TodesVisier (Susanne Schieble)

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Buchtipp

Worum geht es: Klappentext

Ein junger Mann wird in der Leinemasch tot aufgefunden. Man hat ihn erstochen. Die eilig herbeigerufene Hauptkommissarin Williamson erkennt in dem Toten sofort einen Bekannten ihrer Kollegin Elena Grifo, den beide einige Monate zuvor zufällig getroffen hatten. Wer nicht am Tatort erscheint, ist Elena Grifo selbst. Sie ist auch nicht zu erreichen. Schwer belastet von den Sorgen um die junge Oberkommissarin nimmt Williamson mit ihrem ungeliebten Kollegen Sascha Cohen die Ermittlungen auf. Was sie dabei zutage fördert, erschüttert sie zutiefst. Anscheinend verband Elena Grifo eine problematische Beziehung mit dem Mordopfer, die sie nun unter Verdacht geraten lässt. Auch Williamsons Ehemann Bernd-Karl spielt eine Rolle in der unheilvollen Verbindung des Toten und der jungen Polizistin. In dem Geflecht von Liebe, Hass, Eifersucht, Besessenheit und Begierde kommt Williamson dem Mörder immer näher und gerät so selbst in tödliche Gefahr …

Ich fange einmal ganz anders an. Als meine Tochter vor Jahren einen französischen Freund hatte, der des Deutschen nicht mächtig war, brachten wir ihm als erstes bei, im Zweifelsfall zu fragen: “Wat hasse jesacht? Man stelle sich einen deutsch-britischen Haushalt im Rheinland vor, in dem mit wenig Disziplin schon mal mitten im Satz die Sprache gewechselt wird, bereichert durch einen Franzosen, der gelegentlich diese Redewendung einfließen ließ. Es gab viel zu lachen.

Ganz so schlimm geht es im Krimi „TodesVisier“ von @susanneschieble nicht zu. Ihre Protagonistin, die rheinische Urgewalt Hauptkommissarin Williamson, hält auch in ihrem hannoverschen Umfeld an ihrem kölschen Dialekt fest, ist aber immer gut verständlich. Normalerweise spricht man ja eher von einer rheinischen Frohnatur, aber Urgewalt, wie es im Buch heißt, trifft es eindeutig besser, vor allem wenn Williamson in Rage gerät, da kann schon mal die Bausubstanz in Gefahr geraten.

Die sympathische Williamson ist erfrischend anders: eine etwas schrullige Polizistin, die weder der Gewichtsnorm noch einer wie auch immer definierten Kleiderordnung entspricht. Am ehesten erinnert sie an die Protagonistin Vera Stanhope von Ann Cleeves. In ihrem dritten Fall in Hannover (die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden) hat Williamson reichlich Gelegenheit, sich aufzuregen, denn er betrifft sie sehr persönlich. Eine von ihr sehr geschätzte Kollegin scheint in den Mord eines Stalkers verwickelt zu sein. Auch wenn das Buch der Kindheits- und Jugendgeschichte des Opfers Raum gibt, fällt es schwer, mit ihm und dem, was er der Kollegin angetan hat, zu sympathisieren.

Gut gefallen hat mir auch die Entwicklung der Protagonisten. Zu Hause reibt sich Williamson an pubertierenden Töchtern und einem liebevollen Ehemann, der sich leider in den Fall einmischt, was zu häuslichen Spannungen führt. Im Kommissariat will ihr ein Kollege wirklich Böses und gefährdet damit nicht nur die Ermittlungen, sondern auch die verdächtigte Kollegin.

Durch die gelungene Beschreibung der Protagonisten war Schmökern des Buches für mich mit weiteren liebevollen Assoziationen verbunden. Die Mutter des Opfers erinnert an die schreckliche Miss Trunchbull aus der Verfilmung von Roald Dahls „Matilda“ und das häufig an das Satzende der Kommissarin gestellte „Verdamp“ natürlich an „Verdamp lang her“ der Kölner Rockband BAP.

Das Buch ist spannend bis zum Schluss, mit unerwarteten Wendungen und man muss mehrmals um das Leben der Hauptkommissarin bangen. Es wird knapp.

Zugegeben, auch ich bin ein Cover-Freak. Ein großes Lob an den CW Niemeyer Buchverlag @niemeyer_buch für dieses sehr gelungene Cover. Die Autorin hat mir viele vergnügliche und spannende Lesestunden und meiner Bücherei das Buch geschenkt. Vielen Dank.

Jo Ann Martin

Mein Name ist Jo Ann und ich bin leidenschaftliche Autorin und Leserin von spannenden Krimis. Bald wird mein erstes Buch erscheinen: In meinen Romanen entführe ich euch in das kleine Dorf Loogh in der Vulkaneifel (Deutschland), für mich, um einen anderen Autor zu zitieren, „der schönste Arsch der Welt“. Aber auch in dieser beschaulichen Umgebung passiert so einiges. Einstweilen gibt es hier Rezensionen von guten Büchern. Ihr findet mich über meine Instagram-Seite: https://www.instagram.com/joannmartinbooks/

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