George Bennett ist ein Filmemacher – und Serienmörder: Er dokumentiert seine Taten mit der Kamera, während er Anfang der 1990er Jahre durch Südamerika reist, um die Vergangenheit seines Vaters zu erforschen, eines CIA‑Agenten, der in der Zeit der Militärdiktaturen Folter und „Verschwindenlassen“ organisierte.
Der Roman ist wie ein Labyrinth aufgebaut: Berichte, Dokumente, Erinnerungen, fiktive und reale historische Figuren (inklusive Nazi‑Verbrechern) verschränken sich; Gewaltbilder und politische Geschichte überlagern sich ständig. Die tatsächliche Handlung ist weniger „Wer war der Täter?“ als „Wie reproduziert sich Gewalt in Bildern, Narrativen und Institutionen?“.
Unten leben ist die „Herausforderung“ der Krimibestenliste: extrem düster, formal experimentell, zugleich tief in die Geschichte lateinamerikanischer Diktaturen eingebettet. Es ist eher ein postmoderner Albtraum als ein klassischer Thriller – empfohlen für Leser:innen, die bei Kriminalliteratur maximale formale und inhaltliche Radikalität suchen.