Der Roman des Jahre 2025: Platz 8 in der Kategorie Thriller und Krimis

Cover

Jenseits aller Zeit

Sebastian Barry

Tom Kettle, ein ehemaliger irischer Detective Sergeant, lebt zurückgezogen in einer kleinen Wohnung an der irischen Küste. Seine scheinbar ruhige Pension wird durch einen alten Fall erschüttert: den Mord an einem Priester und den systematisch vertuschten Kindesmissbrauch in katholischen Einrichtungen.​
Während Tom von Kollegen gebeten wird, noch einmal in die Unterlagen zu schauen, brechen persönliche Erinnerungen und Traumata auf: die eigene Kindheit, die Rolle der Kirche, politische Gewalt in Irland und familiäre Verluste. Der Roman bewegt sich in einem fließenden Raum aus Gegenwart, Erinnerung und Halluzination – oft ist unklar, ob Tom Ereignisse erlebt oder rekonstruiert.​
Das Buch ist ein „dunkles literarisches Meisterwerk“, weil Barry einen Kriminalfall nutzt, um strukturelle Gewalt (Missbrauch, Verstrickung von Kirche und Staat, IRA‑Terror) in einer poetischen, aber gnadenlosen Sprache zu verhandeln. Die Verknüpfung von Naturbildern, inneren Monologen und hartem Realismus hebt den Roman deutlich aus dem „reinen Genre“ heraus.