Enders Game (Orson Scott Card)

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Buchcover Ender's Game - Das große Spiel (Orson Scott Card)

Das Buch ist sicher eines der bekanntesten und gleichzeitig umstrittensten und fragwürdigen SF-Bücher, die es gibt. Die Verfilmung war übrigens sehr schlecht.

Das Buch gehört sicherlich zu den Science-Fiction-Klassikern, die man gelesen haben sollte, denn sie sind in gewisser Weise wirklich genreprägend. Ender – der Protagonist – ist ein frühreifes und hochintelligentes Kind, das in einem wirklich zarten Alter zum Militär rekrutiert und in einer zukünftigen Version einer Militärakademie auf das Kommando vorbereitet wird. Der Kampf, auf den sich alle vorbereiten, ist gegen die “Bugger”, eine insektenähnliche außerirdische Spezies mit einem Schwarmdenken, und Ender wird als Beispiel dafür benutzt, wie die Zukunft des Militärs aussehen könnte.
Auch wenn sich das Buch in erster Linie um Fragen der militärischen Ausbildung bzw. der Ausbildung von Kommandanten dreht, um die Frage, was es dazu braucht und wie sich dies ändern könnte – die Auszubildenden in dem Buch beginnen im Allgemeinen im Alter von etwa drei Jahren und treten mit etwa 6 oder 7 Jahren in die Akademie ein -, so gibt es doch genügend gesellschaftliche Kommentare, die den Leser, der sich nicht nur auf das Militär konzentriert, zum Innehalten und Nachdenken bringen.
Fragen zum Umgang der Gesellschaft mit der Überbevölkerung, zu einer unruhigen Welt nach dem Kalten Krieg, die kurz vor der Rückkehr dorthin steht, zu familiären Bindungen usw. werden allesamt beiläufig angesprochen und bereichern das Buch erheblich.
Auf der militärischen Seite gelingt es dem Autor, einige ziemlich klassische US-Prinzipien aus der Zeit nach Vietnam einzufangen, während er gleichzeitig relativ vorausschauend den unbemannten Kampf beschreibt (auch wenn dies im Buch nicht immer deutlich wird). Als solches leistet das Buch gute Arbeit bei der Untersuchung einiger der Probleme, die sich aus dem langsamen, aber unaufhaltsamen Wandel von bemannten zu unbemannten Systemen in der Kriegsführung ergeben – möglicherweise einer der Gründe, warum es in Militärkreisen so viel gelesen wird.
Auf der anderen Seite ist das natürlich ein Hauptkritikpunkt: Ist das Buch kriegsverherrlichend? Alleinstehend müsste man das bejahen – schaut man die Folgebücher an („Sprecher der Toten“) dann stimmt das so nicht mehr.
Das Buch ist also Teil einer Reihe (mit Speaker For The Dead: Buch 2 und Xenocide: Buch 3, usw.) kann aber problemlos als Einzelband gelesen werden.
Ich würde das Buch auf jeden Fall allen Hard-SF Science-Fiction-Fans empfehlen. Die Tatsache, dass es nicht nur ein wirklich fesselndes Buch ist, sondern auch das Genre definiert, ist natürlich ein zusätzlicher Bonus.
Jahre später hat der Autor in einer Kooperation „Ender’s Shadow“ geschrieben – und dann wird das ganze richtig abgefahren: Es handelt sich um dieselbe Geschichte, wie Ender’s Game – nur aus Sicht einer anderen Person.

Peter Brendt

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