Kreideherzen (Sarah K. Broser)

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 Inhalt: Ein kaputtes Handy, ein verkorkstes erstes Date und Hausarrest – das ist die ernüchternde Bilanz eines Tages, der eigentlich mit einem Kuss von Ginas Crush enden sollte. Dass dieser Tag stattdessen zum Desaster wurde, verdankt sie einzig und allein ihrem neuen Englischlehrer Dominik Behrens, der die Mädchenherzen höher schlagen lässt. Für Gina hingegen ist er nichts weiter als ein unfähiger Referendar – bis zu dem Tag, an dem er ihretwegen die Regeln bricht und sie sich in ihn verliebt.

Meine Meinung: Sarah K Broser hat mit „Kreideherzen“ eine locker-leichte Liebesgeschichte für Jugendliche geschrieben. Ich habe mich sofort in der Geschichte wohlgefühlt und konnte Ginas Gedanken und Gefühle gut nachempfinden. Sie sind sehr nah an der Lebensrealität von Jugendlichen – das Buch behandelt typische Probleme des Erwachsenwerdens wie Streit mit den Eltern, Probleme in der Schule und Freundinnen – aber auch die erste große Liebe! Und die wird auf sehr einfühlsame, unterhaltsame Art erzählt.

Mit dem männlichen Protagonisten, Domenik Behrens, konnte ich mich vor allem zu Beginn leider nicht so gut identifizieren. Ich mochte ihn sehr und fand ihn als Person sympathisch, aber sein Verhalten gegenüber den Schülern und Schülerinnen und dann später auch gegenüber Gina im Besonderen fand ich vor allem zu Beginn nicht schlüssig – ohne zu Zögern bringt er Schülerinnen mit dem Auto nach Hause, er schreibt ihr spät abends auf WhatsApp, um sich nach ihr zu erkundigen und unterschreibt mit einem Spitznamen, den Gina ihm früher einmal gegeben hat. Dies ist vielleicht nicht verboten, aber doch ist es ein wenig verwunderlich, dass er daran nicht den Hauch eines Zweifels zu haben scheint. Sein plötzlicher Sinneswandel, dass das doch zumindest denkwürdig ist, kommt mir zu abrupt und ist nicht nur für Gina wenig nachvollziehbar gewesen. Hier hätte ich mir gerne mehr Tiefgang und Reflexion gewünscht, um noch mehr mitfiebern zu können. So ist man eher wütend gewesen und wollte ihn hinschicken, wo der Pfeffer wächst, anstatt traurig.

Generell hätten dem Charakter noch ein paar Facetten nicht geschadet. Wir erfahren über ihn zwar, dass er beispielsweise Friends liebt – Chandler ist sein Liebling, eine sehr gute Wahl! – aber so richtig tiefe Emotionen und Bedenken kommen seinerseits erst gegen Ende auf.

Die Spannung ist die ganze Zeit über da gewesen und man hat sich gefragt, ob und wenn ja, wie, Gina und Herr Behrens irgendwann zueinander finden – denn danach sieht es zu Beginn überhaupt nicht aus – weder platonisch noch romantisch! So sind die Seiten dann doch dahin geflogen – man hat Gina und Herrn Behrens sehr gerne dabei zugesehen, wie sie sich kennenlernen und es zu knistern beginnt. Man könnte den Trope des Buches als „Enemies to lovers“ bezeichnen, so kam es zu schlagfertigen Wortgefechten, unvorhersehbarer Nähe und einer wahren Slow Burn Romanze!

Fazit: Ich habe Kreideherzen sehr gerne gelesen, da ich den Aufhänger mit Friends sehr schön fand und die Entwicklung des Verhältnisses zwischen den beiden gerne verfolgt und mitgefiebert habe. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der nach einer unterhaltsamen Jugendbuchlektüre sucht, die die Probleme einer jungen Frau auf mitfühlsame Art aufzeigt und der Liebesgeschichten liebt, die sich langsam, aber mitreißend entwickeln! Mit ein bisschen mehr Tiefgang bei Herrn Behrens könnte Band 2 gute Chancen auf 5 Sterne haben! Das Buch bekommt auf jeden Fall eine klare Empfehlung von mir!

Ich vergebe 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️von 5 Sternen!

Band 2 des Romans erscheint Ende März 2024! Darauf freue ich mich schon sehr!

* Ich habe das Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zugesendet bekommen. Vielen Dank dafür an die Autorin!

Nina Schiffer

Nina Schiffer ist nicht nur seit mehreren Jahren als Buchbloggerin auf Instagram unterwegs, sondern selbst auch Autorin. Auf diesem Weg hat sie die Branche aus zwei verschiedenen Perspektiven kennengelernt, hat auf der Buchmesse schon renommierte Autorinnen wie Ute Wegmann oder Catharina Junk interviewt oder mit Sarah Sprinz Kaffee getrunken. Ihre eigene schriftstellerische Tätigkeit hat sie mehrere Schreibwettbewerbe gewinnen lassen, unter anderem ein Autorenstipendium des Friedrich-Bödecker-Kreises. Ihre Bücher sind im Ullstein Imprint Forever erschienen. Hier stellt Sie Euch interessante Bücher vor. Ihr könnt Sie über ihre Webseite kontaktieren, wo ihr das Facebook und Instagram-Profil findet: https://productive-books.org/nina-schiffer/

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