Der junge russische Emigrant Nikolai lebt im Paris der 1920er Jahre – ein Exilant ohne Heimat, ohne Perspektive, emotional abhängig von Léa, einer rätselhaften Frau, die ihn anzieht und abstößt. Sie manipuliert ihn, lügt, verschwindet und kehrt zurück. Nikolai ist gefangen in einer toxischen Beziehung, die seine Identität auflöst. In Rückblenden enthüllt der Roman Nikolais Flucht aus Russland, den Verrat durch Freunde, Traumata und das Leben in der Emigration. Juri Felsen erforscht mit psychologischer Präzision die Mechanismen emotionaler Abhängigkeit, Selbsttäuschung und die Desorientierung im Exil. Die Sprache ist intensiv, die Atmosphäre beklemm end. \"Getäuscht\" ist ein eindringlicher psychologischer Roman über Illusion, Realität und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit in einer entfremdeten Welt.