Jacy, frisch verheiratet und schwanger, fährt mit ihrem Mann nach Michigan, um dessen Vater zu besuchen, der allein in einem abgelegenen Haus im Wald lebt. Zunächst wirkt der Schwiegervater zuvorkommend, fast überfürsorglich, und die Atmosphäre ist nur leicht unheimlich – wie ein klassisches Familienkammerspiel mit unterschwelliger Spannung.
Als sich Komplikationen in der Schwangerschaft zeigen, wird Jacy zunehmend abhängig von der Kontrolle und den Entscheidungen der Männer um sie herum. Das Haus im Wald verwandelt sich in eine Art Gefängnis, in dem ihr Körper und ihre Zukunft zur Projektionsfläche für patriarchale Vorstellungen werden; Realität und Wahrnehmung beginnen zu verschwimmen.
Die Jury hebt hervor, dass Abbott mit Gothic-Elementen, Körperhorror und psychologischer Spannung arbeitet, ohne auf explizite Schockeffekte zurückzugreifen. Der Roman gilt als besonders starker Beitrag zum Thema „Kontrolle über den weiblichen Körper“ und als einer der eindringlichsten feministischen Thriller 2025.