Der Roman des Jahre 2025: Platz 10 in der Kategorie Thriller und Krimis

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Tod unter Wacholdern

Jo Ann Martin

Tod unter Wacholdern ist ein regional verankerter Kriminalroman, der einen rätselhaften Leichenfund in der Vulkaneifel zum Ausgangspunkt für Ermittlungen und Dorfkonflikte macht. Die Geschichte beginnt mit einem Leichenfund in einem Wacholderschutzgebiet nahe des Eifeldorfes Loogh – die Tote/der Tote wird in auffällig-grotesker Haltung entdeckt, was den Fall von Beginn an ungewöhnlich macht. Hauptkommissar Leo Werner aus Daun übernimmt die Ermittlungen, obwohl es „eigentlich gar nicht sein Fall“ ist, und stößt dabei auf ein Dorf, in dem viele mehr zu wissen scheinen, als sie sagen. Parallel mischen sich die Biologin Alex Cameron und Menschen aus ihrem Umfeld ein, was zusätzliche Dynamik und Reibung in die Aufklärung bringt. Das Buch nutzt das Setting der Vulkaneifel sehr präsent: Landschaft, Schutzgebiet und dörfliche Strukturen sind nicht nur Kulisse, sondern wirken auf Motive, Möglichkeiten und Verdächtigungen ein. Statt einer simplen Whodunit-Spur legt der Roman mehrere Konfliktlinien übereinander und entfaltet nach und nach, wie eng Privates, Nachbarschaft und mögliche Interessenlagen ineinandergreifen. Dadurch entsteht ein Ermittlungsbild, das von Misstrauen, unausgesprochenen Geschichten und lokalen Verstrickungen lebt.
Unser Jury liebte den starken Lokalkolorit, das Dorfleben und die Atmosphäre der Eifel, die den Kriminalfall glaubwürdig erden. Der Roman fesselte uns, denn neben dem zentralen Mordfall gibt es mehrere weitere brisante Themen, was das Buch inhaltlich dichter macht als einen reinen Standardkrimi. Positiv ist auch der charakteristische Schreibstil der Autorin, die in wenigen Sätzen viel Information transportiert.