Die Geschichte beginnt 1975 in einem Sommercamp in den Wäldern der Adirondacks (New York): Die 13‑jährige Barbara van Laar verschwindet spurlos aus dem Camp Emerson. Die Familie ist ohnehin traumatisiert, denn Jahre zuvor ist ihr Bruder Bear in denselben Wäldern verschwunden – ein unaufgeklärtes Rätsel, das wie ein Fluch über ihnen liegt.
Moore erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln (Mitbewohnerinnen im Camp, Betreuer:innen, Familienmitglieder) und über mehrere Zeitebenen hinweg, sodass nach und nach sichtbar wird, wie Machtgefälle, Klassenschranken und das fragile Ökosystem „Camp“ zusammenwirken. Der Wald ist nicht nur Kulisse, sondern fast eine eigene Figur: ein Raum, in dem Geheimnisse konserviert und Wahrheiten verschluckt werden.
Was es besonders auszeichnet:
Unsere Jury bewundert die „vielschichtige Komposition“: Der Roman ist zugleich Kriminalfall, Coming-of-Age-Geschichte und Gesellschaftsstudie über Machtmissbrauch an Kindern und Jugendlichen. Gelobt wird, dass Moore hohe Spannung mit literarischem Anspruch verbindet und ein sehr dichtes, atmosphärisches Setting schafft, in dem die Vergangenheit nie ganz ruht.