
Mit „Wintertöchter – Die Kinder“ entführt Mignon Kleinbek erneut in die raue, geheimnisvolle Bergwelt der österreichischen Tauern – und hat mich damit wieder tief in die Geschichte von Anna, Marie und Barbara hineingezogen. Besonders fasziniert hat mich, wie selbstverständlich sich Familienschicksal, Zeitgeschichte und ein Hauch von Mystik miteinander verweben. Annas außergewöhnliche Gabe, durch das Schmecken in andere Zeiten einzutauchen, verleiht der Handlung etwas Märchenhaftes, während das harte Leben der Menschen erschreckend real bleibt.
Anna wächst vom Mädchen zur jungen Frau heran und beginnt, sich aus den Fesseln ihrer Vergangenheit zu lösen. Dabei erzählt Kleinbek nicht einfach von Gut und Böse, sondern zeigt Menschen mit Wunden, Sehnsüchten, Schuld und inneren Abgründen. Gerade diese Vielschichtigkeit macht die Figuren für mich so greifbar.
Fazit: Die eindrucksvollen Landschaftsbeschreibungen, die Kräuterkunde und die alten Überlieferungen schaffen eine Atmosphäre, in der man beim Lesen beinahe den Bergwind spürt und den Duft der Wälder wahrnimmt. Trotz aller dunklen Seiten bleibt vor allem eines: die Hoffnung, dass aus Schmerz Stärke und aus Schicksal ein selbstbestimmter Weg wachsen kann. Ein atmosphärischer und tief berührender Roman.
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